Symbolbild
+
Geschlagen und getreten haben soll ein Mann aus Erding (24) seine langjährige Freundin (23) aus dem Landkreis Freising. (Symbolbild)

Misshandlungsprozess

Landkreis Freising: Liebhaber traktierte Frau mit Pfanne - jetzt hat der Vater des Opfers ausgesagt

Er hat seine Freundin offenbar mit der Pfanne geschlagen, getreten und gewürgt. Jetzt hat der Vater des Opfers (23) vor dem Landgericht Landshut ausgesagt.

  • Ein Mann aus Erding (24) kubanischer Abstammung soll seine Freundin (23, Kreis Freising) massiv misshandelt haben.
  • Auch gegen das dreijährige Kind der Frau soll er brutal vorgegangen sein.
  • Im Prozess hat nun der Vater des Opfers ausgesagt.

Landkreis Freising – Er hat seine Freundin offenbar mit der Pfanne geschlagen, getreten und gewürgt. Und als sich das dreijährige Kind seines Opfers ihm in den Weg stellte, soll er auch den Jungen brutal attackiert haben. Im Prozess gegen den 24-jährigen Mann aus Erding hat am Dienstag der Vater der 23-Jährigen vor dem Landgericht ausgesagt. „Der stand eines Tages vor der Tür und unser Leben war fortan ein anderes“, so der 59-Jährige.

Folgt man den Angaben des Zeugen, so war auch sein Enkelsohn nicht sicher vor den Übergriffen des Angeklagten. Ein besonders schockierender Anblick bot sich den Großeltern, als der Dreijährige einmal bei ihnen gebadet hat: Auf den Fotos, die der 59-Jährige infolgedessen gemacht hat, und die vor der dritten Strafkammer gestern angesehen wurden, sind deutliche Bissspuren an Oberschenkel und Gesäß des Kindes zu sehen.

Die Anklageliste ist ellenlang

Wie berichtet, legt die Anklage dem Erdinger gefährliche Körperverletzung, Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung, Beleidigung, Hausfriedensbruch, versuchten Schwangerschaftsabbruch sowie Vergewaltigung zur Last. Bereits im Dezember hätte sich der 24-Jährige vor dem Amtsgericht verantworten sollen. Doch der gebürtige Kubaner hatte bis auf „eine kleine Rangelei“ sämtliche Anklagepunkt bestritten, und so war das Verfahren an das Landgericht verwiesen worden. Hier schweigt der Angeklagte seit Prozessbeginn beharrlich.

Er wisse gar nicht, wo er anfangen soll, sagte der Vater der 23-Jährigen, der Notizen bei sich hatte. Er habe das Wesentliche zusammengeschrieben – „um nicht den Überblick zu verlieren“. Das „schlimmste Erlebnis“ sei ein Telefonat mit seiner Tochter am 1. März 2020 gewesen. Er habe sie auf ihrem Handy angerufen und „schon beim ersten Wort gemerkt, dass da was nicht stimmt“. Sie sei nicht alleine, habe die 23-Jährige gesagt.

Er hörte, wie sein Enkel schrie, dann war die Leitung tot

Er habe gehört, so der Zeuge, wie seine Tochter ihren Ex-Freund mehrfach vergeblich aufgefordert habe, er solle gehen. Er habe vernommen, wie sein Enkel seiner Mutter zu Hilfe gekommen sei. Dann habe er „ziemlich übles Schreien“ des Dreijährigen gehört; ein, Geräusch, wie ein Schlag; erneutes Geschrei, Hektik. Dann sei die Leitung tot gewesen. Als „wahnsinnig beängstigend“ beschrieb der Zeuge die Situation. „Ich dachte wirklich, den beiden passiert jetzt etwas Schlimmes.“ Er habe die Polizei alarmiert. Dann sei der erlösende Anruf von einer Nachbarin gekommen, zu der sich die Tochter mit den Kindern geflüchtet hatte.

Seine Tochter habe sehr unter der Beziehung gelitten, es aber lange nicht geschafft, diese zu beenden, so der Freisinger. „Das nennt man wohl Abhängigkeit.“ Bereits 2018 hätten seine Frau und er beim Baden am Enkel Spuren von Misshandlungen festgestellt. „Für uns waren das eindeutig Bissspuren.“ Hin- und hergerissen seien sie gewesen. Sollten sie zur Polizei gehen oder nicht? Sie hätten sich dann dazu entschlossen, in der Folgezeit „sehr wachsam“ zu sein. Weitere sonderbare Verletzungen hätten sie aber nicht mehr an dem Kind gesehen. Seine Tochter habe er nicht auf die Bissspuren angesprochen. Zur damaligen Zeit hätte sie den Angeklagten sicherlich in Schutz genommen.

Der Prozess wird am 19. Februar fortgesetzt.

Lesen Sie auch:

Vandalismus, Hausfriedensbruch, Brandsätze, Verwüstungen: Mit der Kehrseite des Lockdowns hat der VfB Hallbergmoos-Goldach gerade massiv zu kämpfen.

Am Faschingsdienstag werden Pia und Tim Müller, das Moosburger Prinzenpaar von 2020, den Schlüssel wieder an den neuen Rathauschef Josef Dollinger zurückgeben. Schlüsselgewalt hatten die Tollitäten nur symbolisch.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare