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Der Ausgang der Europawahl hat bei den Kandidaten unterschiedliche Emotionen geweckt.

So bewerten die Bewerber das Wahlergebnis

“Das tut weh“: Die Stimmen der Europakandidaten aus dem Kreis Freising

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Die Grünen im Landkreis Freising jubeln, während CSU-Kandidat Benedikt Flexeder das Ergebnis der Europawahl zwiespältig sieht. Vor allem eines schmerzt ihn. 

Freising - Die Ausgangslage war für alle fünf Europakandidaten aus dem Landkreis Freising gleich - hoffnungslos: Benedikt Flexeder (CSU), Robert Weller und Daniel Beck (beide FW), Richard von Wittken (Grüne) und Reinhold Reck (ÖDP) konnten aufgrund ihrer Listenplätze nicht mit ihrem Einzug ins EU-Parlament rechnen.

Angetreten waren sie mit einer anderen Mission: Mit Hilfe ihrer lokalen Verwurzelung wollten sie im Landkreis Werbung für ihre Parteifarben machen – und die Wähler zum Urnengang motivieren. Während bei den Grünen gefeiert wird und bei den FW Zufriedenheit herrscht, fällt die Bilanz des CSU-Bewerbers zwiegespalten aus.

Benedikt Flexeder (CSU)

Benedikt Flexeder (CSU): „Zwei Dinge sind positiv: die höhere Wahlbeteiligung und die Tatsache, dass die CSU künftig wohl mit zwei Sitzen mehr im Europaparlament vertreten sein wird. Bedenklich ist dagegen der Trend, dass man mit nur einem Thema sehr viele Wähler mobilisieren kann wie etwa die Grünen beim Klimaschutz. Uns als Volkspartei tut das weh, weil wir für alle Themenbereiche etwas anbieten wollen.“

Robert Weller (FW)

Robert Weller (Freie Wähler): „Wir können zufrieden sein. Wir hatten in vielen Kommunen mehr als zehn Prozent. Ich habe kandidiert, weil wir Freien Wähler zeigen müssen, dass wir uns nicht nur in den Kommunen, sondern auf allen Ebenen engagieren. Die hohe Wahlbeteiligung ist sehr erfreulich: Die Menschen haben offenbar verstanden, dass Europa nicht ganz unwichtig ist, und die Populisten klein gehalten.“

Daniel Beck (FW)

Daniel Beck (Freie Wähler): „Als Ortsverein können wir stolz sein: Wir haben zwei Kandidaten aus dem Landkreis ins Rennen geschickt und tolle Ergebnisse eingefahren. Wir haben großen Anteil daran, dass jetzt zwei FW-Abgeordnete im Parlament sitzen. Da hoffe ich schon, dass wir von der Bundespartei entsprechendes Lob bekommen. Auch der Trend bei der Wahlbeteiligung geht in die richtige Richtung.“

Reinhard von Wittken (Grüne)

Reinhard von Wittken (Grüne): „Das Ergebnis macht mich überglücklich. Die Wahl hat gezeigt, dass es in unserer Gesellschaft einen Aufbruch gibt. Dass den Menschen Klimaschutz und der Schutz der liberalen Demokratie gegen Populisten und Nationalisten wichtig ist – zwei Kernthemen der Grünen. Dass gerade die Jungen uns als ihre Partei ansehen, macht mich stolz. Jetzt wollen wir Europa sozialer und ökologischer machen.“

Reinhold Reck (ÖDP)

Reinhold Reck (ÖDP): „Bundesweit haben wir die Anzahl unserer Stimmen verdoppelt. Ich hätte mir zwar einen zweiten Sitz für die ÖDP im EU-Parlament gewünscht, aber dann halt beim nächsten Mal. Die Wahlbeteiligung ist erfreulich und hat sicher etwas damit zu tun, dass dieses Mal Themen stärker im Vordergrund waren: Klimaschutz, Artenvielfalt, Ressourcenverbrauch - das bewegt die Menschen.“

Lesen Sie auch: Europawahl-Analyse: In Freising wählen mehr grün als schwarz; Blick über den Tellerrand: Ergebnisse der Landkreise Fürstenfeldbruck, Dachau, Freising, Erding und Protokoll einer Wahlnacht: Szenen aus dem Landratsamt

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