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„Fälle werden immer mehr“: Kreis Freising will Zeichen setzen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

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Jede dritte Frau wird in ihrem Leben Opfer von physischer und/oder sexualisierter Gewalt – auch im Kreis Freising. Symbolbild © Jan-Philipp Strobel/dpa

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen will der Landkreis Freising ein Zeichen setzen. Denn die Opferzahlen sind erschreckend.

Landkreis – Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird an diesem Freitag, 25. November, begangen. Aus diesem Anlass wird die evangelische Christi-Himmelfahrts-Kirche in Freising in der Farbe Orange illuminiert. Bei der von den Vereinten Nationen initiierten „Orange The World“-Kampagne werden von 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, bis zum 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, weltweit Denkmäler, öffentliche Gebäude und Orte von besonderer Bedeutung in orangefarbenes Licht getaucht, um ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.

Diakonie Freising unterstützt Aktion

„Auch wir, die Diakonie Freising, beteiligen uns an dieser Aktion, um Solidarität mit den betroffenen Frauen zu zeigen“, sagt Christina Mayer, Leiterin der Fachberatungsstelle HilDa. Eigentlich war geplant, in Kooperation mit der Stadt verschiedene Gebäude am Tag gegen Gewalt an Frauen orange zu beleuchten. „Wegen der Energiekrise haben sich aber alle Beteiligten bewusst für eine kurze Illuminierung nur eines zentralen Gebäudes, der Christi-Himmelfahrts-Kirche, entschieden“, heißt es in einer Mitteilung.

„Auch im Landkreis Freising ist das Thema Gewalt gegen Frauen ein großes“, betont Christina Mayer. Die Zahl der Frauen, die bei HilDa (Hilfe ist da), der Fachberatungsstelle bei häuslicher und sexualisierter Gewalt, Hilfe suchen, steige seit dem Frühsommer wieder deutlich an.

Alle Frauenhaus-Plätze sind belegt

Genauso die Zahl der Frauen, die vor ihrem gewalttätigen Partner im Frauenhaus Freising Schutz suchen: Alle Plätze dort sind belegt, die Zahl der Anfragen ist deutlich höher als die Zahl der Frauen, die aufgenommen werden können (wir berichteten). „Die Fälle werden nicht nur immer mehr, sie werden auch immer komplexer. Und die Situation wird sich in den Wintermonaten noch zuspitzen“, befürchtet Mayer.

Ein Problem, das alle angeht

„Gewalt ist kein partnerschaftliches Frauenproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem“, sagt Christina Mayer. Es müsse immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass es alle Frauen treffen kann. Um einen Beitrag zu leisten und Zeichen zu setzen, werden die Diakonie Freising, die Stadt Freising und das Landratsamt Fahnen mit der Aufschrift „Stopp Gewalt gegen Frauen“ an zentralen Orten –wie Marienplatz und Landratsamt – hissen.

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Auch die Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) beteiligt sich am „Orange Day“: So wird unter anderem die eigentlich grün gestaltete Homepage in oranger Farbe erscheinen.

Lesung und Infovortrag

Weitere Veranstaltungen zum Themenkreis:

■  Freitag, 25. November, 19 Uhr: Lesung im evangelischen Gemeindehaus der Christi-Himmelfahrts-Pfarrgemeinde: Gisela Landesberger stellt die Künstlerin Charlotte Salomon vor.

■  Dienstag, 29. November, 14 Uhr: Vortrag von Alexander Korittko zum Thema „Nach psychischer oder körperlicher Gewalt: Umgang um jeden Preis oder Neubeginn ohne Angst?“. Eine Anmeldung für die Online-Veranstaltung ist per Mail an die Adresse hilda@diakonie-freising.de möglich. ft

Hintergrund des Aktionstags

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist ein alljährlicher abgehaltener Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen. In Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen, das sind etwa 14 Millionen Frauen.  Alle 45 Minuten wird eine Frau in Deutschland durch ihren Partner gefährlich körperlich verletzt.

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

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