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Eindrucksvoll textsicher – in präzise abgestimm ten Einsätzen: Das Schauspieler-Trio Philipp Metzner, Phillipp Schreyer und Alexander Kampmeier (v. l.).

KSE-Premiere mit „Text“ in Freising

Die Wucht des Wortes: Neues KSE-Stück ist anders - und deshalb besonders sehenswert

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Die Bühne ist mit weißen Laken dekoriert, dazu ein Stuhl, ein Hocker, ein Sitzwürfel – alles in weiß. Und drei Männer in Schwarz, die gemeinsam eine Rolle spielen. Und diese Rolle ist der Text.

Freising – Das mag alles sehr spartanisch und seltsam klingen, ist aber die Beschreibung der neuesten Inszenierung des KreativenSchauspielEnsembles (KSE). Jetzt hatte man mit „Text“ von Jérome Junod Premiere im Vis-à-vis.

Text statt Handlung: Die Zuschauer sahen sich mit einem abstrakten Stück konfrontiert, in dem sich der Text selbst zum Thema macht.

25 Seiten umfasst der Text. Mittels einer Anzeige weiß der Zuschauer immer, auf welcher Seite sich der Text, der sich in dem abstrakten Stück selbst zum Thema, zum Inhalt und zum Titel macht, befindet. Knapp eine Stunde dauert es, bis die Akteure Alexander Kampmeier, Philipp Metzner und Philipp Schreyer sich selbst als die 25 Seiten vorgetragen haben – mit extremer Textsicherheit, mit exakt kalkulierten und präzise abgestimmten Einsätzen.

Ein solches Stück, das im eigentlichen Sinn keine Handlung besitzt, in dem es um einen virtuellen Dialog zwischen Wort und Leser geht, und in dem Themen wie Unsterblichkeit und Zeit prägend sind, zu inszenieren, ist sicher nicht einfach. Das Regie-Duo Svenja Vogel und Andrea Henze lässt die drei Sprecher in verschiedenen Positionen und Formationen auftreten. Es sind langsame und bedächtige Bewegungen, man schreitet über die Bühne, der Blick ist meist starr in die Ferne über die Köpfe des Publikums hinweg gerichtet. Nur selten werden die Zuschauer direkt angesprochen. Nichts soll von dem Wort, vom Text, von der Kraft der Aussagen ablenken.

Doch auch wenn es bedeutungsschwanger ist, was da vom KSE auf der Bühne im alten Jugendzentrum an der Kölblstraße aufgeführt wird, gibt es auch humorige Passagen. In „Reminizenz“ liest sich der Text selbst vor. Und ist daraufhin entsetzt: „Ich habe einen Tippfehler.“

Wer also ein Theaterstück mit Menschen, Rollen, Handlung und Action sehen will, sollte „Text“ nicht anschauen. Wer sich aber eine knappe Stunde der Wucht des Wortes hingeben will, wer ein gutes Schauspieler-Trio erleben will, das dem hohen Anspruch der Aufführung gerecht wird, der ist bei „Text“ genau richtig. Weitere Aufführungstermine – bei freiem Eintritt – sind Sonntag, 21. Januar (um 16 Uhr), Donnerstag, 25. Januar, Samstag, 27. Januar, Freitag, 2. Februar, und Samstag, 3. Februar (jeweils um 20 Uhr).

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