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Ja, wer baggert da so schwer? Dass die Fahrzeuge auf dem frisch gelegten Pflaster im Einsatz sind, ist einem Freisinger ein Dorn im Auge. Die Stadt aber beruhigt: Alles gut!

Untere Hauptstraße

„Kuddelmuddel“: Freisinger kritisiert Pflasterarbeiten in der Innenstadt

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Nein, er ist nicht gegen die Innenstadtsanierung. Das betont Norbert Zeilhofer. „Ich will nicht gegen die Baustelle arbeiten.“ Doch manchmal schüttelt es den 53-Jährigen, der von Beruf Altbausanierer ist, wenn er die Abläufe auf der Unteren Hauptstraße in Freising sieht.

Freising– „Das wird falsch herum angegangen.“ Er moniert, dass die Bagger bei den Pflasterarbeiten auf dem neuen Untergrund stehen. „Normalerweise arbeitet man doch von oben nach unten und befindet sich dabei selbst auf dem Boden, der noch ungepflastert ist.“ So aber werde das neue Pflaster nicht nur von den Fahrzeugen verschmutzt, etwa durch Reifenspuren oder auslaufendes Öl, sondern zugleich auch durch das tonnenschwere Gewicht der Bagger belastet. Zeilhofer schlägt vor, Elektrokräne einzusetzen, die aufgrund ihrer größeren Reichweite von den noch ungepflasterten Seitenstreifen aus agieren könnten. „Da wird der Boden nicht belastet, es gibt weniger Lärm und kein Öl.“

Zudem kritisiert der Freisinger, dass die Arbeiten bei laufendem Verkehr stattfinden. Dass sich Fußgänger und Radler wie Slalomfahrer an den verschiedenen Baustellen vorbeischlängeln müssten, während die Handwerker mit schwerem Gerät und Material hantieren, ergebe nicht nur ein „großes Kuddelmuddel“, sondern sei auch lebensgefährlich. Erst kürzlich sei ein Rollstuhlfahrer fast von zwei Fahrzeugen in die Zange genommen worden.

Die Stadt hat auf alles eine Antwort

Auf die Kritik von Zeilhofer angesprochen, erklärte Rathaus-Sprecherin Christl Steinhart: „Die Flächen, auf denen die Bagger stehen, sind für eine erhebliche Verkehrsbelastung ausgelegt. Mögliche Verschmutzungen durch die Bauarbeiten oder die Fahrzeuge werden von den Firmen vor der Abnahme der Baustelle entfernt.“ Der vorgegebene Ablauf der Arbeiten ergebe sich aus der Notwendigkeit, den nicht motorisierten Verkehr in der Altstadt aufrechtzuerhalten. „Die anliegenden Geschäfte und Privathäuser müssen jederzeit erreichbar bleiben.“ Die Passanten könnten daher auch nicht ausgesperrt werden. Eine Komplettsanierung der großen, langen Straße sei aus eben diesen Gründen auch nicht möglich.

Um gefährliche Situationen zu vermeiden, ist es Radlern nicht gestattet, die Baustelle fahrend zu passieren, wie Steinhart betont. Zu den unmittelbaren Baustellen hin würden die Wege jederzeit mit Sperrbarken abgesichert, um die zu Fuß gehenden Passanten zu schützen. „Der unbefestigte Weg wird für eine bestmögliche Trittsicherheit eigens mit Teppichen ausgelegt.“ Steinharts Fazit: Die Wege an den Baustellen vorbei sei für die Passanten jederzeit sicher, solange die Radfahrer absteigen und die Fußgänger nicht bedrängen.

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