Mieterverein Freising

Die Lage bleibt weiterhin prekär

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Die extrem angespannte Wohnsituation fordert auch den Mieterverein Freising. Der Vereinsvorsitzende Volker Zinkernagel bezeichnete die Situation im Landkreis bei der Mitgliederversammlung im Furtner-Bräu als weiterhin prekär. Und es gibt Ärger in Freising wegen Modernisierungen, die auf Mieter umgelegt werden.

Freising 2500 Mitglieder hat der Mieterverein Freising, wobei die Zahl laut Zinkernagel in den letzten Jahren annähernd konstant geblieben sei. Die Mietwohnungssituation in Stadt und Landkreis Freising sei weiterhin „als prekär anzusehen“, sagte Zinkernagel. „Unser Beratungsbereich liegt im Speckgürtel Münchens – mit allen seinen damit verbundenen unangenehmen Auswirkungen. Kein Wunder, dass dabei Mietprobleme deutlich werden, für die die drei Berater des Mietervereins, alles Rechtsanwälte, alles tun, um kompetent zu beraten und Problemlösungen zu finden.“ Die Beratungen seien häufig mit Korrespondenzen verbunden. Die entstehenden Portokosten würden dadurch aufgefangen, dass für jeden Brief eine Schreibgebühr in Höhe von drei Euro € erhoben wird. Die rund 1500 Beratungen, die im Jahresablauf sowohl im direkten Beratungsgespräch als auch per Telefon durchgeführt würden, konnten nach Terminabsprachen zeitnah durchgeführt werden, betonte Zinkernagel.

Überarbeiten muss Vorsitzender Volker Zinkernagel die vereinssatzung. 

Dabei helfe auch eine vom Deutschen Mieterbund initiierte und etablierte Software, die nicht nur die Verwaltungsarbeit und die Terminvergabe erleichtere, sondern auch die Tätigkeit eines Netzwerkes aus den Mietervereinen Freising, Erding und Garching möglich mache. Zinkernagel: „An jedem Werktag außer Samstag können Beratungstermine für die Mitglieder der drei Vereine vereinbart werden.“ Ebenso seien Auskünfte für die Mitglieder über die Hotline des Netzwerks möglich, die von den Rechtsberatern der drei Vereine abwechselnd jeden Mittwoch von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr bedient werde.

Im Zuge der Digitalisierung hat der Vorstand beschlossen, die Mieterzeitung an Mitglieder, die eine Emailadresse haben, nur noch per Email zuzustellen. Das bedeute für den Verein „eine nicht unbeträchtliche finanzielle Entlastung“.

Ein besonderes Kapitel sind die von Vermietern geplanten und durchgeführten Modernisierungen. Die Kosten dieser Maßnahmen können mit elf Prozent pro Jahr auf die Mieter umgelegt werden, berichtete Zinkernagel. Solche Modernisierungen würden jetzt auch von der Freisinger Wohnungsbau- und - verwaltungsgesellschaft mbH beabsichtigt und bereits durchgeführt. Das habe bei vielen Mietern betroffener städtischer Wohnungen für Unruhe gesorgt. In einer ganzen Reihe von Fällen sei hier der Mieterverein bereits beratend tätig. Der Vorsitzende ging in seinen Ausführungen hinsichtlich der Modernisierungen auf die Politik in Berlin ein. Dort sei eine Absenkung der Modernisierungsumlage von elf auf acht oder sechs Prozent vorgesehen, wobei auch die Dauer der Umlageerhebung begrenzt sein soll – bis zur Amortisierung der Modernisierungskosten. Ob diese Vereinbarungen Realität werden, bezweifelte der Vorsitzende allerdings. „Das Verhalten der vorherigen Bundesregierung zur Mietpreisbremse, ihre Wirkungslosigkeit und die vergeblichen Versuche zur Erhöhung der Durchschlagskraft“ seien ein „warnendes Beispiel“.

Zudem wurde eine erneute Änderung der Mietervereinssatzung vorgetragen, die vom Registergericht angemahnt worden sei. Das hatte angemerkt, dass die Satzung des Mietervereins durch die vielen Änderungen der vergangenen Jahre unübersichtlich und schwer lesbar geworden sei. Der Vorsitzende kündigte an, die alte Satzung zu überarbeiten und dem Satzungsentwurf des Mieterbunds anzupassen.

Das Landratsamt habe eine Arbeitsgruppe ausVereinen, Hilfsgruppen und sozial Tätigen zur Unterstützung von Wohnungssuchenden einberufen, berichtete der Vereinschef außerdem. Es gehe darum, „einfachen Menschen, Flüchtlingen und Migranten zu helfen, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden.“ In mehreren Arbeitskreissitzungen sei diskutiert worden, wie man Wohnungssuchende so informieren könne, dass sie mit Vermietern erfolgreich verhandeln können. Diese Info soll durch Helfer vermittelt werden, wobei der Mieterverein sich mit der Unterrichtung der Helfer zum Mietrecht einbringen will.  ft

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