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Flughafen-Region

Land Rover Luft ausgelassen: Denkzettel kommt grantigen Landwirt teuer zu stehen 

Seinen Grant über Autos, die vor seiner Hofeinfahrt ständig abgestellt werden, hat ein Landwirt aus dem südlichen Landkreis Freising an einem Land Rover ausgelassen. Nun bekam der 70-Jährige die Quittung dafür.

Landkreis-Süd – Aus Ärger über die Pkw, die vor seiner Hofzufahrt ständig abgestellt werden, soll ein Landwirt aus dem südlichen Landkreis im September vergangenen Jahres die Luft aus den Reifen eines Autos ausgelassen und dadurch einen nicht unerheblichen Schaden verursacht haben. Wegen Sachbeschädigung musste sich der 70-Jährige kürzlich vor dem Amtsgericht Freising verantworten.

Gut eine Woche, so hieß es in der Anklage, soll ein zwei Tonnen schwerer Wagen auf den Felgen gestanden haben – danach waren die Reifen hinüber. Ein von der Halterin des schwarzen Land Rovers eingereichter Kostenvoranschlag taxiert den Schaden auf 2500 Euro. Da der Angeklagte den vorderen und hinteren Reifen auf der rechten Seite entlüftet haben soll, mussten alle vier Reifen ausgetauscht werden. Und die Felgen gleich mit.

Der Landwirt bestritt die Vorwürfe. Zwar würde er sich über die vor seiner Zufahrt abgestellten Autos ärgern, weil diese vor allem den Milchmann immer wieder zu umständlichen Manövern zwingen würden. Dass er sich aber an dem Land Rover vergriffen haben soll, das ließ er nicht auf sich sitzen.

Das Problem mit wild parkenden Flughafengästen, in der Region auch Flughafenparker genannt, ist nicht neu. Weil das Abstellen von Autos direkt am Airport eine Stange Geld kostet, nutzen Flugpassagiere jede Gelegenheit, ihren Pkw in den angrenzenden Gemeinden gratis zu parken. Mit der Situation ist nicht nur der 70-Jährige unglücklich. Am Ausbau der Straße waren seinerzeit alle Anwohner beteiligt worden. „90 Prozent der Kosten wurden auf uns abgewälzt.“ Der Angeklagte sprach von 30 000 Mark.

Mit der Halterin des Land Rovers scheint der Übeltäter aber die Falsche abgestraft zu haben. Offensichtlich wollte die 54-Jährige bloß eine nahegelegene Autowerkstatt konsultieren. Aus logistischen Gründen sah sie sich gezwungen, ihren Wagen zunächst auf der Straße zu parken. Dem Gericht teilte die Frau mit, vom Angeklagten wütend beschimpft worden zu sein. Das nächste Mal würde er nicht nur die Luft aus den Reifen lassen. Der Landwirt habe gedroht, den Landrover auf die Gabel seines Traktors zu laden und im Misthaufen zu versenken. Zeugen – darunter der Betreiber der Autowerkstatt, einer seiner Mitarbeiter und ein Bekannter der 54-Jährigen – bestätigten die wiederholt vorgetragene Drohung.

„Wenn man alles zusammenfasst: Motiv, Gelegenheit und aufbrausender Charakter“, so Richter Manfred Kastlmeier, komme man zu dem Schluss, dass der 70-Jährige den Reifen die Luft ausgelassen habe. Außerdem sei der Ärger des Angeklagten auch noch im Prozess spürbar gewesen. Das Gericht verurteilte den 70-Jährigen schließlich zu einer Geldstrafe von 800 Euro (20 Tagessätze zu 40 Euro). 

Andreas Sachse

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