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„Eine Allianz des Anstands bilden“: Abgeordneter appelliert an Bürger, sich impfen zu lassen

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Von: Andreas Beschorner

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Erich Irlstorfer, Bundestagsabgeordneter aus dem Landkreis Freising
Erich Irlstorfer will „ein Statement setzen“. © FT-Archiv

Nach Landrat Helmut Petz appelliert auch MdB Erich Irstorfer an alle, sich impfen zu lassen. Er plädiert zudem für den Fortbestand der Impfzentren.

Landkreis – Diese Situation ist im Verlauf der Corona-Pandemie neu: Erstmals seit Beginn der Impfungen ist „mehr Impfstoff vorhanden als Bereitschaft, sich impfen zu lassen“. Mit einem eindringlichen Appell, sich ein Vakzin gegen COVID-19 verabreichen zu lassen und auf diese Weise „verantwortungsvoll zu handeln“, hat sich nun Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer (CSU) an die Bevölkerung seines Wahlkreises gewandt.

Und Irlstorfer lässt auch Taten sprechen: Er wird kurze Filme in verschiedenen Sprachen aufnehmen lassen und über diverse Online- und Social Media-Kanäle verbreiten, um so auch Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, dazu zu bringen, sich impfen zu lassen.

Bei einem Pressetermin im Pfaffenhofener BRK-Heim betonte Irlstorfer, angesichts abnehmender Impfbereitschaft sei es nun Zeit, „ein Statement zu setzen“. Und das ist deutlich: sich impfen lassen, Impftermine nicht verfallen lassen. Denn nur wenn 80 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft seien, dürfte ein ausreichender Schutz gegeben sein. Aber davon sei man in Deutschland, Bayern und auch in den Landkreisen seines Wahlkreises 214 noch weit entfernt.

Impfzentren nicht einfach einstampfen

Im Kreis Freising beispielsweise mit seinen über 180.000 Einwohnern seien – Stand 6. Juli – im Impfzentrum 80 685 Dosen verabreicht worden (rund 46 000 hätten zumindest schon eine erste Impfung), weitere 53 591 in den Arztpraxen (davon rund 33 200 mit einer Erstimpfung). Angesichts dieser Zahlen plädierte Irlstorfer auch nachdrücklich dafür, die bestehenden Impfzentren nicht „in übermütiger Verantwortungslosigkeit“ einzustampfen.

Denn auch wenn der Sommer durchaus als Zeit zum Durchschnaufen für das bis an die Grenzen (und teilweise darüber hinaus) belastete Personal genutzt werden könne, man müsse für den Herbst und Winter und eine möglicherweise anrollende vierte Welle gerüstet sein. Sprich: Man müsse so verfahren, dass die Impfzentren „schnell wieder hochgefahren werden können“, so der CSU-Gesundheitspolitiker. Denn: Sowohl Hausärzte als auch Apotheken als auch Kliniken hätten andere Kernaufgaben als Impfen. Und diese gewachsenen Strukturen dürfe man nicht zerstören.

Irlstorfer hat Team mit Imagefilmen beauftragt

Und Irlstorfer sieht auch die Politik in der Verantwortung: Es gehe jetzt darum, bei all denen, die noch unsicher sind, ob sie sich impfen lassen wollen, weil sie Ängste, Vorerkrankungen und Zweifel haben, für die Impfung zu werben. Und auch all diejenigen, die der deutschen Sprache nicht mächtig seien, aber hier lebten, müssten informiert und aufgeklärt werden. Denn gerade in dieser Bevölkerungsgruppe sei die Impfbereitschaft gering.

Deswegen hat Irlstorfer ein Team zusammengestellt, das in den kommenden Tagen kurze Imagefilme in verschiedenen Sprachen aufzeichnen wird, in denen über COVID-19, über Ziel, Zweck und Wichtigkeit der Impfung informiert wird. Irlstorfer hofft so, dass sich mehr Ausländer als bisher für eine Verabreichung eines Vakzins entscheiden.

Irlstorfer von Impfunwilligen enttäuscht

Von denen, die das Thema COVID-19 ganz anders sehen und sich deshalb nicht impfen lassen wollen, sei er „enttäuscht“, habe dafür nur „großes Unverständnis“ übrig. Was er nicht mehr tun werde, ist lange Diskussion mit all denen führen, die in Corona „nur eine leichte Grippe“ sehen. Dennoch müsse man solchen Meinungen entschlossen entgegentreten und „dagegenhalten“ – und das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Irlstorfer forderte, „eine Allianz des Anstands zu bilden“.

Wenige Stunden vor Irlstorfer hatte auch bereits Landrat Helmut Petz alle Bürger dazu aufgerufen, sich impfen zu lassen. Andernfalls würden im Herbst neue Lockdowns drohen, zum Beispiel in Schulen.

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