Ein Mann arbeitet im Homeoffice.
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Aufgrund der Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen derzeit aus dem Homeoffice. Entsprechend rückläufig sind die Pendlerzahlen. (Symbolbild).

Neue Regionaldaten

Die Pandemie stoppt das Wachstum im Landkreis Freising - Kurzarbeit verhindert Massenarbeitslosigkeit

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Corona hat auch der Wachstumsregion München einen herben Dämpfer versetzt. Dennoch blicken die Experten des Planungsverbands optimistisch in die Zukunft.

Freising – Corona hat auch der Wachstumsregion München einen herben Dämpfer versetzt und damit einen 20 Jahre langen Trend umgekehrt. Das geht aus den Regionsdaten hervor, die der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München (PV) jährlich veröffentlicht. Das FT hat die wichtigsten Daten unter die Lupe genommen.

Nullrunde bei den Bevölkerungszahlen

Das Bevölkerungswachstum wurde durch die Pandemie vorerst gestoppt. Wie der PV mitteilt, hat die Regionsbevölkerung – Stand: September 2020 – im Vergleich zum Vorjahr nur um etwa 3500 Personen zugenommen. Das gleicht einer Nullrunde.

Wie der PV erläutert, ist das Bevölkerungswachstum in den vergangenen zehn Jahren vor allem auf Wanderungsüberschüsse aus dem Ausland zurückzuführen. Heißt: Die Einwohnerzahl stieg bis dato, weil „wirtschaftsgetrieben“ mehr Menschen aus dem Ausland in die Region ziehen als abwandern. Corona hat dies vorerst gestoppt. „Die Wanderungsverluste machen sich vor allem bei München bemerkbar, da viele Zuzügler zuerst in der Stadt ankommen, um hier zu studieren, eine Ausbildung zu absolvieren oder den neuen Job anzutreten“, erklärt der Planungsverband.

Kurzarbeit verhindert Massenarbeitslosigkeit

2019 arbeiteten rund 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (SVB) in der Region München – davon 602 000 im Umland. Spitzenreiter unter den Landkreisen ist der Landkreis München. Hier entstanden in den vergangenen zehn Jahren laut PV etwa 67 000 neue Arbeitsplätze (+ 38,2 Prozent).

Vor allem die Lockdowns im Frühjahr und Winter 2020 haben die wirtschaftliche Entwicklung in der Region München stark beeinflusst. Zwar lag die Zahl der Arbeitslosen nur unwesentlich höher als 2019. Das aber liegt an der üppig in Anspruch genommenen Kurzarbeit. Die Zahl der Kurzarbeiter lag im April und Mai bei über 250 000. Das sind etwa ein Sechstel aller SVB in der Region München. „Jedoch werden in der Arbeitslosen- und Kurzarbeiterstatistik nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erfasst“, betont der PV. Es sei zu vermuten, dass insbesondere marginal Beschäftigte, zum Beispiel 450- Euro-Jobber und Selbstständige 2020 ihre Arbeitsgrundlage verloren haben.

Die Experten machen dennoch Hoffnung. „Auf lange Sicht wird die Pandemie auf die Wirtschaftskraft und die Attraktivität der Region München für Arbeitnehmer, Auszubildende und Studenten keine Auswirkungen haben“, prognostiziert PV-Geschäftsführer Christian Breu. „Nach zwei Dellen 2020 und vermutlich auch noch 2021 wird sich die Wirtschaft schnell erholen, und damit werden auch die Menschen wieder verstärkt in die Region München ziehen.“

Pendlerzahlen gehen massiv zurück

Um knapp 270 000 Arbeitskräfte hat sich die Zahl der Pendler von 2009 bis 2019 erhöht. 2019 waren knapp über eine Million Menschen werktäglich unterwegs. Rund 80 Prozent davon pendelten innerhalb des Gebiets des Regionalverbands.

Ausgangs- und Reisebeschränkungen, Maskenpflicht und Homeoffice sowie geschlossene Einzelhandelsgeschäfte haben das Mobilitätsverhalten der Menschen 2020 aber stark verändert. Die Nutzung des ÖPNV ging stark zurück. Im April 2020 erreichten die Fahrgastzahlen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nur 27 Prozent vom Winterwert. Auch die Fahrgastzahlen der S-Bahn München gingen ab März 2020 mit bis zu 90 Prozent drastisch zurück.

Gut zu wissen: Zur Region München gehören die Landeshauptstadt sowie die acht umliegenden Landkreise Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landsberg, München und Starnberg. Von 2009 bis 2019 hat die Einwohnerzahl in der Region München um etwa 273 000 Einwohner zugelegt – auf 2,93 Millionen. Etwa die Hälfte davon, 1,44 Millionen, wohnt in den acht Landkreisen.

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