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Am Telefon abgezockt wurden ein Rentner und eine Familie aus dem L andkreis Freising.

Kriminalpolizei warnt

Täter wissen erschreckend viel: Gauner geben sich als Banker aus - und machen reiche Beute

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Falsche Banker haben im Landkreis Freising einen Rentner und eine Familie um viel Geld erleichtert. Die Trickbetrüger machen sich dabei auch Corona zunutze.

Freising – Sie rufen wildfremde Menschen an und geben sich als Bankangestellte aus: Mit dieser Masche haben Trickbetrüger schon reiche Beute gemacht. Im Landkreis Freising wurde etwa ein 70-jähriger Rentner um 4600 Euro betroffen. Eine weitere Familie erleichterten die Gauner um 5800 Euro.

Bei der Kriminalpolizei Erding gingen zuletzt mehrere Anzeigen ein. Wie die Ermittler berichten rufen die Täter bei den Geschädigten an, geben sich als Mitarbeiter einer Bank aus und behaupten, die persönlichen Daten der jeweiligen Kunden abgleichen zu müssen. Als Gründe hierfür werden beispielsweise ein Wechsel des Sachbearbeiters oder ein „Server-Umzug“ genannt.

Die Täter wissen erschreckend viel und machen sich Corona zunutze

Auffallend ist, dass die Täter viele persönliche Daten der Angerufenen, wie zum Beispiel Name und Geburtsdatum, aber auch Kontonummer oder andere Details zum Vertragsverhältnis mit deren Hausbank bereits kennen und sich diese im Laufe des Gesprächs bestätigen lassen. Durch die Nennung möglichst vieler personenbezogener Daten soll offensichtlich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden. Zudem wird auch damit argumentiert, dass ein persönlicher Termin aufgrund von derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen nicht erfolgen kann.

Geschickt erfragt der Täter die Daten, die ihm fehlen

Im Gesprächsverlauf erfragt der Täter dann geschickt die ihm noch fehlenden Daten, dies können zum Beispiel die letzten Ziffern des IBAN sein, oder er bittet um Übermittlung einer TAN zur Verifizierung. Während oder nach Beendigung des Gesprächs werden dann Überweisungen vom Konto des Geschädigten per Telefon- oder Onlineüberweisung veranlasst.

Die Täter agieren aus professionellen Callcentern im Ausland. Betroffen sein können Kunden aller Geldhäuser, deren Daten aus dem Internet abgefangen werden, berichtet die Kripo. Insbesondere im Darknet existiert ein florierender Handel mit personenbezogenen Daten aus unterschiedlichsten Quellen.

Wie sich Opfer Schützen können

Die Kripo rät dazu, grundsätzlich zu prüfen, bei wem und wofür jemand persönliche Daten angibt. Dies gilt sowohl für Bestellungen oder Registrierungen im Internet als auch an der Haustüre oder in der Fußgängerzone, wenn zum Beispiel für Gewinnspiele oder Abos geworben wird. Bankmitarbeiter fragen nie nach der kompletten PIN oder TAN. „Sollten Sie Zweifel an der Seriosität des Gesprächspartners haben, lassen Sie sich Namen und Telefonnummer geben, um zurückzurufen oder legen Sie vorsichtshalber auf“, empfehlen die Experten. „Überprüfen Sie vor dem Rückruf die Telefonnummer, zum Beispiel auf der Internetseite der Bank, über die Auskunft oder im Telefonbuch.“

Wichtig ist laut Kripo auch, die Sicherheitssoftware stets auf einem aktuellen Stand zu halten und sich regelmäßig über bestehende Gefahren zu informieren.

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