Corona-Impfstoff wird verimpft
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Die Impfaktion im Landkreis Freising läuft reibungslos. Trotzdem hinkt man in der Impfquote etwas hinterher.

Wurde weniger Impfstoff geliefert als an die Nachbarn?

Ärgerlich: Landkreis Freising hinkt in der Impfquote hinterher

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Wurde bisher zu wenig Impfstoff in den Kreis Freising geliefert? Zumindest liegen die Nachbarlandkreise bei der Impfquote vorn.

Landkreis – Mit Sorge wird im Landkreis die hohe Inzidenz verfolgt, die über den Werten der umliegenden Landkreise liegt – am Freitag wieder über 200. Landrat Helmut Petz appelliert indes an die Bürger, sich streng an die Coronaregelungen zu halten (Seite 4). Gleichzeitig hinkt der Landkreis bei der Quote der Erstgeimpften im Bayern-Vergleich hinterher. Auch die Nachbarlandkreise liegen hier zum Teil deutlich vorn.

24 785 Menschen haben bisher im Landkreis bis Mitte der Woche ihre Erstimpfung erhalten (Stand 14. April) – bei 180 007 Einwohnern entspricht das einer Impfquote von 13,8 Prozent. Bayernweit wurden aber zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 17,1 Prozent erstgeimpft. „Das könnte dran liegen, dass die Grenzlandkreise im Osten, die zum Teil sehr viel mehr Impfstoff erhalten haben, den Bayernschnitt angehoben haben“, lautet ein Erklärungsversuch aus dem Landratsamt Freising. Pressesprecher Robert Stangl stellt aber klar: „Wir haben alles verimpft, was geliefert wurde. Lagerbestände gibt es nicht.“

Jede einzelne Dose wurde bisher verimpft

An der Organisation der Impfaktion im Landkreis Freising liege die geringere Quote also keinesfalls, sondern allenfalls an der Menge des gelieferten Impfstoffs. Stangl: „Das waren in den vergangenen Wochen jeweils etwa 3500 Dosen.“ Für nächste Woche sind nun knapp 5000 Dosen angekündigt – alles Biontech, mit Ausnahme von etwa 600 Dosen des Herstellers AstraZeneca. Da dieser Impfstoff nicht mehr im Zentrum in der Stein-Kaserne verimpft wird, gehen die 600 Dosen an die Hausärzte, seit deren Beteiligung die Impfaktion deutlich an Fahrt aufgenommen hat, wie Stangl betont. Das Impfzentrum in Freising ist an sieben Tagen in der Woche von 7.30 Uhr bis 20 Uhr in Betrieb – das neue Impfzentrum in Au von Montag bis Freitag.

Erding freut sich: Der Landkreis liegt vorn

Wo liegt Freising nun bei der Erstimpfquote im Vergleich zu den Nachbarn? Erding meldete Mitte der Woche eine Quote von 17,4 Prozent „und ist an mehreren Nachbarlandkreisen vorbeigezogen“, wie Landratsamt-Sprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer erfreut feststellt. Das Landratsamt Dachau berichtete bereits Anfang der Woche von einer Impfquote von 17,2 Prozent. Inzwischen sei aber sehr viel geimpft worden, hieß es aus der Pressestelle. Und am 18. April gebe es einen Sonder-Impftag, der die Quote nochmal ansteigen lassen werde. Auch Ebersberg liegt vor Freising. Am Dienstag waren 16,4 Prozent der dortigen Bürger erstgeimpft.

Immerhin: 10 719 Bürger im Kreis Freising sind bereits zum zweiten Mal geimpft – da liegt man mit knapp sechs Prozent nur um 0,2 Punkte hinter dem Bayern-Durchschnitt von 6,2. Erding meldet eine Quote von 6,1.

Hoffen, dass der Nachschub nicht ausbleibt

In den Freisinger Impfzentren hofft man nun, dass es in den nächsten Wochen bei Lieferungen von annähernd 5000 Dosen bleibt. Rein rechnerisch hätte dann bis Anfang August die Hälfte der Landkreisbürger eine Erstimpfung erhalten. Wegen der fälligen Zweitimpfungen würde sich dieser Zeitpunkt aber deutlich nach hinten verlagern – es sei denn, es gibt noch mehr Impfstoff.

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