Frau mit Einkaufstüten
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Gehen die Lockerungen bald wieder flöten? Im Landkreis Freising ist der Inzidenzwert nur noch knapp unter 100 - Tendenz steigend. (Symbolbild).

Notbremse würde am Montag greifen

Corona in Freising: Inzidenz klettert auf 121,1 - Konsequenzen drohen

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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  • Wolfgang Schnetz
    Wolfgang Schnetz
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Der Inzidenzwert für den Landkreis Freising ist am Wochenende deutlich über 100 geklettert. Konsequenzen drohen.

  • Der 7-Tage-Inzidenzwert im Landkreis Freising hat am Samstag, 20. März, die 100er-Marke überschritten
  • Am Montag würde die Notbremse greifen, wenn der Wert nicht unter 100 sinkt.
  • Das hätte Auswirkungen auf Kontakte und Einzelhandel.

Corona-Zahlen in Freising: Wert klettert über 100

Update, 21. März, 14.34 Uhr: Einen weiteren Corona-Todesfall hat es am Wochenende im Landkreis Freising gegeben. Das vermeldet das Robert-Koch-Institut ebenso wie 67 Corona-Neuinfektionen binnen 48 Stunden. Die 7-Tages-Inzidenz ist im Landkreis Freising damit auf 121,1 gestiegen. Schulen und Kitas haben in der letzten Woche vor den Osterferien dennoch geöffnet. Denn für diese Entscheidung war der Freitagswert maßgeblich, der exakt bei 100,0 lag – und damit nicht über 100. Hier gilt die Notbremse nicht.

Anders sieht es für den Einzelhandel und Kontaktbestimmungen aus. Sollte die Inzidenz drei Tage lang über 100 liegen, kommt es hier zwei Tage später zu Änderungen. Sollte die Inzidenz also am heutigen Montag über 100 sein, ist ab Mittwoch mit neuen Einschränkungen zu rechnen.

Update, 19. März, 10.33 Uhr: Ja was denn nun? Nachdem gestern das RKI-Dashboard lange gar nichts anzeigt, meldet es heute für Freising einen Inzidenzwert von genau 100,0. Das Landratsamt Freising dagegen berechnet den schönen Wert 99,996. Heißt: Nach der Lesart des Landratsamts hat Freising nicht den Wert 100 überschritten. Schulen und Kindergärten bleiben also kommende Woche erstmal geöffnet. Das bestätigt die Behörde aktuell gegenüber unserer Redaktion.

Corona in Freising: Zahlen schnellen am Donnerstag plötzlich nach oben

Ursprünglicher Artikel, 18. März, 18.50 Uhr: Landkreis – Zuerst gab es am kompletten Donnerstag technische Schwierigkeiten bei der Veröffentlichung der Coronazahlen durch das Robert-Koch-Instituts. Auch das Landratsamt Freising wartete bis zum späten Nachmittag vergeblich auf die Aktualisierung der Coronazahlen. Dann machte sich die Landratsamtspressesprecherin Eva Zimmerhof auf Spurensuche für aussagekräftige Zahlen, bekam Kontakt zum RKI – und wurde böse überrascht: Der 7-Tage-Inzidenzwert, den sie später dann auf die Landkreis-Homepage einstellte, machte einen Satz von 68,3 am Mittwoch auf 92,8 am Donnerstag.

Eva Zimmerhof stand vor einem Rätsel: „Wir haben keinen ausdrücklichen Punkt im Landkreis, in dem es zu einem sprunghaften Anstieg von Krankheitsfällen gekommen wäre.“ Auch die täglichen Corona-Gemeindezahlen ließen keinen Schluss auf einen großen Anstieg im Landkreis zu. Fakt hingegen sei: „In der Region gibt es weiterhin ein diffuses Geschehen.“ Und so präsentiert sich im Übrigen in ganz Bayern die Lage.

Corona: „Von einer stabilen Lage kann nicht mehr ausgegangen werden“

Passend dazu gab es eine Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP). Dieses hatte am Donnerstag die Kreisverwaltungsbehörden darüber informiert, „dass aufgrund des landesweiten besorgniserregenden Anstiegs der Infektionen bayernweit nicht mehr von einer stabilen Lage ausgegangen werden kann“. Es sei zu erwarten, dass die 7-Tage-Inzidenz in Bayern in den nächsten Tagen 100 übersteigt.

Noch liegt der Inzidenzwert im Landkreis Freising unter 100. Doch schon bald könnte das, was jetzt noch möglich ist, wieder einkassiert werden.

Zudem sind weitere Lockerungen landesweit ausgesetzt, teilte das Ministerium mit. Letzteres trifft die Kreisbehörde hart: Wie andere Kreise, die seit Wochen mehr oder minder stabile niedrige Inzidenzwerte hatten, wollte sich auch das Landratsamt Freising weitere Lockerungen (Außengastronomie, Theater, Kino, kontaktfreier Sport im Innenbereich) genehmigen lassen. Sprecherin Eva Zimmerhof: „Das ist aber jetzt nicht mehr möglich.“ Im Gegenteil: Wenn die Inzidenz weiter steigt, wird es weitere Einschränkungen geben.

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