Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer
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Die Arztpraxen im Landkreis Freising steigen jetzt in den Impfprozess mit ein.

Impfzentrum erhält Unterstützung

Jetzt impfen auch die Praxen im Landkreis Freising - Ärztesprecher hat zwei Botschaften für Impfwillige

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Das Impfzentrum in Freising bekommt Unterstützung: Jetzt impfen auch die Praxen gegen Corona. Der Ärztesprecher hat zwei Botschaften für alle Impfwilligen.

  • Seit Montag, 29. März, impfen auch die Arztpraxen im Landkreis Freising gegen Corona.
  • Chef des Impfzentrums begrüßt die Entwicklung: „Genau das, was wir brauchen“
  • Ärztesprecher rechnet damit, dass Impfquote mit Hilfe der Ärzte fast verdoppelt werden kann.

Der viel beschworene Impfzug fährt im Landkreis Freising jetzt zweigleisig. Drei Monate, nachdem am Impfzentrum in der Stein-Kaserne der Startschuss gefallen ist, verabreichen nun auch Ärzte Vakzine gegen Covid-19 – und das schon eine Woche vor dem von der Bundespolitik anvisierten Termin.

„Die ersten Corona-Impfungen sind vollbracht“, sagte Ärztesprecher Georg Miedl dem FT auf Nachfrage. „Der Landkreis Freising gehört damit zu den ersten überhaupt, bei denen die Praxen mitimpfen.“ Die Ärzte hatten am Montag die Möglichkeit, 1200 Dosen an überschüssigem Vakzin beim Impfzentrum abzuholen. Ab kommender Woche sollen die rund 50 Praxen, die sich zum Impfen bereit erklärt haben, regulär von den Apotheken versorgt werden.

Hausärzte schließen beträchtliche Lücke

Mit dem Einstieg der Hausärzte in den Impfprozess wird nun auch eine beträchtliche Lücke geschlossen. Denn pflegebedürftige Menschen über 80 Jahre, die vom Impfzentrum aus logistischen Gründen bisher nicht berücksichtigt werden konnten, können nun über die Ärzte mit dem lebensrettenden Vakzin versorgt werden. Miedl selbst hat schon erste Hausbesuche vorgenommen.

„Eine sehr gute Nachricht“, nannte Albert Söhl, Kreisgeschäftsführer des BRK, das das Impfzentrum gemeinsam mit den Johannitern betreibt, den Impfeinstieg der Ärzte. „Das ist genau das, was wir brauchen, um an die maximalen Kapazitäten heranzukommen.“ In der Steinkaserne werden inzwischen bis zu 450 Impfungen pro Tag vorgenommen. Miedl rechnet damit, dass die Praxen etwa 20 bis 50 Impfungen pro Woche leisten können. „Die nächsten zwei, drei Wochen geht es für die Praxen darum, Routine zu bekommen“, sagte Miedl. „Wenn alle eingespielt sind, können wir die bisherige Quote nahezu verdoppeln.“

Wichtige Botschaften für Impfwillige

Zwei wichtige Botschaften hat Miedl für alle Impfwilligen. Erstens: Nach wie vor gilt, dass sich jeder, egal ob er letztendlich im Impfzentrum oder beim Hausarzt ein Vakzin erhält, online beim Impfportal anmeldet. „Das ist wichtig, damit uns keiner durchrutscht.“

Und zweitens: Auch die Ärzte sind dazu verpflichtet, sich an die von der Politik vorgegebene Priorisierung zu halten. Dementsprechend kategorisieren die Hausärzte ihren Patientenstamm. „Wir gehen aktiv auf unsere Patienten zu“, betonte Miedl. Wenn jemand bereits einen Impftermin habe, komme der nächste in der Rangfolge dran. Sei ein Patient noch ungeimpft, werde er in die Praxis bestellt und könne sich anschließend aus dem Impfportal abmelden. Dann läuft derjenige über den Hausarzt weiter. Miedl ergänzte: „Wir haben auch alle im Auge, die besonders gefährdet sind, aber eventuell durch das Priorisierungsraster fallen.“

Auch Ostern ist das Impfzentrum in Betrieb

Während jede Praxis selbst entscheiden muss, wie sie Impfungen am besten in ihren Alltagsbetrieb integriert, wird am Impfzentrum weiterhin täglich geimpft – auch an Ostern. Lediglich an Karfreitag gibt es eine kurze Impfpause. „Das liegt daran, dass wir den derzeit vorhandenen Impfstoff bis Donnerstagabend verimpft haben, und die nächste Lieferung erst am Freitagnachmittag kommt“, erklärte Söhl. Die Freitagslieferung werde dann an Karsamstag, Ostersonntag und Ostermontag verabreicht, ehe am Dienstag ein weiterer Schwung kommt. Miedl: „Die Entwicklung kann sich sehen lassen.“

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