Eine Photovoltaikanlage unter blauem Himmel
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Photovoltaik ist ein wichtiger Schlüssel zur Energiewende.

Bemühungen müssen deutlich intensiviert werden

Energiewende droht zu scheitern: Landkreis organisiert Klimakonferenz

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Bis 2035 will der Landkreis Freising die Energiewende schaffen. Doch dazu muss er deutlich an Tempo zulegen. Eine Klimakonferenz soll zum Kickstart werden.

Freising – Vor 14 Jahren hat der Freisinger Kreistag die Energiewende bis zum Jahr 2035 beschlossen. 14 Jahre hat man noch Zeit, um den gesamten Energiesektor von Strom über Heizen bis zum Verkehr auf regenerative Energien umzustellen. Halbzeit also. Und deshalb soll im Herbst 2021 (oder, wenn es pandemiebedingt heuer nicht möglich ist, im Jahr 2022) eine Klimakonferenz einberufen, um den Status quo festzustellen und den Weg für die kommenden 14 Jahre vorzugeben. Einen entsprechenden Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat nach dem Planungsausschuss jetzt auch der Kreisausschuss einstimmig beschlossen.

Wie notwendig solch eine Klimakonferenz ist, um das angestrebte Ziel noch zu erreichen, ging aus der Antragsbegründung hervor, die den Kreisräten vorgelegt wurde: Zwar seien schon zahlreiche Maßnahmen angestoßen und umgesetzt worden (ein Klimaschutzbündnis wurde gegründet, zwei Windräder errichtet, Landkreisliegenschaften mit Photovoltaikanlagen ausgestattet und der ÖPNV ausgeweitet), aber würde man in dieser Geschwindigkeit weiter vorangehen, verfehle man bis 2035 das Ziel der Umstellung auf regenerative Energien „bei Weitem“. Geradezu alarmierend war die Aussage, man müsse den Umbau in den kommenden 14 Jahren sieben Mal so schnell anpacken als bisher, um die Energiewende doch noch zu schaffen.

Bei der Klimakonferenz sollen weitere Maßnahmen erarbeitet werden

Die Idee der Grünen: eine Klimakonferenz, in der eine Bilanz der ersten 14 Jahre gezogen und Maßnahmen zur Durchsetzbarkeit des Energiewendebeschlusses erarbeitet werden sollen. Dazu sollen alle relevanten Akteure aus Verbänden, Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingeladen werden.

Landrat Helmut Petz möchte „Kassensturz machen“.

Die Verwaltung des Landkreises befürwortet solch eine Klimakonferenz, bei der man, so Landrat Helmut Petz, „Kassensturz machen“ müsse. Petz selbst hatte bereits in einer Bürgermeisterdienstbesprechung den Gemeindechefs ins Gewissen geredet und betont, man müsse größere Anstrengungen unternehmen, wenn man sich nicht jetzt schon von den Zielen des Beschlusses aus dem Jahr 2007 verabschieden wolle. Widerspruch oder Widerstand gegen den Antrag der Grünen regte sich im Kreisausschuss nicht, die Einberufung einer solchen Klimakonferenz wurde einstimmig befürwortet.

Eine Gegenstimme (die von Franz Scholz, AfD) gab es allerdings zu dem Antrag der Grünen, am Landratsamt eine zusätzliche Vollzeitstelle für die Energieberatung zu schaffen. Für 2022 wird eine solche Stelle im Haushalt beantragt.

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