Impfungen
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Landratsamt und BRK lassen sich immer neue Aktionen gegen die Impfmüdigkeit einfallen.

„Das Virus sucht sich die Immunschwächsten, also die Nichtgeimpften“

Neue Hotline ist bei den „Falschen“ der Hit, aber weitere Aktionen gegen Impfmüdigkeit folgen

  • Manuel Eser
    VonManuel Eser
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Mit einer Hotline ins Impfzentrum sollten Bürger für Erstimpfungen gewonnen werden. Doch der direkte Draht sorgt für Frust. Neue Aktionen sollen mehr bringen.

  • Im Landkreis Freising grassiert die Impfmüdigkeit: Kaum noch jemand meldet sich an, um eine Erstimpfung gegen Corona vorzunehmen.
  • Eine direkte Hotline ins Impfzentrum Freising war bisher eher kontraproduktiv.
  • Aktion mit Johnson & Johnson entwickelt sich dafür zum kleinen Hit.
  • Landratsamt hat weitere Sonderaktionen geplant.

Freising – Er hatte sich von der Hotline einiges versprochen: Mit dem direkten telefonischen Draht zum Impfzentrum wollte Albert Söhl, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, vor allem Menschen für eine Erstimpfung gewinnen. Doch stattdessen herrscht Frust. „Von denen, die wir erreichen wollten, kommt nicht so arg viel“, berichtete Söhl auf FT-Nachfrage.

Seit vergangenen Donnerstag ist die Leitung freigeschaltet, seitdem klingelt zwar das Telefon ununterbrochen, aber nur eine Handvoll Personen haben sich für eine Erstimpfung angemeldet. „Vor allem rufen Leute an, die sich bezüglich der Impfstoffe beraten lassen oder Termine nach vorne verlegen wollen – sogar, wenn es nur um vier Tage geht.“

Söhl: „Dafür ist die Nummer nicht gedacht.“

Er habe Verständnis für die Sorgen der Menschen, betonte Söhl. Man sei aber kein Ventil für Frustrierte oder Ansprechpartner für medizinische Beratungen. „Dafür ist die Nummer auch nicht gedacht.

Albert Söhl (BRK): „Das Virus sucht sich die Immunschwächsten, also die Nichtgeimpften“

Hintergrund der Hotline: Die Impfquote im Landkreis Freising ist derzeit noch weit weg von dem Prozentsatz, der laut RKI notwendig wäre, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen. Zwar steht inzwischen reichlich Vakzin zur Verfügung, doch auch im Landkreis Freising grassiert die Impfmüdigkeit.

Sonderaktion mit Johnson & Johnson ist kleiner Hit

Übers Wochenende haben sich etwa nur 80 bis 100 Menschen über das Portal neu angemeldet. „Das ist dürftig“, sagt Söhl. „Die Inzidenz klettert wieder, und das wird nicht aufhören, bis wieder der kritische Punkt erreicht ist.“ Denn der Virus suche sich nun mal die Immunschwächsten, und das seien jetzt inzwischen die Nichtgeimpften.

Positive Nachricht: Die Sonderaktion, bei der am 19. Juli Johnson & Johnson verimpft werden soll, trifft einen Nerv. Bislang haben sich zirka 160 Personen über 18 Jahre per E-Mail angemeldet. Söhl erklärt sich die gute Resonanz damit, dass hier eine Spritze für den Corona-Schutz ausreicht.

Zweiter Termin richtet sich an Urlauber und Studierende

Daher soll am 30. Juli noch eine Sonderaktion mit Johnson & Johnson stattfinden. Dann hofft Söhl, Studierende und Schüler zu erreichen, die derzeit Prüfungen haben und sich – im Hinblick auf Impfreaktionen – erst danach die Spritze geben lassen wollen. Auch Urlauber will man im Landratsamt auf diese Weise locken. Anmeldung erfolgt per E-Mail an johnson@kvfreising.brk.de. Angegeben werden müssen Name, Geburtsdatum, Handynummer bzw. gut erreichbarer Telefonnummer und bevorzugter Termin (19. oder 30. Juli). 

Zudem findet am 24./25. Juli erstmals eine Impfaktion für die 12- bis 16-Jährigen statt. Insgesamt können bei dieser Aktion im Freisinger Impfzentrum 640 Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden. E-Mail an impfung12bis15@kvfreising.brk.de.

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