Schülerinnen und Schüler nehmen mit Mund- und Nasenschutz am Unterricht teil.
+
Für lern- und leistungsschwache Schüler gibt es ab Herbst in der Mittelschule Lerchenfeld ein tolles Angebot. (Symbolbild)

Rückenwind für neues Angebot

Begehrtes Pilotprojekt: Praxisklasse für lernschwache Jugendliche erhält mehr Resonanz als gedacht

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
    schließen

Es ist ein Sprungbrett für lernschwache Jugendliche in eine berufliche Ausbildung. Ab Herbst gibt es im Landkreis eine Praxisklasse. Die Resonanz ist enorm.

Die Mittelschule Lerchenfeld bietet ab Herbst erstmals eine sogenannte Praxisklasse an, ein Pilotprojekt im Landkreis Freising. Und schon jetzt wollen mehr Schülerinnen und Schüler diese Chance ergreifen als erwartet.

„Nach der Berichterstattung im Freisinger Tagblatt hatten wir eine tolle Resonanz“, berichtet Schulleiter Thomas Nistler. „Wir mussten jetzt schon eine Warteliste anlegen.“ Dabei hat Nistler die Anzahl an Teilnehmenden ohnehin schon aufgestockt. Ursprünglich hatte es geheißen, dass maximal 16 Jugendliche die Klasse besuchen können. Jetzt sind es bereits 20 geworden.

Sprungbrett für Jugendliche, denen Perspektiven fehlen

Das Angebot richtet sich an lern- und leistungsschwache Schüler, die keine Aussicht darauf haben, einen erfolgreichen Mittelschulabschluss zu erzielen. Wie der Name der Klasse schon sagt, besteht der Unterricht zu großen Teilen aus Praxiskomponenten. Zudem können sich die Schülerinnen und Schüler in einer Reihe von Praktika unter Beweis stellen. Nicht geeignet ist das Angebot allerdings für Jugendliche mit großen sozialemotionalen Verhaltensauffälligkeiten, mit massiver Verweigerungshaltung oder mit Drogen- beziehungsweise Alkoholproblemen.

Thomas Nistler, Rektor der Mittelschule Lerchenfeld: „Jetzt haben wir eine richtig gute Mischung.“

Nistler hat es sich bei der Auswahl nicht leicht gemacht. Alle Bewerberinnen und Bewerber wurden mit Eltern zum Vorstellungsgespräch eingeladen – in Zeiten der Pandemie kein selbstverständliches Angebot. Mit dabei waren neben dem Lehrer der Praxisklasse auch die Sozialpädagogin, die die Jugendlichen begleitet und vom Landkreis für die Aufgabe extra eingestellt wurde. „Jetzt haben wir eine richtig gute Mischung“, bilanziert Nistler zufrieden.

Praxisklassen: Rund 70 Prozent schaffen auf diesem Weg den Abschluss

Zehn Mädchen und zehn Jungs gehören der Klasse an. Sie leben nicht nur in der Stadt Freising, sondern kommen von überallher aus dem Landkreis – von Hallbergmoos bis Zolling. Die Erfolgsquote der Praxisklassen ist hoch. Rund 70 Prozent der Absolventinnen und Absolventen schaffen im Anschluss den Sprung zu einer weiterführenden beruflichen Maßnahme. „Alle, die einen guten Willen mitbringen und sich anstrengen, bekommen den Abschluss auch“, betont Nistler „Und der ist genauso viel wert wie das Bestehen der neunten Klasse.“

Handwerk freut sich auf Azubis aus den Praxisklassen

Mit dem Handwerk steht der Mittelschule auch ein kooperativer Partner zur Seite. „Unsere Türen stehen offen“, betonte Kreishandwerksmeister Martin Reiter gegenüber dem FT. „Die Jugendlichen können bei uns alles werden.“

Lesen Sie auch:

Erneut kam es in der Baustelle auf der A92 zwischen Moosburg und Landshut zu einem Unfall, diesmal mit Verletzten. Die Einsatzkräfte stehen vor einem Rätsel.

Zu einem handfesten Streit zwischen zwei jugendlichen Gruppen ist es am Freitag am Moosburger Aquapark gekommen. Dabei wurde nicht nur mit Füßen getreten, sondern auch mit einer Bierflasche zugeschlagen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare