Eine Lehrerin mit FFP2-Maske unterrichtet in einer ersten Klasse an einer Grundschule mit Wechselunterricht.
+
Schulen und Kitas im Landkreis Freising können in der Woche vor Ostern offen bleiben. (Symbolfoto)

Inzidenz 100 zwar erreicht, aber nicht überschritten

Die Dezimale hinter dem Komma entscheidet: Schulen und Kitas bleiben offen

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
    schließen

Knapper hätte es nicht sein können: Schulen und Kitas im Landkreis Freising bleiben vorerst offen. Zittern muss der Einzelhandel.

Freising – Schulen und Kitas im Landkreis Freising bleiben auch in der Woche vor den Osterferien geöffnet – nach den selben Regularien, die bisher gegolten haben. Allerdings fiel diese Entscheidung denkbar knapp: Nur eine Dezimale hinter dem Komma beim Inzidenzwert mehr – und die Kinder wären wieder im Lockdown gewesen.

Am Freitag lag die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis laut RKI bei 100,0. Laut aktueller Infektionsschutzverordnung gelten strengere Regelungen, wenn der Wert die Marke 100 überschreitet. „Im Landkreis Freising ist dieser mit 100,0 zwar erreicht, aber nicht überschritten“, teilte Pressesprecher Robert Stangl mit. Das heißt: In der Woche von Montag, 22., bis Sonntag, 28. März, gilt Präsenzunterricht in allen Schularten und Klassen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann, sonst Wechselunterricht. Letzteres ist im Landkreis die Norm.

Rund 25.000 Selbsttests für Personal eingetroffen

„Auf dem Schulgelände, in der Mittagsbetreuung und in allen Angeboten der Notbetreuung besteht Maskenpflicht, betont Stangl. Lehrkräfte sind zudem verpflichtet, eine medizinische Gesichtsmaske zu tragen im Rahmen der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen. Die gelten auch für den Lehr- und Studienbetrieb am Staatsinstitut für die Ausbildung von Fachlehrern und am Staatsinstitut für die Ausbildung von Förderlehrern.

Der Betrieb von Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierten Spielgruppen findet – wie zuletzt auch – im eingeschränkten Regelbetrieb statt. Das heißt: Die Betreuung muss in festen Gruppen erfolgen. Die „Notbremse“ gilt nicht für Schulen und Kindertagesstätten. „Entscheidend ist hier die 7-Tage-Inzidenz jeweils am Freitag vorher.

Eine weitere gute Nachricht für Schulen: Rund 25 000 Selbsttests für das Personal an Schulen und Kindertageseinrichtungen hat das Landratsamt erhalten. Diese wurden bereits zusammen mit Schutzmasken vom Technischen Hilfswerk Freising ausgeliefert. Eine weitere große Lieferung, unter anderem auch Selbsttests für Schülerinnen und Schüler, ist angekündigt.

Einzelhandel muss wieder zittern

Während die Notbremse in Kitas und Schulen nicht greift, sieht es bei den sonstigen Öffnungsschritten –- betreffend unter anderem Kontaktbeschränkungen und Einzelhandel – anders aus. „Wird ein Schwellenwert der 7-Tage-Inzidenz – in dem Fall 100 – an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, dann gelten die für den neuen Inzidenzbereich maßgeblichen Regelungen ab dem zweiten Tag darauf“, teilt Stangl mit.

Sollte die Inzidenz also beispielsweise am Samstag und den beiden folgenden Tagen über 100 liegen, greift am darauffolgenden Mittwoch die „Notbremse“. Handels- und Dienstleistungsunternehmen, deren Betrieb nicht an eine Inzidenz gekoppelt ist, zum Beispiel Lebensmittelhandel, Lieferdienste, Baumärkte und Blumenfachgeschäfte, dürfen auch nach Inkrafttreten der „Notbremse“ geöffnet bleiben.

Lesen Sie auch:

Der Landkreis Freising wird ab kommender Woche wieder mit Astrazeneca impfen. Ärztesprecher und BRK-Chef erklären, warum die Entscheidung für sie richtig ist.

Özlem Kaplan (37) hat Angst davor, bald mit ihrer Tochter Melissa (18) und ihrem Sohn Omut (1) auf der Straße zu stehen. Deshalb hat sie nur einen Wunsch: „Ein Dach über dem Kopf.“

Reinigungen hatten auch während des Lockdowns auf. Für die Betriebe war das eher ein Nachteil.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare