3 Jahre Haft

Betrüger nutzt verliebte Frauen schamlos aus 

Landkreis/Landshut - Ein 49-Jähriger hat immer wieder Frauen um den Finger gewickelt und auf ihre Kosten ein luxuriöses Leben geführt. Nun wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt.

Seit den 90er Jahren hat der gelernte Koch, der damals in der Versicherungsbranche tätig war und auch als Anlageberater auftrat, wegen Vermögensdelikten wie Untreue und Betrug nach 17 Verurteilungen schon Jahre hinter Gitter verbracht. So wurde er etwa 2003 in Berlin wegen 45 Anlagebetrügereien mit einem Schaden von einer halben Million Euro zu drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Allerdings tauchte er danach im Raum Freising unter, wo er sich recht feudal einrichtete, als „Anlageberater“ betätigte und einem Handwerker rund 85.000 Euro für eine angeblich lohnende Investition aus der Tasche zog. Vom Amtsgericht Landshut wurde er 2005 zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt – insgesamt hatte er also sechs Jahre zu verbüßen. 

Noch während seiner Berliner Haftzeit und dann nach seiner Entlassung setzte seine Betrüger-Karriere eiskalt fort. So etwa, als er im April 2011 noch aus der Haft heraus einer Nandlstädterin ein Darlehen von 20 000 Euro abschwatzte. Zudem verkaufte sie ihm nach der Haft ein Auto, ohne je einen Cent dafür zu sehen. Nicht zuletzt gewann ihr der Koch Geldbeträge im vierstelligen Bereich, etwa 5000 Euro, ab und überredete sie, Verträge für ein Handy und einen iPod abzuschließen. 

Lebenspartnerin aus Nandlstadt abgezockt

Ein weiteres Opfer war eine Verkäuferin aus Freising, mit der er nach seiner Haftentlassung in einer Beziehung lebte. Ihr schwatzte er ein Darlehen von 16.000 Euro ab. Zudem überredete er auch sie, für ihn mehrere Handyverträge abzuschließen, weil er wegen eines Schufa-Eintrags „gesperrt“ sei. Zudem erschwindelte er sich drei Handys (1800 Euro). 

Vor der 2. Strafkammer bestritt der 49-Jährige die Vorwürfe weitgehend. Die Nandlstädterin sei in erster Linie mit seiner Mutter befreundet gewesen, hätte damals jedoch auch auf ihn ein Auge geworfen. Von jenem 20.000 Euro-Kredit sei die Hälfte an seine Mutter gegangen, den Rest habe die Nandlstädterin für sich behalten. Die Freisinger Verkäuferin habe ihm Geld angeboten, „damit ich beruflich wieder Fuß fassen kann“. Von ihr habe er rund 5000 Euro erhalten – nicht mehr. „Sie wollte mich heiraten“, so der Koch. 

Späte Einsicht beim Opfer: "Liebe macht halt blind"

Sie habe gewusst, dass der Koch in Berlin in Haft sitze, und ihn dort öfter besucht, bestätigte die Nandlstädterin. Da habe er etwas von einer Firma mit 400 Mitarbeitern, die er betrieben habe, erzählt und zudem, dass er im Gefängnis erpresst werde. Da habe sie sich zur Kreditaufnahme überreden lassen. Auch die Verkäuferin hatte der 49-Jährige eingelullt: Sie sei mit ihm während seiner Haft übers Internet in Kontakt gekommen – und schon nach wenigen Monaten habe er sie um den Kredit gebeten, „um sein Leben neu zu gestalten“. Die Raten, so habe er ihr versichert, bestreite er aus seinem Einkommen aus einem Immobilienhandel. „Und ich habe ihm alles geglaubt. Liebe macht halt blind“, sagte die Verkäuferin. 

Für elf Fälle des gewerbsmäßigen Betrugs gab es nun eine dreijährige Haftstrafe. Die Opfer seien leichtgläubig gewesen, so der Richter. Das ändere jedoch nichts daran, dass sie der 49-Jährige schamlos hinters Licht geführt habe.

Rubriklistenbild: © dpa

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