Geflügelpest

Landratsamt in Habachtstellung: Die Vogelgrippe-Gefahr lauert am Fluss

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Freising – Die Vogelgrippe hat Oberbayern erreicht. Nachdem der aggressive Erreger H5N8 in den Landkreisen Starnberg und Lindau bei acht Wildvögeln nachgewiesen wurde, ist man auch im Landratsamt Freising in Habacht-Stellung.

Zwar gibt es bisher noch keinen Fall von Geflügelpest im Landkreis, aber die Behörde weiß, was im Fall des Falles auf sie zukommt. Eva Dörpinghaus, Sprecherin des Landratsamtes, berichtete dem FT, dass der Zentrale Krisenstab Tierseuchen im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ein bundesweit einheitliches Vorgehen zum Schutz vor der Seuche beschlossen hat. Anhand regionaler Risikoprofile sollen die Länder dort Stallpflicht für Geflügel anordnen, wo die Gefahr einer Ansteckung mit dem H5N8-Virus besonders hoch ist.

„Im Landkreis Freising würde dies insbesondere für Betriebe zutreffen, die sich in der Nähe von Feuchtgebieten und Rastgebieten von Zug- und Wildvögeln befinden“, erläutert Dörpinghaus. Risikogebiete liegen demnach entlang der Amper und der Isar, im Freisinger Moos und am Ausgleichsweiher bei Uppenborn (Moosburg). Im Landkreis gibt es zirka 900 Geflügelhalter mit rund 120 000 Tieren, teilt Dörpinghaus mit. Aber: „Bisher haben wir von den vorgesetzten Behörden keine Nachricht über durchzuführende Maßnahmen erhalten.“

Erinnerungen an das Frühjahr 2006 werden trotzdem wach. Damals galt im Landkreis Freising die Aufstallpflicht für Geflügel. „Viele tote Wildvögel wurden damals von unserem Veterinäramt zur Untersuchung beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim abgegeben“, erinnert sich Dörpinghaus. Allerdings war keiner mit dem damals grassierenden H5N1-Virus infiziert.

Durch Fälle der Geflügelpest in der Wildtier-Population steigt die Gefahr, dass auch Nutztiere angesteckt werden. In betroffenen Beständen kommt es dann zu erhöhten Todesfällen. Bei Nachweis des Erregers muss die Beseitigung des Geflügels angeordnet werden, wie es gerade erst in einem Hühnerbetrieb in Schleswig-Holstein der Fall war. Dort wurden alle 30 000 Tiere getötet.

Rubriklistenbild: © picture alliance

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