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„Ich freue mich, ein weiteres Mal ins Rennen zu gehen“: Birgit Mooser-Niefanger (FSM) – hier mit Hundedame Lina-Schlawina an der Isar – kandidierte bereits vor sechs Jahren für das Amt des Landrats. 

Kommunalwahl 2020

Landratskandidatin Birgit Mooser-Niefanger (FSM) will vor allem in Bildung investieren

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Birgit Mooser-Niefanger (FSM) will der Freisinger Landrätin werden. Im Interview spricht sie über ihre Vorhaben und darüber, was sie am Landkreis stört.

Freising – „Wenn ich etwas mache, dann gescheit“ sagt Birgit Mooser-Niefanger (FSM). Im FT-Interview berichtet sie, warum sie zum zweiten Mal für das Amt des Landrats kandidiert, und wo sie die größten Brennpunkte im Landkreis sieht.

Frau Mooser-Niefanger, in wenigen Wochen ist Landratswahl. Wie fühlen Sie sich?

Sehr gut. Für mich ist es ja die zweite Kandidatur. Ich freue mich, ein weiteres Mal ins Rennen zu gehen. Der Kontakt mit vielen Menschen, die Gespräche, die Diskussionen: All das mag ich sehr.

Warum wollen Sie eigentlich Landrätin werden?

Ich habe lange abgewogen, als ich von der Freisinger Mitte gefragt wurde, ob ich mir eine Kandidatur vorstellen kann. „Ja“ habe ich schließlich aus mehreren Gründen gesagt: Ich bin seit Jahren eingearbeitet in die politischen Prozesse im Landkreis, war schon Stellvertreterin des Landrats und kann den Wählern gleichzeitig auch eine langfristige Perspektive in Aussicht stellen. Aus meinem Berufsleben bringe ich strategische Kompetenz und Führungsstärke mit. Und von meiner Persönlichkeit her kann ich sagen: Wenn ich etwas mache, dann gescheit.

„Es ist nie egal, was wir sagen und was wir tun“

Welche Charaktereigenschaften muss ein Landrat mitbringen?

Glaubwürdigkeit, Belastbarkeit und hohe Motivation. Für das Amt braucht es Erfahrung, kommunalpolitisch und auch als Führungskraft. Und: Man muss die Menschen mögen.

Ihr Lebensmotto?

Eher mein Leitmotiv: Alles hängt von allem ab. Es ist also nie egal, was wir sagen und was wir tun.

Was würden Sie als Ihre größte Stärke bezeichnen?

Optimismus. Ich glaube daran, dass funktionieren wird, was wir uns vornehmen.

Und wo haben Sie noch Optimierungsbedarf?

Beim Thema Pausen. Ich denke zu selten daran, dass eine fällig wäre.

Was lieben Sie am Landkreis Freising am meisten?

Mir gefällt, dass wir „alles“ haben. Urbane Zonen, ländliche Gebiete, viel Natur und ein vielfältiges Angebot.

Was stört Sie hier?

Lärm. Wir haben nur noch wenige Orte, wo Menschen Stille erleben können.

„Ich mache keine Flugreisen mehr“

Ein Landrat muss ein großes Orchester dirigieren. Welchen Takt wollen Sie schlagen?

Es gibt ein Buch mit dem Titel „Taktschlagen oder Dirigieren“. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich eine Führungskraft Zweiterem widmen sollte. Um aber im Bild zu bleiben: darauf achten, dass das Orchester seinen Klang wahrt und entwickelt, aber auch darauf, dass die einzelnen Musiker noch ihre künstlerische Freiheit behalten.

Das Bewusstsein für den Klimawandel ist so groß wie noch nie in der Gesellschaft. Was tun Sie persönlich bereits, um unseren Planeten zu schützen?

Ich mache keine Flugreisen mehr und achte auf meinen Konsum. Das erlebe ich im Übrigen nur sehr selten als Verzicht, im Gegenteil ist es oft eine Bereicherung.

Was denken Sie: Hilft der Bau von Straßen dabei, den Verkehr zu entlasten oder führt er sogar noch zu mehr Verkehr?

Wir müssen immer den Einzelfall anschauen. Insgesamt ist es eine globale Aufgabe, das extreme Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Dafür sind Investitionen notwendig: Wenn wir wollen, dass Menschen „umsteigen“, dann müssen Alternativen zum Auto komfortabel verfügbar sein.

Um Wohnungsnot zu lindern, soll Landkreis „eine Lokomotive sein“

Das Moratorium zur dritten Startbahn würde in Ihrer Amtszeit enden. Was käme 2023 da auf Sie zu?

Wir müssen immer wachsam bleiben: Es spricht zwar immer weniger für den Bau, aber wir wissen auch: Das Projekt Flughafen hat nach wie vor viele Fürsprecher, die es wider alle Notwendigkeit und Vernunft umsetzen wollen.

Ein Thema, das die Menschen auch umtreibt, ist die Wohnungsnot in Freising. Wie kann das Landratsamt helfen und die Bürger unterstützen?

Wir müssen so ehrlich sein und zugeben, dass es die ganz einfache, schnelle Lösung nicht gibt. Wir müssen auf die Kombination verschiedenster Modelle setzen. Das Landratsamt soll hier Lokomotive sein, Impulse geben, interkommunale Projekte anregen und mitsteuern.

Unser Wohlstand steht und fällt mit guter Bildung. Ist der Landkreis Freising mit seinen Schulen noch auf dem neuesten Stand?

Wir haben einige Projekte in der Planung, die absolut notwendig sind – zum Beispiel der Neubau der Berufsschule, der erhebliche Verbesserungen bringen wird. Unsere größten Themen sind der Fachkräftemangel und die Jugendlichen, die wir jedes Jahr nicht in eine qualifizierte Ausbildung vermitteln können. Dieses Missverhältnis müssen wir ausbalancieren.

„Wer aus einem Kriegsgebiet kommt, benötigt ein Dach über dem Kopf“

Ihr Vorgänger Josef Hauner musste eine großen Anzahl an Flüchtlingen managen, die ins Land geströmt ist. Gut möglich, dass bald eine neue Welle von Asylsuchenden kommt. Wie ist Ihre Haltung dazu – Abschreckung oder Integration?

Ich halte wenig von einer ideologischen Debatte und ziehe es vor, sich mit den Basics von Menschlichkeit und praktischer Umsetzung zu beschäftigen: Wer aus einem Kriegsgebiet kommt, benötigt ein Dach über dem Kopf, etwas zu essen und Kleider. Außerdem soziale Unterstützung, um sich am neuen Ort zurecht zu finden und um das Erlebte zu verarbeiten.

Wer ist Ihr Vorbild?

Ich lasse mich sehr gerne von Veröffentlichungen des österreichischen Wirtschaftswissenschaftlers Fredmund Malik inspirieren. Seine Gedanken im Bereich der Managementlehre und der Führung finde ich sehr wertvoll.

Wenn Sie zur Landrätin gewählt werden, dann . . .

… verspreche ich, täglich das Beste für unseren Landkreis anzustreben.

Kommunalwahl 2020 im Landkreis Freising

Neben Birgit Mooser-Niefanger (FSM) standen auch Herbert Bengler (SPD)Manuel Mück (CSU)Helmut Petz (FW)Franz Scholz (AfD)Robert Wäger (Grüne) und Tobias Weiskopf (FDP) dem FT Rede und Antwort.

Die Bürgermeisterkandidaten aller Gemeinden aus dem Landkreis Freising haben wir für Sie in unserem Überblicksartikel zu den Kommunalwahlen 2020 aufgelistet. Zudem können Sie sich in unserem Artikel zur Landratswahl die dazu antretenden Kandidaten informieren. Alle weiteren Hintergrundberichtefinden Sie auch auf unserer Themenseite zu den Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Freising.

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