Impfung
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Beim Impfen sind die Nachbar-Landkreise nach wie vor weiter als Freising.

Zwischenbilanz

Fortschritt mit Hürden: Knapp 20 Prozent im Landkreis Freising gegen Corona geimpft - andere sind weiter

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Fast 20 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Freising haben zumindest eine Corona-Impfung erhalten. Andere sind weiter. Dafür gibt es Gründe.

Freising - Das Landratsamt stellt sich selbst ein gutes Impfzeugnis aus. Wie die Behörde am Freitag berichtete, sind nun 19,36 Prozent der Landkreisbürger erstmals gegen Corona geimpft worden. Als Reaktion auf einen entsprechenden FT-Artikel betonte Landrat Helmut Petz, dass man keineswegs anderen Regionen hinterherhinken würde. „Der Landkreis Freising steht gut da. Das Landratsamt hat seine Hausaufgaben gemacht.“

Allerdings liegt der Kreis Freising weiter hinter dem landes- und bundesweiten Gesamtschnitt. Für ganz Deutschland bezifferte das RKI die Quote der Erstimpfungen am Freitag mit 22,2 Prozent, Bayern kommt auf 22,9 Prozent. Auch die Nachbarlandkreise sind weiterhin ein Stück voraus. Im Kreis Erding haben 21,49 Prozent bereits die erste Impfung erhalten, die Quote in Dachau liegt sogar bei 26,8 Prozent.

Dachau liegt auch bei absoluten Impfzahlen vorne

Auf FT-Nachfrage konnte Wolfgang Reichelt, Medienbeauftragter des Landratsamtes Dachau, keine genauen Gründe angeben, warum man die Nase vorn habe. „Ich kann nur sagen, dass wir jede Woche sämtliche Impfdosen, die wir erhalten, auch konsequent verimpfen.“ Trotzdem betonte er, dass die Vakzine nach einem Einwohnerschlüssel verteilt würden.

Demnach müsste der Kreis Freising, der deutlich mehr Einwohner als die Nachbarregionen hat, eigentlich auch mehr Impfdosen erhalten. Aber auch im Hinblick auf die absoluten Impfzahlen liegt Dachau vorne. Während dort im Impfzentrum insgesamt rund 51 712 Spritzen verabreicht wurden, liegt der Wert im Impfzentrum Freising bei 38 532 (Erding: 31 614). Dabei sagt auch Torsten Koch vom Impfzentrum Freising: „Wir verimpfen alles, was wir bekommen.“

Postalische Anmeldungen sorgten wohl für langsameren Impfstart

Ein möglicher Grund, warum Freising zurückliegt: Die über 75-Jährigen wurden postalisch zum Impftermin eingeladen, um zu verhindern, dass diese wenig internetaffinen Altersgruppen nicht durchs Raster rutschen, wie Behörden-Sprecherin Eva Zimmerhof betonte.

Das Landratsamt bemüht sich zudem, unabhängig von der Zuteilung durch den Bevölkerungsschlüssel weiteren Impfstoff zu erhalten. So kam man zu 550 zusätzlichen Astrazeneca-Dosen, die am heutigen Samstag in einer Sonderaktion an über 60-Jährige verimpft werden. „Zusätzlich hat das Freisinger Impfzentrum bereits in Sonderaktionen Biontech-Impfdosen, die sonst verfallen wären, aus anderen Impfzentren übernommen und gemeinsam mit Hausärzten verimpft“, berichtet Zimmerhof.

Hausärzte sind gut im Soll

Bei den von Hausärzten aufgenommenen Impfungen steht der Landkreis gut da: Hier haben Ärzte bisher 7043 Impfungen verabreicht, darunter auch schon 68 Zweitimpfungen. Im Kreis Dachau haben Hausärzte 7242 Patienten mit Vakzin versorgt. Das Landratsamt Freising bedankte sich am Freitag bei den Hausärzten auch „für die tatkräftige Unterstützung“.

Statistisch gesehen hat der Landkreis Freising am Freitag immerhin einen großen Sprung gemacht: Wurde die Zahl der Erstimpfungen am Donnerstag noch mit 24 940 angegeben, liegt sie nun bei 27 801. Dass die Zahl von einem Tag auf den anderen um 2861 gestiegen ist, liegt daran, dass nun die Impfzahlen der mobilen Teams vorlagen und hinzuaddiert werden konnten.

Ausbleibende Rückmeldungen sind ein großes Problem

Auf ein großes Problem weist Zimmerhof ebenfalls hin, mit dem auch Freising zu kämpfen hat: mit ausbleibenden Rückmeldungen. „Trotz einer Einladung durch das Registrierungsportal des Freistaates buchen täglich mehrere hundert Menschen keinen Termin.“

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