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Fiebern auf ihren Auftritt hin: die Theatergruppe der offenen Behindertenarbeit (OBA) mit ihrer Leiterin Verena Neumair (2. v. r.). 

Lebenshilfe-Theatergruppe auf den Spuren Karl Valentins  

Die Schauspielerei ist für Behinderte eine Brücke zu eigenen Gefühlen

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Im Sommer stand die Theatergruppe der Lebenshilfe mit einem Stück über Freising auf der Bühne, jetzt beteiligt sie sich an der Kulturaktion „Mitanand“. Für die Leiterin Verena Neumair bot sich damit die Gelegenheit, ein inklusives Projekt zu starten: Sie holte die Theatergruppe „Querspiel“ mit an Bord, und gemeinsam wagte man sich an Karl Valentin.

Freising - Seit zwei Jahren leitet Verena Neumair die Theatergruppe der offenen Behindertenarbeit (OBA) der Lebenshilfe. Den Wunsch nach einem inklusiven Projekt hatten Neumair und Saskia Hobmeier, Leiterin der OBA, schon eine Weile. „Mitanand“ bot jetzt eine gute Gelegenheit, dieses in die Tat umzusetzen. Peter Thomas, der Kopf der Gruppe „Querspiel“, zögerte nicht lange und sagte zu. Geprobt wurde das „Klagelied einer Wirtshaussemmel“ von Karl Valentin. Daraus haben die Theaterchefs einen Mix aus Improvisationstheater und vorgegebenen Texten entwickelt und damit an die Bedürfnisse der OBA-Schauspieler angepasst.

„Man muss einfach viel ausprobieren“, sagt Neumair. Das Arbeiten mit der OBA-Gruppe ist für die Integrationsbeauftragte etwas ganz Besonderes: „Spielerische Impulse werden von meinen Leuten viel schneller aufgegriffen, und es entsteht bald eine eigene Dynamik, weil alle mitmachen“, beschreibt sie.

Das Schauspielern sei außerdem eine Brücke zu eigenen Gefühlen. Spielszenen dienten als Anlass zum Austausch über persönliche Erfahrungen. „Und dann ist es auch noch Sprachförderung und ein super Selbstwert-Training“, sagt Neumair. Jeder Einzelne könne große Erfolge erleben. „Es ist so schön, das mitzubekommen“, schwärmt die 30-Jährige über ihre Arbeit.

Aber auch die Schauspieler der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe sind Feuer und Flamme für das Projekt und können ihren Auftritt kaum erwarten. Der ist nun am Samstag, 28. Oktober, anlässlich eines „Bayerischen Abends“, der um 19.30 Uhr in den Räumen der Lebenshilfe beginnt.

Gut zu wissen:

Die Theatergruppe der OBA möchte das inklusive Projekt weiter führen. Schauspielgruppen oder einzelne Interessierte können sich darüber bei Saskia Hobmeier unter Tel. (0 81 61) 4 83 01 54 oder per Mail unter saskia.hobmeier@lebenshilfe-fs.de informieren.

Claudia Bauer

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