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Nach der Allergie ist vor der Allergie: Wem Baumpollen zu schaffen machen, hat es fast geschafft. Doch auf diejenigen, die empfindlich auf Gras reagieren, beginnt die Zeit der laufenden Nase und der brennenden Augen jetzt erst richtig.

Nächstes Stadium

Das Leiden geht weiter. Jetzt sind die Gras-Allergiker dran

Laufende Nasen, brennende Augen, juckende Gaumen: Wer gegen Bäume allergisch ist, hat das Schlimmste hinter sich. Wem allerdings Gräserpollen zu schaffen machen, für den fängt die Leidenszeit gerade erst an.

Landkeis – Der Frühling ist nicht umsonst für viele Menschen die schönste Jahreszeit. Das Wetter wird freundlicher, überall grünt und blüht es. Doch nicht alle können sich darüber freuen. Dieses Grünen und Blühen lässt viele Menschen leiden. Denn mit der farbenprächtigen Natur kommen die Pollen, die Allergikern das Leben schwer machen.

Tabletten nehmen oder lieber auf altbekannte Hausmittelchen zurückgreifen? Die Frage stellen sich viele Betroffene. Ingrid Kaiser, Inhaberin der Engel-Apotheke in Freising, erklärt: „Die Vermeidung von Tageskleidung im Schlafzimmer ist hilfreich. Das vorherige Umziehen in einem anderen Zimmer bringt unglaublich viel, so kommen die Pollen gar nicht erst ins Schlafzimmer, und man wird nachts nicht von der Allergie gequält.“ Ein zusätzlicher Tipp der Expertin ist zusätzlich zu Tabletten die morgendliche Einnahme von einem Gramm Kalzium. Dieses gibt es zum Beispiel als Trinkampullen. „Die Wirkung als Masszellenstabilisator führt dazu, dass weniger allergische Reaktionen auftreten.“

Die lange Wärmeperiode hat für Allergiker eine große Schattenseite

Wer gegen Bäume allergisch ist, hat wohl nicht mehr lange zu leiden; Linde, Platane und Kiefer haben jetzt im Mai zwar Hochsaison, schwächen aber spätestens im Juni wieder ab. Wem hingegen Gräserpollen zu schaffen machen, für den fängt die Allergiesaison jetzt erst richtig an, die fliegen nämlich akut ab Ende Mai. Die Wucht, mit der die Pollen dieses Jahr präsent sind, liegt, so vermutet Ingrid Kaiser, an der langen Wärmeperiode und dem ausbleibenden Regen. Dadurch blüht alles auf einmal, und die Pollen halten sich ewig.

Eine Möglichkeit, die ebenfalls von einigen Allergikern ins Auge gefasst wird, ist die sogenannte Desensibilisierung, auch Hyposensibilisierung genannt. Bei diesem Vorgang wird der Körper an gewisse Allergene gewöhnt, indem man ihm nach und nach Allergenextrakte verabreicht und so unempfindlich gegenüber dem jeweiligen Allergen macht.

Wenn die Synonyme akut werden, sollte eine Therapie begonnen werden

Es gibt sowohl die Langzeit-Hyposensibilisierung als auch die präsaisonale Hyposensibilisierung, erklärt Dr. Reinhard Bungartz. Der Unterschied besteht darin, dass im ersten Fall die Dosis der Allergenextrakte über mehrere Jahre hinweg reduziert gespritzt wird, wogegen bei letzterer vier Wochen vor Pollensaison wöchentlich eine gleichbleibende Dosis Allergene verabreicht wird. Der Arzt bevorzugt in seiner Praxis die zweite Variante. „Die Ergebnisse sind fast gleich gut, und die Patienten haben weniger Aufwand, wenn sie nur einmal wöchentlich vorbeikommen müssen“.

Für sinnvoll hält Dr. Bungartz eine Hyposensibilisierung erst, wenn die Symptome akut sind oder sich sogar verschlechtern. Auch Reaktionen wie allergischer Husten oder allergisches Asthma sind wegweisend dafür, ob man diese Art der Behandlung für sich ins Auge fassen sollte.

Der Arzt berichtet, dass die meisten Patienten eine Desensibilisierung gegen Pollen durchführen lassen, wobei es vereinzelt auch vorkommt, dass gegen Hausstaubmilben hyposensibilisiert wird. In solchen Fällen empfiehlt Bungartz allerdings unter anderem sogenannte „hypoallergene Bettüberzüge“, spezielle Bettwäsche für Hausstauballergiker, oder das Entfernen von Teppichen und Stoffüberzügen bei Möbeln.

Gut zu wissen

Hyposensibilisierung wird von der Krankenkasse gezahlt, was im Hinblick auf die lange Behandlungsdauer (drei bis vier Jahre) einen großen Vorteil bietet.

Lena Stumpe

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