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Lieber Kakao ohne Kinderarbeit: Konsumkritischer Einkaufsbummel in Freising

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Von: Claudia Bauer

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akao kann einen bitteren Beigeschmack haben: Donimik Osbild (mit Kappe) klärte darüber auf, dass auf Plantagen oft schon Fünfjährige arbeiten würden. Im Weltladen gibt es aber Kakao ohne Kinderarbeit. © Lehmann

Ein schneller Griff ins Schokoladen-Regal und schon ist man Teil des Kreislaufs unfairer Produkte. Welche Folgen das hat und bei welchen Produkten man besonders genau hinsehen sollte, konnte man bei einem Stadtrundgang im Rahmen der Fairen Woche erfahren.

Freising – Auf Einladung des Elternhauses des Katholischen Kreisbildungswerks gaben Dominik Osbild und sein Team vom Jugendbundnaturschutz (JBN) unter dem Titel „Weltbewusst – eine konsumkritische Stadtführung“ Einblick in fairen und unfairen Handel. Der Kakao war Thema an der ersten Station, dem Weltladen. Osbild klärte über die Produktionsbedingungen auf und gab zu bedenken, dass oft schon Kinder ab fünf Jahren auf den Plantagen arbeiten würden.

Gemeinsam beurteilten die Teilnehmer namhafte Markenschokolade nach Nachhaltigkeit und Preis, beleuchteten zudem die Prüfsiegel auf Transparenz, Inhalt und Sinnhaftigkeit. Dabei wurde schnell deutlich: „Hier ist nicht alles Gold, was glänzt.“ Denn nicht alle Siegel würden Nachhaltigkeit in vollem Umfang bedeuten, betrachte man neben Arbeitsbedingungen und Pestizideinsatz in der Produktion beispielsweise auch die Verpackung. Schnell war man sich einig, dass ein kritischer Blick beim fairen Einkauf unerlässlich sei.

Pestizide haben aus dem größten Salzwassersee eine Salzwüste gemacht

Nicht weniger bedenklich sind die Bedingungen in der Textilproduktion – auch hinsichtlich der Folgen für die Umwelt. So erfuhren die Teilnehmer bei „Fashion & More“, welche Spuren die Baumwollproduktion beispielsweise in der Region des Aralsees hinterlassen hat: Der einst größte Salzwassersee der Welt droht auszutrocknen und ist durch den enormen Pestizideinsatz der letzten 50 Jahre zu einer giftigen Salzwüste geworden.

Doch wie hängt der Konsum von Kleidung mit den Entwicklungen am Aralsee zusammen? Die Stadtführer des JBN machten das anhand weniger Eckdaten deutlich: Man benötige etwa für die Herstellung eines Quadratzentimeters Jeansstoff rund einen Liter Wasser. Damit war jedem klar, welche Auswirkungen das persönliche Kaufverhalten auf den Rest der Welt hat.

Ob Schokolade oder Mode: Augen auf beim Einkauf

Einen einfachen Weg, sich nachhaltig zu verhalten, zeigte Osbild ebenfalls auf: weniger kaufen, mehr reparieren, Kleider tauschen oder anderweitig wieder in Umlauf bringen. Und wie bei der Schokolade gelte auch bei der Mode stets die Devise: Augen auf beim Einkauf.

Dem spannenden Rundgang folgte eine nicht minder spannende Diskussionsrunde, in der die Teilnehmer ihre Eindrücke und Gedanken austauschten. Dazu hatte die Leiterin des „Elternhauses“, Veronika Unterreithmeier, mit einigen Familien aus Nigeria einen fairen Imbiss vorbereitet. In reger Diskussion kam man schließlich zu einem positiven Fazit: Das Bewusstsein in der Bevölkerung für fairen Handel wachse stetig und auch die Einkaufswelt der Domstadt biete schon entsprechende Möglichkeiten. Wichtig sei jedoch, weiter Aufklärung zu betreiben.

Gut zu wissen

Im Internet kann man unter www.rankabrand.de Modelables prüfen.

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