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Sicherheit geht vor: Ein Banner weist die Volksfestbesucher auf Tipps zum Feiern hin. Jugendpflegerin Regina Cordary (l.) und der AK Mädchen haben die Luisa-Kampagne zusammen mit einigen Wirten aufs Freisinger Volksfest geholt.

Kampagne gegen sexuelle Belästigung

„Luisa“ hilft, dass Frauen auf dem Freisinger Volksfest sicher feiern können

  • Magdalena Höcherl
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Wer ab diesem Freitag auf das Freisinger Volksfest geht, will feiern– und sich dabei sicher fühlen. Damit das gelingt, hilft die Kampagne „Luisa ist hier“.

Freising – Wer ab diesem Freitag auf das Freisinger Volksfest geht, will feiern, Spaß haben – und sich dabei sicher fühlen. Damit das gelingt, haben sich die Festwirte dazu entschlossen, die Kampagne „Luisa ist hier“ auf dem Volksfest zu etablieren. Wie berichtet, hat der Arbeitskreis (AK) Mädchen das Hilfsangebot Anfang des Jahres nach Freising geholt. Wenn eine Frau beim Ausgehen bedrängt, belästigt oder bedroht wird oder sich schlicht nicht sicher fühlt, kann sie sich mit der Frage „Ist Luisa hier?“ an das geschulte Personal wenden. Dieses hilft schnell und diskret.

Kampagne sendet wichtiges Signal

In der Domstadt machen bislang 15 Lokale mit, dazu die beiden Jugendzentren, das Alte Gefängnis – und jetzt eben auch das Volksfest, erläuterte Jugendpflegerin Regina Cordary beim Pressetermin am Donnerstag. Ziel der Kampagne sei neben der Hilfe das Signal, dass auf dem Volksfest kein Platz für Übergriffe und Gewalt ist.

Die Kampagne wird im Festzelt der Wirtsleute Tauscher, in den Hütten der Familien Schuhbauer und Schrödl sowie in der Weinhalle und im Nachtcafé eingeführt. „Im Festzelt etwa wurden die Wirte und die Bürogruppe geschult“, sagte Cordary. Eine Schulung für die zahlreichen Security-Kräfte und Bedienungen sei nicht möglich. Aber sie wüssten, was zu tun ist, wenn sich jemand an sie wendet.

Sicher Feiern: Infokarte für Besucher

Passend zur Luisa-Aktion hat die Gleichstellungsstelle im Landratsamt in Kooperation mit der kommunalen Jugendarbeit eine Infokarte für Besucher gestaltet. Darauf stehen auf der einen Seite Tipps zum sicheren Feiern und auf der anderen Seite Telefonnummern und Anlaufstellen, an die sich Hilfesuchende wenden können.

Jugendpflegerin Cordary ist in dem halben Jahr, seitdem es die Luisa-Kampagne gibt, noch kein Fall gemeldet worden, in dem eine Frau das Angebot in Anspruch genommen hat. „Das Feedback, das ich immer wieder von Frauen und Mädchen bekomme, ist positiv.“ Das Angebot bereits bekannt geworden.

Dass Frauen nun auch auf dem Volksfest nach der imaginären Luisa fragen können, findet Max Riemensperger von der Weinhalle beziehungsweise dem Nachtcafé sehr gut. „Wenn wir gar nicht zu helfen brauchen, sind wir natürlich froh. Aber es ist gut, dass es die Aktion gibt.“ Robert Stangl, Sprecher des Landratsamts, betonte: Dass es noch nichts gab, spricht Gott sei Dank für den Anstand der Menschheit.“ 

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