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Freisinger Arzt warnt: Neue Welle von Magen-Darmerkrankungen rollt an

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Von: Helmut Hobmaier

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Droht unserer Region eine neue Krankheitswelle? (Symbolbild)
Droht unserer Region eine neue Krankheitswelle? (Symbolbild) © dpa

Ein Übel folgt dem nächsten: Während die schwerste Grippewelle seit vielen Jahren langsam abflaut, nehmen jetzt die Magen-Darm-Infekte deutlich zu.

Landkreis Freising – „Ich habe so etwas noch nie erlebt“, zieht Dr. Georg Miedl Bilanz. Der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands Freising spricht von einer „extraordinären“ Grippewelle, die den Landkreis in den vergangenen Wochen überrollt habe – mit zum Teil sehr schweren Verläufen. Nun sei aber Land in Sicht: „Die echten Grippefälle werden spürbar weniger“, berichtet Dr. Miedl, „und auch die Fälle von grippalen Infekten flauen ab – allerdings auf einem immer noch hohen Niveau“.

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Es liegt am Wetter Seit etwa einer Woche sind im Landkreis Magen-Darm-Infekte auf dem Vormarsch, berichtet Georg Miedl, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands. Sein Rat: „Viel trinken, um damit den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.“

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Seit etwa einer Woche sind im Landkreis Magen-Darm-Infekte auf dem Vormarsch, berichtet Georg Miedl, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands. Sein Rat: „Viel trinken, um damit den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen.“ © Archiv

Dafür seien seit etwa einer Woche die Magen-Darm-Infekte auf dem Vormarsch. Wo noch vor kurzem die Grippekranken im Wartezimmer saßen, warten jetzt die Patienten, denen der Bauch wehtut. Eine Überraschung ist das nicht: „Immer, wenn es nach dem Winter wärmer wird, beobachten wir dieses Phänomen“. Die Prophylaxe sei die gleiche wie bei der Grippe: „Oft die Hände waschen und schauen, wo man hinlangt“. Beim Griff auf Türklinken und beim Händeschütteln gebe es übrigens die meisten Ansteckungen.

„Die Wartezimmer sind weiterhin voll!“

Erholung ist für die Ärzte und ihre Mitarbeiterinnen also nicht in Sicht, obwohl die meisten inzwischen auf dem Zahnfleisch daherkommen: „Alle haben in den letzten Wochen extrem viel gearbeitet. Alle haben gestöhnt“, berichtet Dr. Miedl – nicht zuletzt, weil es natürlich auch unter den Praxis-Teams Krankheitsfälle gegeben habe. Auch einzelne Ärzte habe es arg erwischt. Jetzt wäre also Erholung angesagt, „aber die Wartezimmer sind weiterhin voll“, sagt Miedl.

Er blickt bereits auf die nächste Grippesaison und hofft, dass sich im Herbst mehr Menschen impfen lassen als bisher. Allerdings wäre es dann auch wichtig, dass der Vierfach-Impfstoff nicht Risikogruppen vorbehalten bliebe, sondern für jeden verfügbar wäre. Bei jeder Grippewelle gebe es mehrere Subtypen von Erregern. Auch heuer habe zunächst der Subtyp B dominiert, später dann der Subtyp A. Man hätte also beide Bereiche abdecken müssen, um einen richtigen Schutz vor der schweren Krankheit zu haben.

Und wann streckt uns die nächste schwere Grippewelle nieder? Dr. Miedl: „Das ist jetzt keineswegs eine wissenschaftliche Aussage. Ich habe aber die Beobachtung gemacht, dass es etwa alle zwölf Jahre besonders schlimm kommt“.

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