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Zwischen Vorfreude und Vorsicht: Viele Vereine im Kreis Freising stellen einen Maibaum auf - andere zögern

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Von: Andrea Hermann

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Burschen aus Thonstetten schleifen und streichen den neuen Maibaum.
In Thonstetten sind die Burschen eifrig dabei, ihren neuen Maibaum herzurichten. © Burschenverein

Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause dürfen heuer wieder Maifeste gefeiert werden. Zwischen Vorfreude mischt sich mancherorts auch Vorsicht.

Landkreis – Aufatmen bei den Maibaum-Freunden im Landkreis: Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause dürfen heuer endlich wieder die Traditionsstangerl aufgestellt werden. Mit Blick auf die immer noch hohen Corona-Zahlen zeigen sich aber einige Vereine zögerlich mit der Werbung für ein zünftiges Maifest und warten noch ab. Bei anderen laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Und ein Verein hat sein Fest vorsichtshalber abgesagt. Das FT hat bei einigen Vereinen mal nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist.

Zünftiges Maifest in Thonstetten

„Endlich wieder zurück zur Normalität“, freut sich Josef Sixt vom Burschenverein Thonstetten. Nach der Corona-Zwangspause sind die jungen Männer eifrig bei der Sache, den neuen Maibaum herzurichten, ihn rund um die Uhr zu bewachen und das Maifest am 1. Mai zur organisieren. „Corona ist natürlich noch nicht ganz vorbei“, weiß Sixt, trotzdem freue man sich auf ein zünftiges Fest im Freien. „Wir werden bei unserem Maifest schon ein paar Regeln beachten müssen, aber das Wichtigste war für uns, dass wir keinen 2- oder 3G-Nachweis überprüfen müssen.“

Neben den Burschen aus Thonstetten stellen im Bereich der Stadt Moosburg auch die Feuerwehr Pfrombach/Aich und die Stammtischfreunde Bonau einen Maibaum auf. Da alle Veranstaltungen im Freien stattfinden und zudem „die derzeitigen Corona-Regeln auch zum 30. April auslaufen, werden wir keine weiteren Auflagen verfügen“, heißt es seitens der Stadt Moosburg.

Frohsinn stellt neuen Baum auf

Auch beim Verein Frohsinn in Freising laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Vier Jahre ist es her, dass der letzte Maibaum aufgestellt worden ist – im vergangenen Jahr wurde dieser umgelegt. Nun also soll ein neues Prachtexemplar mit Unterstützung eines Krans am 1. Mai in die Höhe gehievt werden, berichtet Anton Frankl. Wegen Corona hat der Frohsinn-Verein „keine Bedenken“, sagt er, zumal der kulinarische und gesellschaftliche Teil vom Grünen Hof übernommen wird. „Wir haben nur die Arbeit“, sagt Frankl mit einem Augenzwinkern.

In Niederhummel ist man vorsichtig

„Wegen Corona vorsichtig“ ist man hingegen bei der Schützengesellschaft Niederhummel, wie Vorsitzender Markus Felsl berichtet. Zwar will man „im ganz kleinen Kreis“ einen neuen Maibaum mit Unterstützung eines Baggers aufstellen, doch ein anschließendes Fest wird es heuer nicht geben, sagt Felsl mit Blick auf die immer noch hohen Corona-Zahlen.

Weil man im turnusmäßigen Wechsel mit Niederhummel nicht an der Reihe ist, wird auch der Maibaumaufstellverein Oberhummel kein Maifest organisieren. Aktiv werden müssen die Mitglieder um Hans Bichlmaier trotzdem: Der alte Baum, der 2019 aufgestellt worden war und dessen Standzeit von einem Sachverständigen im vergangenen Jahr verlängert worden ist, wird heuer umgelegt. Zwar hätte man noch einmal eine Verlängerung beantragen können, „aber jetzt wäre ein Gutachter fällig geworden, und das ist teuer“, weiß Bichlmaier.

In Kranzberg helfen alle zusammen

Alle vier Jahre stellen die Schweden-Schützen in Kranzberg einen neuen Maibaum auf – zuletzt war dies im Jahr 2016 der Fall. 2019 musste der Baum umgelegt werden – einen Gutachter wollte man sich auch hier nicht leisten. Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause soll es nun am 1. Mai wieder soweit sein. „Ein Zelt haben wir, eine Kapelle suchen wir noch“, berichtet Vorsitzender Christoph Rottenfußer. Das rund 30 Meter lange Brauchtumsstangerl will man ganz traditionell aufstellen – mit Irxnschmalz und Schwaiberl. „Wir helfen alle zusammen“, freut sich Rottenfußer.

Tanz in den Mai in Dietersheim

Um Terminüberschneidungen am 1. Mai zu vermeiden, lädt der Maibaumverein Dietersheim bereits am 30. April zum „Tanz in den Mai“ ein. Dabei steht mit Lena Oberauer eine neue Vorsitzende an der Spitze des Vereins. Doch sie kann sich der Unterstützung der Mitglieder sicher sein: „Der ganze Verein steht hinter euch“, hatte der Ex-Vorsitzende Rainer Girstl betont, als er kürzlich das Zepter übergab. Und so werden alle mitanpacken, wenn der Maibaum am Bürgerhaus aufgestellt wird.

Baumgartener Jugend auch als „Diebe“ aktiv

Ganz im Maibaum-Fieber ist die Landjugend Baumgarten um Simon Pichlmaier: Schon mehrfach haben die Burschen heuer als Maibaum-Diebe in der Region zugeschlagen, zudem laufen die Vorbereitungen für ein Maifest auf Hochtouren. Am 30. April wird der eigene Maibaum eingeholt und hergerichtet und dann am Sonntag am 11 Uhr am „Stachus“ in Baumgarten aufgestellt – „ganz traditionell mit der Hand“, kündigt Pichlmaier an. Zuletzt wurde der Maibaum 2018 aufgestellt. Da Sturm „Sabine“ diesen im Frühjahr 2020 „umgelegt“ hat und nun zwei Jahre lang Corona dominierte, ist es nun nach fünf Jahren endlich wieder soweit.

Die Termine im Landkreis-Norden

Im Moosburger Ortsteil Thonstetten ist der Burschenverein um Vorsitzenden Josef Sixt äußerst aktiv: Die 31,60 Meter lange Tanne, die die Burschen kürzlich aus einem Wald in der Nähe von Vilsbiburg geholt haben, wurde in den vergangenen Tagen geschält, geschliffen und gestrichen – und natürlich vor möglichen Maibaumdieben bewacht. In einer Woche, am Sonntag, 1. Mai, soll das geschmückte Brauchtumsstangerl aufgestellt werden. Los geht das Maifest um 11.30 Uhr, ab 12.30 Uhr wird der Baum mit Irxnschmalz und Schwaiberl in die Höhe gehievt. Auf die Kinder wartet eine Hüpfburg, zudem werden anlässlich der 1250-Jahr-Feier von Moosburg landwirtschaftliche Geräte ausgestellt, kündigt Sixt an.

Nach vier Jahren Pause wird auch in Au wieder ein Maibaum auf dem Marktplatz aufgestellt. In den vergangenen Tagen waren die MaibAUmbuam damit beschäftigt, „das blau-weiße Traditionsstangerl herzurichten und alles für ein zünftiges Maibaumfest zu organisieren“, wie die Burschen mitteilen. Das Spektakel am Sonntag, 1. Mai, beginnt um 10 Uhr, wenn Josef Straßberger mit seinem Pferdegespann den Maibaum zum Marktplatz rollt. Anschließend wird der Baum, der heuer von Hans Maier gestiftet wurde, mit Muskelkraft in die Höhe gehievt. Für das leibliche Wohl ist mit Spanferkel, Rollbraten und Co. gesorgt.

Auch auf dem „Stachus“ in Baumgarten (Markt Nandlstadt) soll heuer ein Brauchtumsstangerl aufgestellt werden – bei jeder Witterung. Ab 11 Uhr freut sich die KLJB Baumgarten auf viele Besucher – und auf tatkräftige Unterstützung, denn der Baum wird ganz traditionell „mit der Hand“ aufgestellt, wie Simon Pichlmaier dem FT berichtet.

Die Maifeste in Freising

Die Freisinger Stadt- und Ortsteile rüsten sich bereits voller Tatendrang für Sonntag, 1. Mai. Bis auf Pulling, wo heuer kein Maibaum aufgestellt wird, sieht der Fahrplan für den 1. Mai folgendermaßen aus:

Das Fest des Vereins Frohsinn in Lerchenfeld steigt am 1. Mai vor dem Grünen Hof. Der Baum wird ab etwa 11 Uhr vor Ort sein, das Aufstellen erfolgt dann gegen 12.30 Uhr – abhängig von der Verfügbarkeit des notwendigen Autokrans.

In Attaching wird es am 1. Mai ab 11.30 Uhr ein zünftiges Maibaumfest geben. Das teilte der Verantwortliche Raimund Maier auf Anfrage mit, zwischen 14 und 15 Uhr beginnt die Aufstellung. Aus dem Staatsforst kommt der hölzerne Prachtbursche, der rund 28 Meter hoch ist und mit dem Kran in die Höhe gelupft wird. Eine Coronapause gab’s in Attaching nicht. Hier stellt man alle drei Jahre auf: Der letzte Maibaum wurde 2019 aufgerichtet.

Rund 40 Beteiligte sind am Start, wenn am 1. Mai in Vötting vor dem Gasthaus Lerner der Maibaum ab 11 Uhr in die Höhe „wächst“ und damit auch das Maifest startet, wie der 2. Ortsvereinssprecher Rainer Kohn vermeldet. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: „Wir haben uns seit Ende Februar immer wieder getroffen und das Projekt diskutiert. Nachdem aber jetzt die Politik die Lockerungen beschlossen hat, gab es Grünes Licht.“ Kohn: „Wir werden aber selbstverständlich beim, Feiern auf die gebotenen Hygieneregeln achten.“

In Tüntenhausen laufen die Vorbereitungen zum Maifest auf Hochtouren, gab Barbara Brumer bekannt. Es gibt außerdem noch verschiedene Aspiranten, was den Baum angeht. Woher also die Tüntenhausener Landjugend den Baum bekomme, das werde noch entschieden. Gefeiert wird beim Wirt: „Da helfen alle mit“, sagt Brumer. Das Treffen der Helfer findet ab 9 Uhr beim Wirt in Tüntenhausen statt, dann geht’s los.

Die Corona-Zeit „maibaumtechnisch überbrückt“ hat auch die Dorfgemeinschaft Hohenbachern. Dort wird heuer – nach turnusmäßigen drei Jahren Pause – ebenfalls ein neuer Baum am Professor-Gründel-Platz vor der Kirche postiert. Los geht es am 1. Mai um 10 Uhr mit dem Aufstellen, dann wird gefeiert.

Kein Maifest, dafür aber aber einen neuen Baum gibt es am 1. Mai in Haindlfing. Dort wird die Dorfgemeinschaft ab etwa 10.30 mit Hilfe der Feuerwehr den Baum in die Senkrechte bringen.

In Sünzhausen packt die Dorfgemeinschaft am 1. Mai fleißig an: Dort stellt man in der Ortsmitte ab 12 Uhr den neuen Maibaum auf. Danach wird gefeiert.

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