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Im Freisinger Fisch-Skandal setzt sich das LGL gegen Vorwürfe eines Fachmanns zur Wehr.

Malachitgrün

Manipulative Datendarstellung im Fisch-Skandal? - LGL bezieht zu Vorwürfen Stellung

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„Manipulative Datendarstellung“ hat ein Fischer aus dem Landkreis Freising dem LGL vorgeworfen. Die Behörde wehrt sich gegen die Kritik. Der Kritiker sieht darin eine „Ausrede“.

Freising – Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat auf die Kritik des Biologen, der anonym bleiben will, reagiert. „Das LGL weist die erhobenen Vorwürfe entschieden zurück“, betont Pressesprecherin Katrin Grimmer. „Insbesondere der Vorwurf, Daten manipulativ oder beschönigend dargestellt zu haben, entbehrt jeder Grundlage.“ 

Zielsetzung des Monitorings in der Isar sei nicht die gezielte Beprobung von Besatzfischen gewesen, sondern vielmehr eine Feststellung möglicher Eintragswege von Malachitgrün in die Isar sowie die Gesamtbelastung des Gewässersystems, erklärt Grimmer. „Zu diesem Zweck war es eben gerade notwendig, auch andere Fische als vermutliche Besatzfische zu beproben. Die Belastung der Besatzfische war bereits bekannt.“ 

Fischer hält Erklärung des LGL für „Ausrede“

Allerdings stand die Isar nie unter dem Verdacht, mit Malachitgrün belastet zu sein, wie der Fischer aus dem Landkreis Freising betont. „Von der mit Malachit belasteten Moosach gibt es keinen Zufluss zur Isar. Und eine Fischzucht liegt meines Wissens hier auch nicht an der Isar.“ Betroffen hätten also nur die mit dem verbotenen Malachitgrün behandelten Fische sein können, die aus der Zucht an der Moosach stammen, und die der Anglerverein Moosburg in die Isar eingesetzt hat. Die Darstellung des LGL hält er daher für eine „Ausrede“. 

Wie berichtet, hatte der Fischer kritisiert, dass die Fische bei der veröffentlichten Auflistung der Messergebnisse nicht hinreichend gekennzeichnet gewesen seien. Zudem hätten von 62 beprobten Fischen nur elf potenziell belastet sein können. Dadurch hätte sich das Bild ergeben, dass nur etwa jede zehnte Forelle Rückstände aufweist, während es tatsächlich wohl deutlich mehr seien. „Interessant wäre die Information gewesen, wie viele fangfähige Fische belastet sind.“ 

LGL: „Haben auf Nachfrage Details zur Verfügung gestellt“

Den Vorwurf, die Daten beschönigt zu haben, lässt das LGL aber nicht auf sich sitzen. „Da sich unsere Internetdarstellung in erster Linie an die breite Öffentlichkeit richtet, haben wir uns zugunsten der Übersichtlichkeit gegen eine detaillierte Auflistung der Einzelgewichte entschieden“, sagt Grimmer. „Auf Anfrage haben wir selbstverständlich weitere Details – so auch im konkreten Fall – zur Verfügung gestellt. Im Text unserer Internetdarstellung wird die Belastungssituation der verschiedenen Fische differenziert erklärt.“ 

LGL: Für Verbraucher bestand keine Gefahr“

Der Vorwurf der verharmlosenden Darstellung sei daher nicht haltbar, vielmehr habe das LGL sogar explizit auf die besondere Belastungssituation der Besatzfische hingewiesen, erklärt Grimmer. Zudem müsste sich die Bevölkerung keine Sorgen machen: „Auch für den höchsten ermittelten Gehalt, der für die Summe von Malachit- und Leukomalachitgrün festgestellt wurde, ergab die toxikologische Bewertung, dass keine Gesundheitsgefahr für Verbraucher bestand.“

Allerdings haben die Fische, die von den Moosburger Anglern auf Eigeninitiative untersucht wurden, deutlich höhere Werte aufgewiesen: Der Tiergesundheitsdienst Freising stellte 332 Mikrogramm pro Kilogramm fest.

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