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Der Spitzenpolitiker und seine Freisinger Parteifreunde: Wolfgang Kubicki (2. v. l.) wurde von (v. l.) Franz Josef Bachhuber, Jens Barschdorf, Martin Alberti und Philipp Fincke in Beschlag genommen.

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Markige Worte: Spitzenpolitiker Kubicki (FDP) besucht Freising

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Er ist ein Mann „mit trockenem Humor und klarer Kante“: Wolfgang Kubicki, neben Christian Lindner der wohl bekannteste FDP-Politiker. In Freising stellte er das unter Beweis.

Freising – Auch wenn der Bundestagsvizepräsident am Samstag während seiner Bayerntour und seinem Abstecher nach Freising im Stadtcafé das Bierfass nicht selbst anzapfte, war er der Grund, wieso sich die FDP aus dem Landkreis Freising zum Wahlkampfauftakt eingefunden hatte. Und Kubicki erfüllte die Erwartungen: trockener Humor, klare Kante.

Drei Tage Bayern, das sei auch eine Fahrt durch Funklöcher gewesen, ging der prominente Gast gleich auf ein Thema ein, bei dem die Pläne der Bundesregierung „beschämend“ seien. Man hinke in Sachen Digitalisierung hinterher – ebenso wie bei der Ausrüstung der Bundeswehr. „Desaströs“ sei es und „peinlich“, dass die Munition gerade mal für einen Tag reiche, und dass von 112 Eurofightern nur vier in bewaffneter Form einsatzfähig seien. Eigentlich, so spottete Kubicki, müsse man Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Zu der Asylkrise, die sich zur Staatskrise ausgeweitet habe, stellte Kubicki klar: Dieses „Schauspiel“ um den Masterplan sei wegen drei bis fünf Menschen pro Tag aufgeführt worden, die man nun vielleicht mehr an der Grenze abweisen könne. Merkel und Seehofer hätten eben nicht bemerkt, „dass sie ihren Zenit überschritten haben“. Die FDP sei „Kämpfer für den Rechtsstaat“, stellte der Politiker aus Schleswig-Holstein klar, und schon allein aus diesem Grund müsse es eine starke FDP geben.

Kubicki formulierte auch die Grundforderung der Liberalen nach Selbstbestimmung. Er zum Beispiel wisse, dass Schokolade nicht gesund sei, „aber ich liebe Schokolade – am liebsten Vollmilch mit Nuss“. Und deshalb finde er es zwar falsch, dass 80 Prozent der Menschen nicht FDP wählen, aber er kämpfe eben auch um mehr Stimmen. Und während ein US-Präsident „durch die Welt trampelt“, morgen nicht mehr wisse, was er heute gesagt habe und so an einen gewissen Horst Seehofer erinnere, der bis vor kurzem „in Bayern sein Unwesen trieb“, machte Kubicki auch klar, „dass wir alle ohne Europa nichts sind“. Deutschland freilich dürfe sich da nichts anmaßen, dürfe nicht andere Länder dominieren, sondern müsse Vorbild sein. Langer Applaus für Kubicki und ein großer Schluck Helles.

Matthias Spettmann, der den Nachmittag im Stadtcafé moderierte, gab auch den örtlichen Kandidaten der FDP für die Landtags- und Bezirkstagswahl die Chance, sich vorzustellen: Jens Barschdorf, der Landtags-Direktkandidat, betonte dabei, dass es dringend notwendig sei, dass im Maximilianeum „wieder Menschen sitzen, die sich um die Heimat kümmern und die für Vernunft und Ordnung sorgen“. Die Asylkrise – für Barschdorf „reine Schaufensterpolitik“. Denn durch das, was da jetzt beschlossen worden sei, „werden nur die dümmsten Schlepper erwischt“. Speziell für die Region forderte er eine bessere Infrastruktur – und zwar beim ÖPNV, aber auch für den Individualverkehr, und mehr bezahlbaren Wohnraum.

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