+
Zum jüngsten Mitglied in der JU-Führung wurde Martin Hauner in Erlangen gewählt.

Erfolg in Erlangen

Martin Hauner steigt auf: Freisinger in JU-Landesführung gewählt

  • schließen

Für Martin Hauner (27) ist es eine unvergessliche Landesversammlung: nicht nur, weil die Mehrheit der Jungen Union den Abgang von Horst Seehofer fordert, sondern auch, weil er aufgestiegen ist: Der Freisinger hat es in den JU-Landesvorstand geschafft.

Freising – Mit 90,3 Prozent wurde Martin Hauner in Erlangen zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Jungen Union gewählt. „Ich bin mit diesem Ergebnis richtig glücklich“, berichtet der Freisinger – nicht nur, weil es das zweitbeste Resultat bei den Stellvertreter-Wahlen ist, sondern auch, weil Hauner als einziger neu in die Führungsspitze gewählt wurde. Mit 27 Jahren ist er zudem der Jüngste im Vorstand.„Für mich ist das Ehre und Verantwortung zugleich in einer herausfordernden Zeit.“

Die Landesversammlung hatte es in sich. Wie berichtet, rief die JU den Ministerpräsidenten im Zuge eines Initiativantrags mehrheitlich zum Rückzug auf. Seitdem ist die Führungsdebatte in der CSU offen ausgebrochen. „Ich war schon bei einigen Landesversammlungen dabei“, berichtet der 27-Jährige. „Die aber hat alles in den Schatten gestellt.“

Hauner selbst hat – wie die gesamte oberbayerische Fraktion – gegen die Seehofer-Meuterei gestimmt. Er habe zwar ein „einigermaßen großes Verständnis“ für den Unmut innerhalb der Jungen Union über Seehofers Abwesenheit in Erlangen. „Die JU war im Wahlkampf die Speerspitze der CSU. Wenn man ihr kurzfristig absagt, ist das schon enttäuschend.“ Zugleich hält er es aber für unklug, jetzt mitten in den aufreibenden Verhandlungen zu einer Jamaika-Koalition im Bundestag ein derartiges Signal zu setzen. „Seehofer jetzt das Vertrauen zu entziehen, ist zuviel des Guten.“ Hauner erwartet allerdings vom Ministerpräsidenten, dass er sich nach den Sondierungsgesprächen erklärt. Man dürfe die Suche nach den Gründen für die Wahlschlappe vom September nicht auf eine Person verengen. „Ein Weiter-So kann es nach diesem ernüchternden Ergebnis für die CSU aber auch nicht geben.“

Eine Konsequenz, die der Freisinger, Sohn von Landrat Josef Hauner, aus der Wahl zieht: Die führenden CSU-Politiker in der Staatskanzlei und den Ministerien müssten künftig stärker auf die Kommunalpolitiker hören. „Denn die stehen einfach mehr im Kontakt mit den Menschen.“ So will Hauner seine ablehnende Position zur dritten Startbahn am Flughafen weiter vehement vertreten. „Ich habe das im Bezirk getan und werde das auch auf Landesebene tun.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schmerzvoller Verlust für Freising
„Wenn man so lange lebt wie ich, hat man wirklich Riesenglück“, sagte Ludwig Haberstetter an seinem 80. Geburtstag. Jetzt, im Alter von 82 Jahren, hat sein Herz zu …
Schmerzvoller Verlust für Freising
Frischer Wind in der Führungsriege
Führungswechsel beim Burschenverein Eching: Nach zwei Jahren gab Vorsitzender Florian Schönigen sein Amt ab. Neuer Chef ist nun Christian Weiß. Auch weitere Posten …
Frischer Wind in der Führungsriege
Haushalt: Ohne Schulen hätte der Landkreis Freising keine Schulden
Müsste man nicht ständig in die Schulen investieren, „wäre der Landkreis ganz schnell schuldenfrei“, sagt Landrat Josef Hauner. Doch man muss investieren. Viel sogar. …
Haushalt: Ohne Schulen hätte der Landkreis Freising keine Schulden
Aussteigen aus Stress und Hektik
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“: Ganz im Sinne des traditionellen Weihnachtslieds öffnet die Domstadt Freising auch heuer wieder im wahrsten Sinne des Wortes …
Aussteigen aus Stress und Hektik

Kommentare