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Säcke von Müll sammeln die Marzlinger Fischer regelmäßig nach Schönwetter-Tagen an „ihrem“ Moosangersee zusammen. Die Hinterlassenschaften stammen von rücksichtslosen Ufergästen.

Berge von Abfall am Moosangersee

„Es ist kaum zu glauben“: Marzlinger Fischer fühlen sich als Müllschlucker

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Statt zu angeln, sind die Marzlinger Fischer fast nur noch damit beschäftigt, Müll am Moosangersee einzusammeln. Der Vorsitzende äußert einen eindringlichen Appell.

Freising – Sie kommen kaum noch dazu, ihrem Hobby nachzugehen: Statt zu angeln, sind die Mitglieder des Fischereivereins Marzling nur noch damit beschäftigt, liegengelassenen Müll am Moosangersee aufzusammeln – wenn sie überhaupt mal Gelegenheit bekommen, ihr eigenes Areal zu nutzen.

„Es ist kaum zu glauben, aber bei schönem Wetter ist eigentlich für uns Fischer kein Platz mehr an dem von uns gepachteten Moosangersee“, berichtet Hermann Steinberger, Vorsitzender des Fischereivereins. Denn dann werde der Weiher ringsum von jeder Menge „Partyfreudiger“ belagert.

Marzlinger Fischer: „Für uns bleiben nur Berge von Müll“

Sind die Horden abgezogen, ergibt sich für die Fischer aber erst recht ein unschönes Bild. „Dann bleiben für uns nur Berge von Müll zum Aufsammeln und Entsorgen zurück“, berichtet Steinberger. Dabei tritt der Vorsitzende stets gemäßigt auf, sucht immer wieder den Kontakt zu den Seebesuchern. „Uns wird zwar die Reinhaltung zugesichert“, berichtet er. „Aber je später der Abend mit reichlich Alkoholkonsum, desto schneller sind die Aufräumarbeiten vergessen.“

Am nächsten Tag liegen dann Flaschen, Glasscherben, Grillreste und anderes an den Ufern – teils auch im Wasser. „Alles gute Zureden ist praktisch in den Wind gesprochen“, ärgert sich Steinberger. „Wir Fischer sind dann die Dummen, die den Dreck wegräumen dürfen.“ Von der Entsorgung ganz zu schweigen.

Vorsitzender appelliert eindringlich an alle See-Besucher

Dabei äußert der Fischer durchaus Verständnis dafür, dass viele am See mal Party feiern möchten. „Nicht verständlich ist, seine Abfälle rücksichtslos anderen Erholungssuchenden zu hinterlassen.“ Es sei doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, den eigenen Müll zu entsorgen. Denn davon würden nicht nur die Fischer profitieren, sondern jeder Spaziergänger oder Seebesucher.

Steinberger möchte nicht alle über einen Kamm scheren. „Mein Dankeschön gilt den wenigen Leute, die ihren Abfall und auch den anderer aufsammeln.“ Sein Appell an alle: „Ein See ohne Berge von Dreck müsste doch möglich sein.“

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