Außenansicht des Vitalis-Seniorenzentrums St. Martin in Marzling mit Parkplätzen
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Nach dem verheerenden Corona-Ausbruch im Seniorenzentrum Marzling ist das Heim am Donnerstag einer behördlichen Prüfung unterzogen worden.

Zehnter Todesfall bestätigt

Zehnter Todesfall bestätigt: Landratsamt lässt Marzlinger Heim prüfen - 15 Infektionen in Heiliggeistspital

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Nach dem verheerenden Corona-Ausbruch im Seniorenzentrum Marzling hat es nun eine Kontrolle des Heims gegeben. Das Landratsamt kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.

  • Seit dem Coronaausbruch im Marzlinger Seniorenheim sind zehn Personen gestorben.
  • Fast 50 weitere Personen sind infiziert.
  • Jetzt hat das Landratsamt eine Prüfung des Heims durchgeführt - mit eindeutigem Ergebnis.
  • Im Heiliggeistspital in Freising wurden 15 Infektionen entdeckt.

Freising/Marzling – Seit Dezember wütet Corona im Vitalis-Seniorenzentrum St. Martin in Marzling. Jetzt ist eine weitere Person an den Folgen des Virus gestorben. Damit sind nun zehn Heimbewohner mit und an Corona verstorben. „Sie alle waren multi-morbide Bewohner, das heißt mit einer Vielzahl von Erkrankungen“, teilte Robert Stangl, Sprecher des Landratsamtes, mit. Außerdem wurden zwei weitere Mitarbeiter positiv getestet. Damit sind jetzt aktuell 40 Senioren und 16 Angestellte infiziert.

Auch im Vitalis-Heim in Freising ist die Zahl der Infizierten nochmals angestiegen: Im Haus Corbinian wurden inzwischen acht Personen, drei Mitarbeiter und fünf Bewohner, positiv auf Corona getestet. Wie berichtet, ist auch hier ein Bewohner gestorben.

Landrat: „Ich bin erschüttert“

Landrat Helmut Petz reagierte schockiert auf die Entwicklungen in den Heimen. „Ich bin erschüttert. Zum einen wegen der hohen Anzahl an Infizierten und zu beklagenden Todesopfer, zum anderen weil es bisher keine Erklärung für die hohe Ansteckungsrate gibt.“

Dabei hat das Landratsamt beide Heime nun selbst unter die Lupe genommen. Wie Stangl auf FT-Nachfrage mitteilte, fand am Donnerstag eine Hygiene-Begehung in Marzling statt. Teilnehmer waren zwei Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Freising, eine Mitarbeiterin vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), und die Pflegeleiterin der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK). Mit dabei waren auch der Heimleiter von St. Martin und die regionale Qualitätsmanagerin von Vitalis.

Begehung bringt eindeutiges Ergebnis

„Die Begehung der Einrichtung diente der Überprüfung, Beratung und Unterstützung aufgrund des Ausbruchsgeschehens“, erklärte Stangl. Das Ergebnis, zu dem das Landratsamt kommt: Corona-Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften werden nachweislich fachlich korrekt umgesetzt. „Schutzmaterial ist ausreichend vorhanden und wird korrekt eingesetzt“, teilte Stangl mit. „Es liefen zudem nachweislich unzählige Schulungen für alle Professionen in der Einrichtung.“ Bereits im Laufe des vergangenen Jahres hätten Begehungen des Gesundheitsamts in den Heimen stattgefunden. „Dabei konnten ebenfalls keine Mängel festgestellt werden.“

Auch Reaktionen der Angehörigen gibt es

Noch immer gibt es allerdings keine Aufschlüsse darüber, wie das Virus in das Heim gelangt ist, und warum es sich so massiv ausbreiten konnte. „Die hauseigenen Recherchen erbrachten kein Ergebnis. Bei den Schnelltests der Mitarbeiter, die zweimal wöchentlich stattfinden, waren die Ergebnisse stets alle negativ“, betonte Stangl. „Auch FüGK und Gesundheitsamt liegen keine Erkenntnisse zur Ursache vor.“

Alle Angehörigen sind über das Besuchsverbot informiert und reagieren laut Stangl verständnisvoll. „Angehörige haben im Vorfeld das Corona-Management der Einrichtung gelobt.“

Impfungen im Heim haben begonnen

Am Montag hat – verspätet durch das Hohe Ausbruchsgeschehen im Marzlinger Heim – auch die erste Impfrunde stattgefunden. „Wir haben alle gesunden und impfwilligen Senioren und Angestellten geimpft“, bestätigte BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl dem FT. In Marzling haben so laut Stangl bereits 32 Bewohner und 14 Mitarbeiter das Serum erhalten. Im Haus Corbinian kamen 72 Dosen für Senioren, 18 für Angestellte zum Einsatz.

Heiliggeistspital Freising: Bei Reihentestung 15 Infektionen entdeckt

Im Heiliggeistspital Freising sind 15 Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf Corona getestet worden. Das teilte das Landratsamt am Freitagnachmittag mit. „Nachdem zunächst ein positiver Test bekannt geworden war, organisierten die Hausärzte im Auftrag des Gesundheitsamtes Freising am Donnerstag eine Reihentestung der Mitarbeiter und Bewohner“, berichtet Behördensprecher Robert Stangl.

Nach den bisher vorliegenden Meldungen seien weitere 14 Heimbewohner infiziert. Im Kreise der Belegschaft seien keine Ansteckungen gemeldet. Es stehen jedoch noch Ergebnisse aus. Im Seniorenzentrum Corbinian Freising sind unterdessen weitere Coronafälle hinzugekommen. Mittlerweile sind fünf Bewohner der Einrichtung positiv getestet worden. Es gab einen Todesfall (wir berichteten). Außerdem haben drei Mitarbeiter ein positives Testergebnis erhalten. 

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