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Die Führungsriege der Floriansjünger im Landkreis hatte MdL Florian Herrmann zum Gedankenaustausch geladen. Die Feuerwehrler brachten eine Reihe von Themen aufs Tapet, die ihnen auf den Nägeln brennen.

MdL Florian Herrmann spricht mit Feuerwehr-Aktiven

Was den Wehren auf den Nägeln brennt

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Die Verfügbarkeit von Einsatzkräften, die zunehmende Alarmierung auch bei Bagatellen, das Dauerthema Rettungsgasse – beim „Blaulichtgespräch“ mit den Feuerwehren hatte MdL Florian Herrmann am Mittwoch viel zu notieren.

Freising – Seit 1. Juli ist die Novelle des Feuerwehrgesetzes in Kraft. Die Anhebung der Altersgrenze auf 65, die Möglichkeit, Kinderfeuerwehren einzurichten – „nichts Revolutionäres“, so versicherte Landtagsabgeordneter Florian Herrmann, der als innenpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion auch für das Feuerwehrwesen zuständig ist und traditionell im Sommer die Führungsriege der Floriansjünger zum Gedankenaustausch geladen hatte. Und die Feuerwehrler brachten eine Reihe von Themen aufs Tapet, die ihnen auf den Nägeln brennen.

Die Verfügbarkeit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte „ist und bleibt ein Thema“, betonten Freisings Stadtbrandinspektor Anton Frankl und der neue Kreisbrandrat Manfred Danner. Frankl betonte, dass Feuerwehrdienst eigentlich für Jeden eine Verpflichtung sei – nur wisse das kaum jemand. Patentrezepte, wie man angesichts zahlreicher Pendler auch tagsüber die Einsatzstärke gewährleisten könne, hatte keiner der Beteiligten. Immerhin: Dass Kommunen vielleicht künftig bei Stellenausschreibungen den Feuerwehrdienst als eine Art Einstellungskriterium anführen dürften, sei „eine Überlegung wert“, so Herrmann. Nach wie vor wichtig sei es auch, bei der Bevölkerung das Bewusstsein zu fördern, wie das Feuerwehrwesen organisiert sei: „Keine hauptamtlichen Kräfte, aber trotzdem Profis“, so das MdL.

Nächstes Thema: Die Feuerwehren würden von den Disponenten in der Leitstelle zunehmend öfter zu „Lappalien“ gerufen, bemängelte Frankl. Man sei aber beispielsweise nicht dazu da, ausgelaufene Kühlerflüssigkeit zu beseitigen. Das sei Sache des Straßenbaulastträgers. Da sollte der Disponent in der Leitstelle also genauer nachfragen, um unnötiges Ausrücken ehrenamtlicher Kräfte zu vermeiden.

Und noch ein Thema, das die Leitstelle betraf, kam zur Sprache: Kreisbrandinspektor Helmut Schmid beklagte, dass acht Jahre nach Einrichtung der Integrierten Leitstellen die ILS immer noch nicht untereinander vernetzt seien. Weil Menschen, die ein Feuer oder einen Unfall über 112 meldeten, deshalb oft bei der falschen ILS landeten und alles nochmals dann wiederholt werden müsse, koste das wertvolle Zeit – bis zu 15 bis 20 Minuten könnten das sein. Zu viele Minuten, wenn es um Leben und Tod gehe. Grund für den Mangel: Die Landeshauptstadt München ist noch nicht gerüstet.

Mit dem neuen Digitalfunk sei man „nicht ganz glücklich“, merkten die Feuerwehrler an, weil der Empfang innerhalb von Gebäuden schlechter sei als früher beim analogen Funk.

Und dann noch der Dauerbrenner Rettungsgasse. Schmid sagte, dass Strafen von 20 und 40 Euro lächerlich seien. In Österreich, wo man 2000 Euro Strafe zahlen müsse, klappe das viel besser.

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