Polizei Freising wird aktiv

Mehr Kontrollen für Freisings Radfahrer: "Nur zu ermahnen, hilft leider Gottes nicht"

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Freising - Nicht jeder Radler ist ein Rowdy im Straßenverkehr. Trotzdem sieht die Freisinger Polizei Handlungsbedarf. Bei der monatlichen Pressekonferenz erklärte PI-Chef Ernst Neuner, dass seine Leute ihr Augenmerk künftig mehr auf Radfahrer richten wollen. Das FT hat nachgehakt.

Herr Neuner, warum will die Polizei den Radfahrern verstärkt ihre Aufmerksamkeit widmen?

Wir machen die Erfahrung, dass eine Vielzahl von Radfahrern die Verkehrsregeln mehr als Empfehlung denn als Vorschriften versteht. Es gibt zwar keine signifikante Steigerung der Unfallzahlen, aber so weit wollen wir es auch gar nicht erst kommen lassen.

Welche Sünden fallen Ihnen bei Radlern besonders ins Auge?

Dass Radwege nicht genutzt werden. Dass sie nicht in die richtige Richtung befahren werden. Dass Radler bei der Mitbenutzung von Gehwegen zu schnell unterwegs sind. Dass die lichttechnischen Einrichtungen nicht einwandfrei funktionieren. Die wenigsten sitzen auf einem verkehrssicheren Fahrrad.

Wie wollen Sie dabei vorgehen?

Wir werden verstärkt Kontrollen durchführen und Verkehrsordnungswidrigkeiten auch ahnden. Nur zu ermahnen und zu sensibilisieren hilft leider Gottes nicht. Bittet man einen Radfahrer, dessen Beleuchtung nicht funktioniert, darum abzusteigen, geht er um die Ecke, steigt wieder auf und fährt weiter.

Bürgermeisterin Eva Bönig hat moniert, dass gerade unbegleitete junge Asylbewerber beim Radfahren nicht immer gemäß der Verkehrsregeln unterwegs sind. Ist da was dran?

Objektiv gibt es dazu keine belastbare Zahlen. Subjektiv betrachtet fallen sie im Stadtbild auf. Sie haben das Radfahren nie richtig gelernt. Daher wollen wir ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuer schulen, die dann als Multiplikatoren die jugendlichen Asylbewerber anlernen sollen.

Rubriklistenbild: © dpa

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