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30 Prozent Solarstrom bis 2030? Die Stadt Freising hat konkrete Pläne

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Von: Andreas Beschorner

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Das Bild zeigt die Flächen entlang der Bahn und der A92, die für die Ausweisung von Vorrangflächen für Freiflächen-PV-Anlagen in Betracht kommen.
Die Flächen entlang der Bahn und der A92 (hier ockerfarben dargestellt) kommen laut Analyse für die Ausweisung von Vorrangflächen für Freiflächen-PV-Anlagen in Betracht. © GRAFIK: MÜNCHNER MERKUR

Die Stadt Freising hat eine Konzept für Photovoltaik-Areale an der Bahnstrecke und der A 92 beschlossen. Doch es gab auch Kritik daran.

Freising – 2013 hat die Stadt das Integrierte Klimaschutzkonzept beschlossen. Um die damit verbundenen Ziele zu erreichen, muss die regenerative Stromversorgung massiv nach oben gefahren werden. Eine zentrale Stellung nehmen dabei Freiflächen-Photovoltaikanlagen ein. Jetzt hat man in der Stadt die Ergebnisse einer Standortuntersuchung von 2010 und einer Bachelorarbeit von 2021 zusammengeführt und damit Vorrangflächen für künftige PV-Anlagen auf der freien Fläche festgelegt.

Die Analyse

Kürzlich wurden die Ergebnisse im Planungsausschuss präsentiert – und stießen nicht bei allen Stadträten auf Zustimmung. Im Vorgriff auf eine Potenzialanalyse, die vom Landkreis zusammen mit der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf demnächst erarbeitet wird, hat die Stadt den prognostizierten Strombedarf im Jahr 2030 ermittelt: Ausgehend von einer Steigerung um 20 Prozent gegenüber 2020 – wie das Bundeswirtschaftsministerium schätzt – läge der jährliche Strombedarf bei 374,4 Millionen Kilowattstunden (kWh).

Für die Ausweisung von Vorrangflächen für Freiflächen-PV-Anlagen kommen laut Analyse besonders Flächen entlang der Bahnlinie und der A 92 in Betracht.

Ziehe man von diesen Flächen 25 Prozent für Wildtierkorridore entlang der Bahnlinie und jeweils zehn Prozent der Flächen pauschal für „kleinere Hindernisse“ ab, verbleibe eine Gesamtfläche von 77 Hektar, auf der 76,23 Millionen kWh pro Jahr erzeugt werden könnten.

Nimmt man dann noch an, dass sich der jährliche Zubau von PV-Dachanlagen bis 2030 verdoppelt, könnten 2030 rund 30 Prozent des gesamten Bedarfs der Stadt durch Solarstrom gedeckt werden.

Die Diskussion

Was für Umweltreferent Manfred Drobny (Grüne) ein „durchdachter Vorschlag“ war, stieß Anton Frankl (FSM) sauer auf: Man solle nicht dort, wo gute Ackerflächen vorzufinden seien, PV-Anlagen installieren, sondern schlechte Ackerflächen nutzen, etwa im Freisinger Moos. Denn für jeden Hektar, den man hier aus der Lebensmittelproduktion nehme, müsse im Amazonas ein Hektar Regenwald abgeholzt werden. „Wir müssen global denken.“

Robert Weller (FW) fand diese Argumentation schlüssig, Frankl habe „nicht ganz Unrecht“. OB Tobias Eschenbacher versicherte, man werde und müsse im Fall des Falles noch Gespräche mit Bauernverband, Bund Naturschutz & Co. führen. Zudem sei die Stadt gar nicht im Besitz aller als Vorranggebiet für PV vorgesehenen Flächen.

Der Beschluss

Angenommen wurde das Konzept im Planungsausschuss mit zwei Gegenstimmen – denen von Frankl und Weller.

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