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„Mei, Wahnsinn!“: 15-Jähriger baut als Schulprojekt Tiny House - Als er damit vorfährt, flippen alle aus

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Von: Manuel Eser

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Das Bild zeigt das Tiny House auf dem Anhänger
3490 Kilogramm wiegt das Tiny House. Nur elf Kilo mehr, und Florian Dittmar hätte es gar nicht auf dem normalen Verkehrswege zur Schule fahren dürfen. Erlaubt ist ein Gewicht bis zu 3500 Kilo. © Lehmann

Im Rahmen einer Schularbeit hat Florian Dittmar aus Freising ein Tiny House gebaut. Der 15-Jährige ist wohl der jüngste in Deutschland, der das geschafft hat.

Freising - „Ich wollte etwas Besonderes auf die Beine stellen, und es ist genial, dass ich es jetzt fast geschafft habe“, sagt Florian Dittmar. Mehr als zwei Jahre hat der Freisinger Montessori-Schüler an seinem Tiny House gebaut, das auf einem Anhänger steht und an unterschiedlichste Plätze gebracht werden kann. Rechtzeitig zur Präsentation ist Florian Dittmar mit seinem Projekt fertig geworden, das im Rahmen der sogenannten Großen Arbeit entstanden ist. Wobei: Große Arbeit ist für dieses XXL-Unterfangen beinahe noch untertrieben.

Das Material

2200 Schrauben hat der Jugendliche an seinem 2,55 Meter breiten, 7,20 Meter langem und fast vier Meter hohem Tiny House angebracht, 600 Laufmeter Holzbalken für das Ständerwerk verwendet. 200 Laufmeter Lärchenholz hat er per Hand von 24 auf 17 Millimeter gehobelt. Er hat 300 Meter Stromkabel verlegt und 40 Rollen Klebeband abgerollt. Elf verschiedene Maschinen kamen zum Einsatz, 1800 Arbeitsstunden investierte Florian. Große Arbeit? Gigantische Arbeit

Fernsehteam mit dabei

Entsprechend beeindruckt war die Schulfamilie, als der 15-Jährige mit dem Tiny House angerollt kam, es vor dem Gebäude der Montessori-Schule in Lerchenfeld parkte und mit einem ZDF-Team aus dem Wagen stieg. Tenor der Lehrer und Schüler, die das Tiny House von innen und außen inspizieren durften: „Mei, Wahnsinn!“ Florian nahm es stolz zur Kenntnis.

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Bemerkenswerte Arbeit

„Unsere Schüler überraschen uns jedes Jahr mit ihren Projekten zur Großen Arbeit“, sagte Alceste Kapfer-Avonda, Vorständin des Montessori-Zentrums Freising. „Das, was Florian hier präsentiert, gehört aber zu den größten und den besonders bemerkenswerten Arbeiten.“

„Hin und weg“

Das Bild zeigt die Montessori-Vorstandsdamen Alceste Kapfer-Avonda, Yvonne Hänsgen sowie Schulleiterin Angelika Herzog.
In Staunen versetzte Florian Dittmar mit seinem Tiny House (v. r.) die Montessori-Vorständinnen Alceste Kapfer-Avonda und Yvonne Hänsgen sowie Schulleiterin Angelika Herzog. © Lehmann

Auch Schulleiterin Angelika Herzog war hin und weg. „Was mich am meisten beeindruckt hat, war, dass Florian so lange durchgehalten hat“, erklärte sie. „Eine große Anfangsidee zu haben, ist das eine. Den Plan aber durchzuziehen, ohne sich zu verzetteln, ist aber eine tolle Leistung.“ Die Schulleiterin war von dem Tiny House so begeistert, dass sie es selbst bereits ernsthaft in Erwägung zieht, es zu mieten. „Ich bin auf jeden Fall die erste Anwärterin“, sagte sie.

Der Stellplatz

Für sein Tiny House hat Florian bereits einen Stellplatz. Eine Bekannte hat ihm angeboten, es auf ihrem Hof im Bayerischen Wald unterzubringen. „Sie organisiert die Vermietung“, berichtete der 15-Jährige. „Ich bekomme einen Teil der Einnahmen und kann so meinem Vater das Geld zurückzahlen, das er investiert hat.“

Das Bild zeigt Florian Dittmar in der Tür seines Tiny House.
Geschafft: Florian Dittmar hat sein Tiny House. © Lehmann

Da steckt viel Mathe drin

Allerdings hat der Schüler nun die Qual der Wahl. Denn auch das Montessori-Zentrum hat Interesse daran, das Tiny House zumindest zeitweilig zu beherbergen, wie Alceste Kapfer-Avonda mitteilte. „Florian könnte es auf unserem Grundstück aufstellen, sodass es sich zu Unterrichtszwecken verwenden lässt. Denn in dem Tiny House steckt ja auch viel Mathe drin.“ Die Montessori-Schüler bekämen durch das Anschauungsstück einen ganz anderen Bezug zur Praxis.

Die Urkunde

Seine Präsentation brachte der 15-Jährige ebenfalls gut über die Bühne. Für seine Leistung bekam er eine Urkunde, Noten gibt es an der Montessori-Schule nicht. Ohnehin ist es eine andere Zahl, die Florian mehr interessiert hat. 3490 Kilogramm wiegt sein Tiny House, wie bei der Fahrt zu einer Großwaage herauskam. „Das ist eine absolute Punktlandung“, erklärt er. „Nur elf Kilo mehr, und ich dürfte mit dem Tiny House in Deutschland nicht auf den Straßen fahren.“

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