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Immer wieder brandete im Freisinger Sparkassen-Saal Beifall auf: Die Vertreter von über 40 sozialen Einrichtungen applaudierten den Rednern des Abends, den Musikern und nicht zuletzt sich selbst. Letzteres haben sie sich für ihr gutes Werk wahrlich verdient.

„Menschen-in-Not“-Spendengala des Freisinger Tagblatts

Freude im Angesicht der Tragik

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Viele Gesichter strahlten am Montagabend im Freisinger Sparkassen-Saal. Mehr als 40 Ehrenamtliche erhielten Schecks aus der FT-Spendenaktion „Menschen in Not“ für ihr jeweiliges Projekt. Der Applaus galt auch den FT-Lesern.

Gast aus München: Der Chefredakteur der MM-Außenredaktionen, Bernd Ernemann (r.) ließ es sich nicht nehmen, an der Seite von Dekan Jochen Hauer einen Spendenscheck an Christina Mayer vom Frauenhaus zu überreichen.

Freising – Es war ein Schlag in die Magengrube. Als der stellvertretende FT-Redaktionsleiter Wolfgang Schnetz am 3. September 2017 zum Sonntagsdienst kam, erfuhr er von einem schrecklichen Unfall: Ein Freisinger (54) war beim Urlaub auf Mallorca bei einem unverschuldeten Autounfall gestorben. Seine Frau Iris und seine elfjährige Tochter Amely überlebten den Unfall schwer verletzt. „Für mich war das ein fürchterlicher Arbeitstag“, berichtete Schnetz den Gästen der Spenden-Gala. Für ihn war es ein schlimmes Déjà-vu: Exakt ein Jahr zuvor war auf derselben Straße eine vierköpfige Freisinger Familie gestorben. Auch damals hatte der Vize-Chef Dienst.

So sieht Freude aus: (v. l.) die Freisinger Sozialreferentin Waltraud Heinlein-Zischgl, Irene Thaler vom Verein Phoenix und „Menschen-in-Not“-Organisatorin Maria Hohlneicher-Kämmerling.

Der dramatische Fall von Amely macht klar: Bei aller Freude, die im Rahmen der Spendenübergabe herrschte – hinter der Spendenaktion „Menschen in Not“ stecken traurige Geschichten. Und es hat sich gezeigt, dass die Familientragödie nicht nur die FT-Redakteure bewegt hat. „Viele Leser sind davon berührt, weil es jeden von uns treffen könnte“, sagte Schnetz in seiner Rede. „So spenden sie einen Teil ihres Einkommens. Das können 20 oder 50 Euro sein oder auch vierstellige Beiträge.“ Insgesamt kamen 202 694 Euro an Hilfsgeldern zusammen. 

Charmante Boten: Dekan Jochen Hauer (l.) und Weihbischof Bernhard Haßlberger überreichten die Schecks im Beisein von Sparkassen-Vorstandsmitglied Irene Dullinger (2. v. l.). Über das Geld freute sich Sabine Hallerberg von der Wärmestube Freising.

Das ist ebenso Rekord wie die Anzahl der Geldgeber in diesem Jahr: Über 2000 Leser haben gespendet. Rund 40 Fallbeispiele wurden im FT geschildert. Geschichten von Menschen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, die durch Jobverlust oder Krankheit aus der Bahn geworfen wurden. Vertreter von mehr als 40 sozialen Einrichtungen (siehe Kasten), die sich um diese Menschen kümmern, erhielten Schecks. Überreicht wurden sie auf charmante Art von Weihbischof Bernhard Haßlberger und Dekan Jochen Hauer. Alle, die bedacht wurden, freuten sich über das Geld, das ihnen dabei hilft, ihr gutes Werk fortzuführen. Besonders anrührend war es, wie würdevoll die Vertreter der Selbsthilfegruppen die Kuverts entgegennahmen. Die im Rollstuhl oder auf Krücken nach vorne kamen und in ihrer Dankbarkeit am Liebsten jedem die Hand geschüttelt hätten. 

Die Sparkasse hatte für die Spenden-Gala wieder ihren Saal zur Verfügung gestellt. In Vertretung von Sparkassenchef Johann Kirsch begrüßte Vorstandsmitglied Irene Dullinger die Gäste. Für Speis und Trank sorgte der hauswirtschaftliche Fachservice mit Marianne Heigl.

„Großartig, was die Ehrenamtlichen leisten“: Landrat Josef Hauner war am voll des Lobes – auch für Verena Burger vom Familienpflegewerk.
Sie trafen den richtigen Ton: Die Mitglieder der Familienmusik Meindl sorgten mit ihren teils besinnlichen, teils heiteren Stücken für die musikalische Umrahmung des Abends. Seit Jahren lässt es sich das Traditionsensemble nicht nehmen, die Spendenaktion mit vollem Einsatz zu unterstützen.


Allen zollte Landrat Josef Hauner Respekt. „Das Rekordergebnis ist zum einen ein Beweis dafür, dass es viele Menschen gibt mit Gespür für andere, denen es nicht so gut geht. Zum anderen ist es ein Zeichen, dass es sehr viele Ehrenamtliche gibt, die diesen Dienst tun.“ Eine Person hob er hervor: Maria Hohlneicher-Kämmerling. Die frühere FT-Redaktionssekretärin kümmert sich schon so lange federführend um „Menschen in Not“, dass sie selbst gar nicht mehr weiß, wie lange schon. Auch im Ruhestand ist sie der Sache treu geblieben. „Es ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit“, sagt sie. „Es bereitet mir große Freude, dazu beizutragen, so viele Menschen glücklich zu machen.“

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