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Eine unerfreuliche Neuigkeit für die MiBiKids: Der Verein schrieb jetzt zum ersten Mal rote Zahlen.

10.000 Euro im Minus

MiBiKids Freising: Verein für Deutschförderung schreibt erstmals rote Zahlen

Eine unerfreuliche Neuigkeit für die MiBiKids: Der Verein schrieb jetzt zum ersten Mal rote Zahlen. Vorsitzender Samuel Foss wirbt um Unterstützung.

Landkreis– Samuel Fosso, der Vorsitzende des Vereins MiBiKids (Migration-Bildung-Kinder) hat bei der Mitgliederversammlung von den Aktivitäten des vergangenen Jahres 2018 berichtet und Ausblicke für das laufende Jahr 2019 gegeben. Eine unerfreuliche Neuigkeit: Der Verein schrieb jetzt zum ersten Mal rote Zahlen.

Im Jahr 2018 lagen die Gesamtkosten für die MiBiKids-Deutschförderung bei jährlich 224 Euro pro Teilnehmer und summierten sich auf 47.924 Euro. Insgesamt wurden 36.944 Euro eingenommen. Damit waren in der Gesamtbilanz die Ausgaben erstmals größer als die Einnahmen: minus 10.981 Euro. Für die Zukunft arbeite der Verein weiter an einer Konsolidierung der Einnahmen, hieß es in der Versammlung.

Ein Etappenziel könnte schon 2019 erreicht werden: So wie schon Neufahrn und Moosburg haben auch Hallbergmoos und Freising beschlossen, MiBiKids finanziell durch die Bereitstellung eines Defizitausgleichs aus dem Haushalt zu unterstützen. Dadurch wären dieses Jahr selbst bei ausbleibenden Spenden etwa 25 Prozent der Kosten durch öffentliche Gelder abgesichert.

Einen herzlichen Dank richtete Samuel Fosso im Auftrag des MiBiKids-Vorstands an alle Unterstützer. Darunter sind die Schulen, die die Räume kostenfrei zur Verfügung stellen, Firmen, Stiftungen und Vereine aus der Region, aber auch viele private Spender, deren Anteil an den gesamten Spenden 2018 immerhin 30 Prozent betrug.

Samuel Fossolegte die Jahresbilanz vor.

Wichtig ist dem Verein absolute Transparenz bei der Verwendung der Spenden und der öffentlichen Gelder. So bekommen alle Unterstützer und Mitglieder jährlich eine detaillierte Auflistung der Ausgaben. Obwohl schon viele der Gruppenleiter auf ihre Aufwandsentschädigung verzichten, wird mit 56 Prozent der Großteil der Einnahmen für die Gruppenstunden selbst verwendet, zum Beispiel für Material und Aufwandsentschädigungen. Gefolgt wird dieser Punkt von den Personalkosten für die Einstellung einer Teilzeitkraft für die Verwaltung (26 Prozent des Gesamtetats) und der Miete für den Vereinsraum (3300 Euro, sieben Prozent). Im Jahr 2019 rechnet der MiBiKids-Verein mit Ausgaben in Höhe von 55 646 Euro.

Die Mitgliederzahl beträgt derzeit 149. An den Deutschförderkursen nehmen 220 Kinder und neun Mütter teil. Kooperationen mit Kindergärten, Schulen, diversen Organisationen und öffentlichen Institutionen seien sehr gut gewesen, der Verein sei im Landkreis Freising gut vernetzt. „Diese Akzeptanz bestätigt uns in unserem Vorhaben, Migrantenkinder und ihre Eltern weiter zu unterstützen“ sagte Vorsitzender Fosso.

Dass ständig neue Anmeldungen eintreffen, überrasche ihn nicht, denn diese Form der außerschulischen Deutschförderung sei weiterhin einzigartig im Landkreis. „Als Reaktion auf die große Nachfrage haben wir in den acht Jahren seit der Gründung das Angebot auf mittlerweile sechs Standorte erweitert. Das stellt uns als Verein natürlich vor große Herausforderungen“, sagte Fosso. Im laufenden Schuljahr sind zwölf Gruppen in Neufahrn, 27 in Freising, elf in Moosburg, eine in Hörgertshausen, fünf in Nandlstadt und erstmals auch vier Gruppen in Hallbergmoos eingerichtet worden. Die Teilnehmer – etwa 70 Prozent Schul- und 30 Prozent Kindergartenkinder – stammen aus 43 Nationen. Insgesamt betreuen 43 ehrenamtliche Gruppenleitern die Kurse und leisteten 2018 etwa 2000 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Der Verein sucht aber weiterhin nach neuen Gruppenleitern für alle Standorte.

Und welche Visionen hat der Verein für die Zukunft? „Es wäre schön, wenn wir die Förderung bei den Vorschulkindern und den Viertklässlern intensivieren und wenigstens zwei Stunden pro Woche anbieten könnten“, sagt Fosso. „Aber ohne eine Konsolidierung der Finanzierung und mehr Räume für die Gruppenstunden können wir uns das nicht leisten.“ Deshalb wirbt der MiBiKids-Vorsitzende weiter um Unterstützung.  ft

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