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Abschied für einen verdienten Historiker: Rudolf Goerge, Norbert Göttler (Bezirksheimatpfleger) und Landrat Josef Hauner (v. l.).

Feier im Landratsamt

Der Missionar in Sachen Heimatpflege: Historiker Rudolf Goerge wird verabschiedet 

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45 Jahre hatte er sich der Heimatpflege verschrieben. Jetzt wurde Rudolf Goerge verabschiedet. Der Missionar in Sachen Heimatpflege sagt Servus.

Freising – Erst ehrenamtlich, dann hauptamtlich, dann wieder ehrenamtlich. Insgesamt ist Rudolf Goerge so auf 45 Jahre gekommen, in denen er als Kreisheimatpfleger als „Missionar in Sachen Heimatpflege“ unterwegs war – belesen, zwischen Brauchtum und Barock, stets kompetent, viel gefragt und immer mit einem feinen Humor ausgestattet. Jetzt hat Goerge endgültig seinen Hut genommen. Und das war dem Landkreis einen Festakt wert.

Vier Landräte im Amt hat Rudolf Goerge erlebt: von Ludwig Schrittenloher, der ihn 1974 fragte, ob er ehrenamtlich Kreisheimatpfleger werden wolle („Wie man ausgerechnet auf mich kam, weiß ich bis heute noch nicht“), über Manfred Pointner und Michael Schwaiger bis hin zu Josef Hauner. Der sprach bei der Verabschiedung Goerges am Dienstag im ehemaligen Festsaal des Prämonstratenser-Klosters von einem „denkwürdigen Tag“. Dass die Ampertaler Kirtamusi und die Geschwister Laschinger ebenso aufspielten wie das Marstall-Barockensemble passte so recht zu der Bandbreite des Kultur- und Kunstverständnisses, das Goerge seit fast einem halben Jahrhundert im Dienste und zum Wohle des Landkreises gepflegt und gelebt hat. Goerge, so hatte es Hauner in seinem Grußwort zusammengefasst, sei eben „die Idealbesetzung“ für diesen Posten gewesen. „Seine Produktivität macht sprachlos“, lobte Hauner den Mann, der als Autor im Verbundkatalog der Bayerischen Bibliotheken fast 200 Mal auftaucht – Beiträge zu Katalogen, Aufsatzsammlungen und Tageszeitungen noch gar nicht einberechnet. Nur logisch, dass Goerge 2009 mit dem Kulturpreis des Landkreises Freising für sein Lebenswerk auf dem Gebiet der Heimat- und Kulturpflege ausgezeichnet wurde.

Goerge: „Die Arbeit hat mir stets Freude gemacht“

Goerge selbst trat bei seiner Verabschiedung auch ans Rednerpult, blickte in der ihm eigenen, von vielen feinsinnigen Zitaten aus dem Lateinischen und von Goethe durchsetzten Art auf sein Wirken zurück: Die Arbeit, so sagte er, habe ihm viel Freude gemacht, auch wenn sie „nicht immer leicht“ gewesen sei. Denn manch einer sei ihm „nicht wohlgesonnen gewesen“. Ein wichtiger Bereich seines Wirkens seien die zahllosen Vorträge gewesen, bei denen er sogar in Bierzelten unterwegs gewesen sei. „Leidenschaftlich“ habe er Führungen zu den Sehenswürdigkeiten in Freising und Umgebung unternommen, sei stets beim Tag des offenen Denkmals dabei gewesen. Den Marstall und den Kreuzgang des Landratsamts habe er als idealen Rahmen für Ausstellungen etabliert, fast jeder Form der künstlerischen Darstellung und auch internationalen Kulturschaffenden eine Bühne geboten.

Volksmusik und Volkstanz waren weitere Bereiche, die Goerge hochhielt: „Dabei war ich immer bemüht, gute bayerische Mundartliteratur zu bieten und keine blöden abgeschmackten Witze“, betonte Goerge, dem seit 45 Jahren sämtliche Arten der Verballhornung von Traditionen ein Graus sind. 2005 habe er zusammen mit Christoph Eglhuber die Reihe „Musik im Marstall“ gegründet, was längst zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Freisinger Kulturkalender geworden ist. Goerge, der seit über 40 Jahren auch beim großen Martinszug in der Innenstadt als Sprecher auftritt, ist zudem einer, der mit der Kulturpreisverleihung des Landkreises (seit 1982) untrennbar verbunden ist: Seine Laudationes sind legendär.

Goerge hat den Landkreis Freising geprägt

Goerge, ein – man glaubt es kaum – Ostpreuße, der zusammen mit seiner Mutter und neun Geschwistern im Zweiten Weltkrieg „bei größter Kälte vor den Russen fliehen“ musste, hat den Landkreis geprägt, dessen kulturellen Schatz bewahrt.

Dass zu diesem Anlass auch der Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler nach Freising kam, um über den Wandel des Heimatbegriffs und dessen Auswirkungen auf die Heimatpflege zu reden, war würdig und recht. Und dass man sich zu Ehren Goerges im Marstall zum gemeinsamen Festessen traf, war bärig und griabig, wie Goerge wohl sagen würde.

Auchin Moosburg gab es einen Abschied

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