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Mut zu Fehlern wünscht Axel Liebetrau (r.) den Vertretern der Freisinger Bank – (v. l.) Karl Niedermeier, Andrea Stommel, Reinhard Schwaiger und Richard Bauer. Der Innovationsforscher war unterhaltsamer Gastredner bei der Matinee, zu der die Genossenschaftsbank im Rahmen ihres 125-jährigen Bestehens eingeladen hatte.

125-jähriges Bestehen

Mit Stolz und Stil: Freisinger Bank eröffnet Jubiläumsjahr mit Matinee

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Elegant und schwungvoll war die Matinee, mit der die Freisinger Bank in ihr Jubiläumsjahr gestartet ist. Der Gastredner sorgte für die Pointe.

Freising – Das größte Kompliment für die Freisinger Bank kam von der Konkurrenz. Vor rund zwei Jahren kam Johann Kirsch, Leiter der Sparkasse Freising, auf Karl Niedermeier zu, Vorstand der Genossenschaftsbank. „Niedermeier, um dieses schöne Haus beneide ich Sie“, sagte Kirsch. Die Anekdote erzählte Niedermeier am Donnerstag bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen der Freisinger Bank. Die Wertschätzung seines Sparkassen-Kollegen habe ihn stolz gemacht.

Nicht nur mit Stolz, sondern auch mit Stil gestaltete die Freisinger Bank den Auftakt ins Jubiläumsjahr. Und Wertschätzung erlebte die Genossenschaft im Rahmen dieser Matinee ebenfalls. Rund 120 geladene Gäste waren in das beneidenswerte Gebäude geströmt – Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von Vereinen und Kirchen tummelten sich im dritten Stock auf der Galerie. Nahezu jeder hatte Rang und Namen. Dazu spielten Saxofonist Claus Koch und Bassist Andreas Kurz eleganten Jazz.

Bank wurde aus der Not geboren

„Wir blicken auf eine Erfolgsgeschichte zurück“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Richard Bauer. Das Vertrauen der Kunden sei das Fundament gewesen, um Stabilität und Solidität erwachsen zu lassen. Und das Kreditinstitut habe zurückgezahlt. „Die Finanzkrise 2008 etwa ist fast spurlos an uns vorübergegangen.“ Reinhard Schwaiger, Vorstandsvorsitzender der Bank, verwies auf das Motto, das sich das Geldinstitut zum Jubiläum gegeben hat: „Aus Tradition Zukunft gestalten.“ Darin liege viel Kraft und Optimismus. „Ich bin stolz, dass ich mitgestalten und Verantwortung mittragen kann. Denn wir haben allen Grund, positiv und mit Mut in die Zukunft zu blicken.“

An die Wurzeln der Bank erinnerte Niedermeier. Vor 125 Jahren hatte Pfarrer Joseph Kaltenhauser mit 15 Landwirten die Spar- und Darlehenskasse Wolfersdorf gegründet – die Keimzelle, aus der die Freisinger Bank hervorgegangen ist. Die Idee war aus der Not geboren. Missernten und hohe Preise für das Saatgut hatten die Bauern in Bedrängnis gebracht. „Die Idee war es, die Bauern mit Krediten zu versorgen, dass sie sich Saatgut kaufen können, um wirtschaftlich zu wachsen“, erklärte Niedermeier. „Dieser Grundgedanke gilt noch heute.“ Inzwischen ist die Bank selbst deutlich gewachsen. 14 000 Mitglieder und 41 000 Kunden vertrauen dem Kreditinstitut. 14 Filialen gibt es im Landkreis.

„Ansonsten werden Sie zu reinen Verwaltern“

Sich damit nicht zufriedenzugeben, war die Botschaft, die Gastredner Axel Liebetrau dem Jubilar gab. Nur wer sich weiterhin Ziele setze, könne sich weiterentwickeln und Zukunft gestalten. „Ansonsten werden Sie zu reinen Verwaltern“, sagte der Innovationsforscher. „Aufgabe von Führungskräften ist es, den Mitarbeitern zu vermitteln, wo die Reise hingeht.“

Liebetrau warb in seinem unterhaltsamen Vortrag auch für eine Fehlerkultur. Er berichtete von dem Pinguin Award. „Der wird an jemanden verlieren, der ein Projekt an die Wand gefahren hat“, berichtete Liebetrau. „Honoriert wird natürlich nicht, dass jemand ein Desaster verursacht hat, sondern dass jemand den Mut hatte, etwas auszuprobieren. Und dass er die Eier hatte, über seine Fehler zu reden, weil dann andere davon profitieren können.“

Matinee endet mit einer Pointe

Der Bank wünschte er für die Zukunft viel Kreativität. „Dann wird die 150-Jahrfeier mit dem zehnjährige Jubiläum des Tags zusammen fallen, an dem die Freisinger Bank die Sparkasse übernommen hat. Dann können wir es richtig krachen lassen.“

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