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Zur Kasse bitte! Karin Hinz, hauptamtsleiter Rupert Widmann, Erich Stenzel und Kollegen (v.l.) kassierten Bares für Rares aus dem Theatermobiliar-Abverkauf.

Mobiliarverkauf im Asamtheater ein Riesenerfolg

Das große Stühle- und Tischerücken

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Jetzt geht’s los. Und deshalb musste alles raus. Fast alles. Kurz vor dem Startschuss für die Generalsanierung des Asamgebäudes war am Samstag im ehemaligen Lyceum Ausverkauf für alles, was an Mobiliar und Ausstattung nicht mehr benötigt wird. Die Auswahl war groß. Der Ansturm auch.

Freising – Florian freute sich: Er war einer von denen, die sich einen Teil der alten Theaterbestuhlung aus dem Asamsaal sichern konnten: Vier solcher Stühle mit Klappsitzfläche zum Preis von 30 Euro kann Florian jetzt sein eigen nennen und in der Wohnzimmerküche aufstellen. Das seien schon ganz besondere Stühle, schwärmt er. Dafür hätte die Stadt durchaus auch mehr verlangen können, sagte er mit einem Augenzwinkern.

Hat sie aber nicht, weil man durch den Verkauf des nicht mehr benötigten Inventars die 45 Millionen Euro Sanierungskosten für den Asamkomplex eh nur schwerlich decken konnte und wollte. Die Preise – und das waren Festpreise – waren die Folge einer objektiven Restwerteermittlung durch einen Gutachter. Und die ergab für schwere, massive Holzmöbel (vor allem Schreibtische) aus den 50er und 60er Jahren Preise ab 200 Euro. Einfache, schmucklose, graue Schreibtische mit Tischplatten aus Resopal gab es für 20 Euro, alte Bürostühle gar schon für zwei Euro.

Die Theaterklappsitze wurden vor Ort demontiert: Elisabeth Maier aus Freising ließ sich drei Stück abschrauben.

Hauptamtsleiter Rupert Widmann hatte den Überblick über den Ausverkauf im ersten und zweiten Stock: Während die einfachen Alltagsmöbel weniger Zuspruch fanden, setzte von Anfang an ein echter Run auf die etwas außergewöhnlicheren Stücke ein. Zum Beispiel waren nach kurzer Zeit all die weißen Tische und dazugehörigen Stühle verkauft und vergeben, die man seit Jahrzehnten aus dem Asamfoyer kennt. Und auch die Wandlampen hatten zum Großteil schnell ihren Besitzer gewechselt. Der große runde Leuchter aus dem Asamfoyer hatte dabei einen ganz besondere Kunden gefunden: Für 170 Euro kauften ihn die Macher des Uferlos-Festivals, wo er offenbar künftig im Kaffeehauszelt hängen soll, wusste Erich Stenzel vom Organisationsamt der Stadt Freising.

Besonders gewerkelt wurde im Asamsaal: Eine Umzugsfirma war engagiert und beauftragt worden, um die verkauften Teile der Stuhlreihen abzumontieren. Es herrschte ein stetes und fleißiges Schrauben und Hämmern, wie man es im altehrwürdigen Festsaal des ehemaligen Lyceums unter den Asam-Gemälden künftig bei der Sanierung öfter hören wird.

Wuchtige Schreibtische aus den 50er- und 60er-Jahren gehörten zu den besonderen Objekten der Begierde.

Mancher Käufer stand dann freilich vor dem Problem, dass die Reihe aus fünf Theaterstühlen, die er da erworben hatte, doch nicht so ganz ins Auto passte. Für solche Fälle – und für die schweren, massiven Teile des Mobiliars – konnte ein Abholtermin vereinbart werden.

Wer nicht gleich beim ersten Ansturm dabei war, dem blieb gar nicht mehr so viel an Auswahl übrig. Lediglich nicht gerade attraktive Schreibtische und Holzungetüme, manch ein schmuckloser Schrank und gar nicht besondere Stühle, vielleicht auch noch ein paar Garderobenteil, auf jeden Fall aber ein kleiner, vorsintflutlicher Röhrenbild-Fernseher waren dann noch zu haben. Kulturreferent Hubert Hierl, der eineinhalb Stunden nach Beginn des Ausverkaufs in das Asamgebäude kam, quittierte diesen Erfolg gar nicht traurig so: „Na, das ist doch gut und wunderschön.“

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