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Das Beratungsteam beim Ergebnis-Workshop: (v. l.) Marianne Pfaffinger (Green City), Prof. Gebhard Wulfhorst (TUM), Ulrich Glöckl (Verkehrsplanungsbüro Schlothauer & Wauer), Elias Pajares (TUM) und Eva Heller (Schlothauer & Wauer). 

Gemeinden wollen mehr Busse und Radwege 

Mobilität im Kreis Freising: Hier drückt der Schuh

Beim Thema Verkehr liegt Vieles im Argen, auch im Landkreis Freising. Wo soll man ansetzen? Hier einige Antworten.  

Freising – Große Visionen zum Thema Mobilität bis zum Jahr 2040 haben die Lokalen Arbeitsgruppen (LAG) der mittleren Isar-Region und dem Ampertal in vergangen Treffen immer wieder angerissen. Es gilt vor allem, die Kommunen für ein neues Mobilitäts-Management zu begeistern. Am Dienstag haben sich die Berater, Arbeitsgruppen, Gemeindemitglieder, Bürgermeister und Referenten aus dem Landkreis (und darüber hinaus) zu einem Ergebnis-Workshop im Landratsamt getroffen.

Die Bürger mitnehmen!

Im Mittelpunkt der LAG steht die Bürgerbeteiligung mit dem EU-Förderinstrument „Leader“, das einen Zusammenhalt und eine Zusammenarbeit ganzer Regionen forcieren soll. Um etwaige Projekte überhaupt sichtbar zu machen, wurden 17 Gemeinden und zwei Landkreise bereist und dabei sämtliche Vorschläge gesammelt. Daraus schälte in der Nachschau Elias Pajares (TU München) letztendlich acht große Schlüsselprojekte heraus, die für die Kommunen am prägnantesten sind.

Raser ausbremsen

Ein verträgliches Geschwindigkeits-Niveau in besiedelten Bereichen mit konsequenter Kontrolle ist ein wichtiger Aspekt. Aber auch der Rückbau von alten Straßen bei Ortsumgehungen zur Steigerung der Aufenthalts-Qualität (Fußgängerzonen) wird oft zur Diskussion gestellt. Als eine weitere Evolutionsstufe sieht Pajares eine weitreichende Ergänzung des Öffentlichen Personennahverkehrs durch zum Beispiel „Ride-Sharing“. Sammeltaxis, systematisch verzahnt mit Bus und Bahn, würden ein großes Potenzial der Nachhaltigkeit beherbergen. Überhaupt liegt ein großes Augenmerk auf den Ausbau von Buslinien über die Aufgabenträger-Grenze hinweg. Verbindungen zwischen Erding und Freising sollen beispielsweise gestärkt werden. Mangelnde oder gar fehlende Verbindungen lassen Pendler oftmals keine andere Wahl, als in das eigene Auto zu steigen. Express-Busse könnten außerdem eine attraktive Alternative werden. Ebenso lückenhaft zeichnet sich das Radweg-Netz. Zielkonzepte für den Alltags-Radverkehr auf regionaler Ebene werden immer häufiger von dem Gemeinden gewünscht.

Ob das alles reicht? Prof. ist skeptisch

Aber auch die Verknüpfung von Raum- und Verkehrsstruktur steht im Fokus der Bürger. Grundsätzlich sollte ein Gemeindewachstum in Bereichen ohne Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr vermieden werden – was in der Realität auf zahlreiche ländliche Gebiete zutrifft.

Ob das alles allerdings reicht? Diese provokative Frage stellte Professor. Gebhard Wulfhorst (TU München). Vielleicht, so Wulfhorst, müsse man mehr verbieten, radikaler sein. Unter Umständen müsse man im Anbetracht der aktuellen Probleme viel früher ans Ziel kommen als erst 2040. Dass Redebedarf besteht, konnte man bereits in der kurzen Diskussion vor der Pause erleben. Dabei ging es gar nicht einmal um große Probleme.

Beim Car-Sharing kam die Begeisterung oft spät...

Einige Gäste schilderten ihre leidigen Erfahrungen mit dem MVV: Da werden Haltestellen nicht angefahren und Wartende einfach im Regen stehen gelassen. Kritische Worte gab es auch zum Thema Car-Sharing: Die Vergangenheit habe gezeigt, dass vor allem jene Gemeinden, die jetzt ganz begeistert von dieser Idee sind, nie bereit waren, Car-Sharing-Vereine zu unterstützen. Die spruchreifen Ergebnisse der weiteren Konzept-Ausarbeitungen sollen dann im Frühjahr 2020 vorgestellt werden.

Lesen Sie auch: Kampf dem Stau und Abgasen: Das Freisinger Verkehrskonzept

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