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Magerls Nachfolger: Johannes Becher soll das Erbe des scheidenden MdL Christian Magerl antreten.

Magerls Erbe

Moosburger kandidiert: Becher soll für die Grünen in den Landtag

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Christian Magerl war einer der ersten Gratulanten und umarmte ihn. Es war ein Bild mit Symbolcharakter: Gerade war Johannes Becher (29) zum Direktkandidaten der Grünen für die Landtagswahl 2018 gewählt worden. Er soll das Mandat, das Magerl so viele Jahre innehatte, wieder gewinnen.

Freising – Energisch, kämpferisch, angriffslustig – so präsentierte sich Johannes „Jojo“ Becher am Donnerstagabend den Mitgliedern des Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen. 45 Stimmen (von 51 Stimmberechtigten) waren der Lohn für seinen Auftritt im Heurigen, als es galt, den Nachfolger für Landtagsabgeordneten Christian Magerl und den neuen Hoffnungsträger für einen Sitz im Maximilianeum zu küren. Vier Mitglieder votierten für Bechers Gegenkandidaten Guido Langenstück (57), zwei Grüne wollten offenbar keinen von beiden in den Landtag schicken und stimmten mit Nein.

Der Kampf für die Natur, für die Menschen, „für unsere Heimat“, für Gerechtigkeit, für Demokratie und eine solidarische Gesellschaft müsse weitergehen – auch in der Post-Magerl-Ära, sagte Becher. Er, 29, Bezirksrat, Kreisrat und Stadtrat in Moosburg, sei bereit, „hochmotiviert“, scheue die Arbeit nicht und versprach, „alles zu geben, was ich kann, um ein guter Kandidat zu sein und im Jahr 2018 das Vertrauen der Menschen zu gewinnen“.

Die Belastungsgrenze im Landkreis sei erreicht, so Becher. Wohnungsnot, Verkehrschaos, Lärm, Feinstaub, Dreck und Flächenverbrauch – so dürfe es nicht weitergehen. Um die dritte Startbahn zu beerdigen, um Klimaschutz wirksam voranzubringen, um gegen das Prestigedenken von „Söder und Konsorten“ vorzugehen, dazu brauche es „gerade aus unserer Region einen glaubwürdigen Widerstandskämpfer“. Daher sei es besonders wichtig, dass „a Greana“ aus dem Landkreis im Landtag sitze.

Immer mehr Tangenten, immer mehr Umgehungsstraßen – „das kann doch nicht sein“, rief Becher seinen Parteikollegen zu. Und der Mann, der 2018 in den Landtag einziehen möchte, fordert ein flächendeckendes Glasfasernetz: „Die Zeit drängt. Es pressiert. Und die CSU schläft.“ Vor allem will Becher auch die Helferkreise bei ihrer Arbeit mit Flüchtlingen unterstützen, will Integrationsbemühungen fördern, will Rechtsextremem, Rassisten und Nationalisten eine weltoffene Gesellschaft entgegenhalten. Denn: „Die Geschichte darf sich nicht wiederholen!“ Bechers Bewerbungsrede überzeugte 45 Anwesende.

Überraschend hatte sich am Donnerstag ein Gegenkandidat ins Spiel gebracht: Guido Langenstück, geborener Rheinländer, wohnhaft in Eching, der seinem Vorredner in allen Punkten beipflichtete. Er, der sich schon sehr lange mit der CSU-Politik beschäftige („Pfui, Herr Söder!“), traue sich zu, die Interessen des Landkreises zu vertreten und stehe bereit. Wenn er nicht zum Kandidaten gewählt werde, sei er aber nicht böse.

Und tatsächlich: Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, applaudierte Langenstück und gratulierte Becher als Erster. Der rief seinen Anhängern nochmals zu: „Wir holen dieses Mandat wieder!“

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