Kripo ermittelt

Tödliche Verwechslung: Mann stirbt nach Vergiftung im Krankenhaus - Polizei warnt eindringlich

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Bärlauch hat giftige Doppelgänger. Einem Mann aus dem Landkreis Freising wurde das zum Verhängnis. Er starb an einer Vergiftung.

Update vom 4. Mai, 16.49 Uhr: Ein Gutachten des Giftnotrufs der Technischen Universität München hat inzwischen bestätigt, dass der verstorbene Mann tatsächlich eine hochgiftige Herbstzeitlose verspeist hat. „Bärlauch steht oft am gleichen Wuchsort wie die Herbstzeitlose, daher ist eine Verwechslung der Blätter leicht möglich“, erklärt Florian Eyer, Leiter der Klinischen Toxikologie. Solche drastische tödlichen Fälle gebe es zwar selten. Allgemein nähmen Vergiftungen jedoch zu - und zwar aus einem einfachen Grund: Da viele Menschen auch wegen der Corona-Pandemie in der Natur unterwegs seien, aber nicht das nötige Wissen über giftige Pflanzen hätten.

Freising/München - Gerade zur Frühlingszeit ist der würzige Geschmack von Bärlauch in Rezepten heiß begehrt. Doch anstatt dem Lauchgewächs hat ein Mann aus dem Landkreis Freising wahrscheinlich Herbstzeitlose gegessen. Diese Verwechslung endete für ihn tödlich. Der 48-Jährige starb in München an einer Vergiftung.

Freising: Mann isst vergiftete Soße - mit vermeintlichem Bärlauch - und stirbt in Münchner Klinik

Ermittlungen der Münchner Kriminalpolizei ergaben, dass der Mann aus dem Landkreis Freising Ende April eine Soße mit selbst gesammeltem - vermeintlichem Bärlauch - aß. Er habe zwar nur ein paar Löffel von der Soße gegessen, weil sie ihm bitter vorgekommen sei, sagte ein Polizeisprecher. „Das hat schon gereicht.“

Kurz darauf verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 48-Jährigen, er wurde in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Dort verstarb der Mann am Sonntag an den Folgen einer Vergiftung.

Nach Bärlauch-Vergiftung: Münchner Polizei warnt vor Verzehr von selbst gepflückten Pflanzen

Laut Polizei handelte es sich „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ nicht um Bärlauch, sondern um die nahezu identisch aussehende - dafür aber hochgiftige - Herbstzeitlose. Diese enthalten Colchicin, welches für den Menschen hochgiftig ist. 

Eine deutliche Warnung gibt es in diesem Zusammenhang von der Münchner Polizei: Die Beamten weisen daraufhin, vor dem Verzehr von selbst gepflückten Pflanzen oder Sträuchern vorsichtig zu sein und genau zu prüfen, um was für Pflanzen es sich handelt.

Im Falle des verstorbenen Mannes kommt diese Warnung jedoch zu spät. Die Münchner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Ein toxikologisches Gutachten soll nun Aufschluss über die Pflanze bringen, die der Mann verspeist hat.

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Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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