Vor den Neustifter Schülern ging Al Page sogar auf die Knie: Seine Botschaft: Auch mit wenig Geld kann man seinen Traum leben. 

Multitalent Al Page an der Sternschule

„Macht Eure Träume wahr“

„Ich bin ne Flasche, wenn’s drum geht, eine Frau anzuquatschen“, gestand der türkischdeutsche Künstler Al Page bei der Autorenlesung in der Sternschule Neustift. Ob mit Selbstironie, schreiend und wild gestikulierend, oder als echter Sympathieträger: Das Multitalent schaffte es, die Schüler in seinen Bann zu ziehen.

Freising– „Ihr seid jetzt fit, oder? Es ist schließlich die dritte Stunde: In den ersten beiden habe ich als Schüler immer geschlafen. In der dritten war ich dann wach, und in der letzten hab ich mich dann auf den Schulschluss gefreut.“ Schon mit seinem ungewöhnlichen Einstieg sorgte Al Page bei den Achtklässlern für ein einvernehmliches Schmunzeln und schaffte es sofort, Hemmschwellen zu durchbrechen.

Der Musiker beherrscht fünf Instrumente, die er sich selbst beigebracht hat, und schreibt nebenbei auch noch eigene Bücher. In seinem ersten belletristischen Werk „Brief für Selma“, das in Briefform und autobiografisch verfasst wurde, geht es um eine junge Frau, die er in einem Chatroom kennen lernte und über die er einen Song schrieb, der mindestens genauso wichtig in seinem Buch ist wie die Liebe selbst.

Aus dieser Biografie las der Künstler in seiner Lesung vor – allerdings relativ wenig. Dafür waren Al Pages Anekdoten rund um das Buch um so unterhaltsamer und auch den Song „Mainecoon“, der im Buch eine tragende Rolle spielt, durften sich die Schüler am Ende vorsingen lassen.

Mit Witz und Charme wickelte Al Page sein junges Publikum um den Finger. Er legte ein außerordentliches Talent an den Tag, sich in die Gefühls- und Gedankenwelt der Jugendlichen hinein zu versetzen und erschuf durch bewussten Einsatz von Jugendsprache und -humor schnell eine persönliche Verbindung zu den Kindern. Mit Kommentaren wie „Wir Türken haben im Gegensatz zu Deutschen so eine große Familie. Da müssen wir ne ganze Kuh mit zum Grillen nehmen“ oder „Die Deutschen immer mit ihrer Nordsee. Daliegt man am Strand und plötzlich ist das Meer weg“, sorgte Al Page für schallendes Gelächter in den Reihen der Schüler.

Und auch zum Mitmachen animierte er die Kinder: Da traut sich der ein oder andere auch mal einzugestehen, dass er verliebt ist.

Und zu guter Letzt gab es auch noch einen Ratschlag zum Grübeln mit auf den Weg: „Ich habe meinen Traum verwirklicht. Das könnt ihr genauso. Man darf nur keine Angst haben. Alle haben immer Schiss, dass sie zu wenig Geld haben oder fett werden. Na und? Dann stirbt man halt fett und muss man wirklich der Reichste auf dem Friedhof sein?“. Ob der Künstler seine Selma jedoch außerhalb des Internets noch kennenlernt, dass müssen die Schüler selber herausfinden. Mit der Lektüre des Buchs. Denn diese Frage beantwortete Al Page lediglich mit einem vielsagenden „Vielleicht“.
Mirjam Esser

Gut zu wissen

„Brief für Selma“ kommt ins Kino. Die Dreharbeiten sind momentan in vollem Gange und im Dezember diesen Jahres beendet.

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