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U6-Verlängerung ab Garching: Scheuer sieht „keine Chance“ - jetzt muss eine Lösung her

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Von: Andreas Beschorner

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Wie wichtig der Lückenschluss U 6 und S 1 ist, erläuterte Echings Rathauschef Sebastian Thaler.
Wie wichtig der Lückenschluss U 6 und S 1 ist, erläuterte Echings Rathauschef Sebastian Thaler. © Beschorner

Nach dem niederschmetternden Ergebnis der Studie zur U6-Verlängerung von Garching nach Eching, wollte Freisings Kreis-SPD nun wissen, wie es weitergeht.

Freising - Weil die Studie zur Verlängerung der U6 von Garching nach Eching, Neufahrn oder Hallbergmoos „leider niederschmetternd“ ausgefallen sei, so SPD-Kreisvorsitzender Andreas Mehltretter, werden die Genossen nun verstärkt auf eine bessere ÖPNV-Anbindung per Bus setzen. Bei einer Online-Veranstaltung der Kreis-SPD am Freitagabend unter dem Titel „Aus für die U6-Verlängerung – wie geht es jetzt weiter?“  zeichneten Victor Weizenegger und Echings Bürgermeister Sebastian Thaler das Bild der aktuellen Lage. Und blickten voraus.

U6-Verlängerung ab Garching: Kosten und Nutzen nicht im Gleichgewicht

Mehltretter erinnerte an das wesentliche Ergebnis des Gutachtens, das vor einigen Monaten vorgelegt worden war: Von dem notwendigen Faktor 1, der ein Gleichgewicht von Kosten und Nutzen bedeuten würde und die Voraussetzung wäre, dass der Bund Geld in die Hand nimmt, sei man selbst mit der besten der drei Varianten (die Anbindung an den S-Bahn-Halt Neufahrn) und ihrem Faktor 0,11 viel zu weit entfernt. Trotzdem: Angesichts der Verkehrsverhältnisse im Landkreis mit Pkw-Staus allüberall „muss sich was tun“, so der SPD-Direktkandidat für die Bundestagswahl.

Verkehrsminister Scheuer: „Keine Chance“ auf U6-Verlängerung nach Eching

Dass auch das Anlegen anderer Standardkriterien für solch ein Gutachten, eine etwas andere Gewichtung der Faktoren oder auch das Herabsetzen des zur Realisierung erforderlichen Kosten-Nutzen-Faktors auf 0,7 nichts helfe, betonte Weizenegger. Mit 0,11 sei man meilenweit davon entfernt, an eine U6-Verlängerung auch nur zu denken. Das habe laut Thaler Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) versichert: keine Chance.

„Die Nachfrage rechtfertigt die U-Bahn nicht“, betonte Weizenegger also und rechnete an Hand der Zahlen aus der Studie vor, dass laut Prognosen im Schnitt pro Fahrt auf der verlängerten U6 rund 70 Fahrgäste gezählt würden – und das bei einer Kapazität von 800 bis 1000. Kosten – je nach Variante – zwischen 221 und 336 Millionen Euro, ein jährlicher Unterhalts- und Energieaufwand zwischen 1,1 und 3,5 Millionen Euro stünden in einem zu schlechten Verhältnis zu Zeitersparnis und weniger Pkw-Kilometer. Fazit Weizeneggers: Wolle man den Münchner Norden über ÖPNV besser an den Landkreis-Süden anbinden, also den Lückenschluss zwischen U6 und S1 vollziehen, müsse man auf Busse setzen.

Und da, so der Part, den Thaler am Freitag übernommen hatte, habe sich schon etwas getan, tue sich in Kürze und auch langfristig noch etwas. Bereits seit Ende 2020 habe man auf der Linie 695 eine Verbesserung erreicht, ab Oktober 2021 fahre der Expressbus X660 zwischen Freising Weihenstephan und dem Forschungscampus Garching, ab Dezember 2021 werde es Verbesserungen auf der Linie 690 geben, die dann – so zumindest steht es im Nahverkehrsplan – ab 2026 als Ring-Linie verkehren soll.

Für Thaler und die SPD sei eines auf jeden Fall ganz klar: Man brauche endlich eine ÖPNV-Verbindung für den Lückenschluss zwischen der im MVV am stärksten genutzten U-Bahn – der U6 – und der am stärksten genutzten S-Bahn – der S1.

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