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Wiederholungstäter

Nach Einbruch bei Rentnerin in Freising: Suchtkranker Georgier verurteilt

Freising/Landshut - Sein Vorstrafenregister liegt im zweistelligen Bereich. Eine Einbruchstour durch drei Landkreise, darunter auch Freising, kostet einen suchtkranken Georgier (39) jetzt die Freiheit. Mal wieder.

Der Georgier ist Stammkunde bei der Justiz. Die tut sich dennoch schwer, dessen wahre Identität zu ergründen. Denn der Mann, der sich hauptsächlich bei Bekannten in Asylbewerber-Unterkünften in Landshut und Geisenhausen aufhielt, benutzt immer wieder Alias-Namen und variiert auch gerne seine Geburtsdaten. Vor dem Landgericht Landshut musste er sich nun wegen einer Einbruchsserie verantworten, die ihn durch drei Landkreise geführt hat: Neben Freising auch nach Gerzen (Kreis Landshut) und Mallersdorf-Pfaffenberg (Kreis Straubing-Bogen).

Der Angeklagte gab an, Anfang 1990 aus Georgien geflüchtet zu sein – damals noch mit russischer Staatsangehörigkeit. Inzwischen betrachte er sich als staatenlos. In seiner Heimat habe er eine schwere Kindheit erlebt: Schon mit 13 habe er sich mit Wein und Wodka volllaufen lassen, sei dann bald in der Drogenszene gelandet. Schnell sei er beim Heroin gelandet. Das Geld dafür habe er sich schon damals als Taschendieb „verdient“: „Da war ich ein echter Profi.“ Absoluter Tiefpunkt sei für ihn gewesen, als er miterleben musste, wie sein im Kriminellen-Milieu aktiver Vater auf offener Straße ermordet worden sei.

Nach seiner Flucht brachte es der Angeklagte in Deutschland auf „stolze“ 20 Verurteilungen, unter anderem wegen Asylverstößen, Betäubungsmittel-Straftaten und Diebstählen, die in erster Linie unter Beschaffungskriminalität einzuordnen waren. Insgesamt hat er bisher bereits knapp sechs Jahre hinter Gitter verbracht. Für Prozessbeobachter kaum nochvollziehbar: Eine Abschiebung erfolgte bis dato nicht. Obwohl der Asylantrag des 38-Jährigen längst abgelehnt ist, bekam er eine „Duldung“.

Die Anklage, die von Staatsanwalt Johannes Plutz vertreten wurde, warf dem Georgier drei Wohnungseinbrüche vor, die er vermutlich zusammen mit einem Kumpan aus der Asylbewerber-Unterkunft Geisenhausen begangen haben soll. Der Komplize ist inzwischen untergetaucht.

Der spektakulärste Coup fand am 26. September 2013 statt. Da wurde die Terrassentür eines Anwesens in Gerzen aufgehebelt. Die Beute: Uhren, Schmuck, Elektronik und mehr im Wert von 100 000 Euro. Nach Aktivitäten in Mallersdorf-Pfaffenberg (Oktober 2013), bei der Diebesgut von knapp 5000 Euro zusammenkam, brach das Duo am 24. Oktober 2013 in die Wohnung einer Rentnerin (89) in Freising ein. Dort erbeuteten sie 7000 Euro Bargeld.

Zum Prozessauftakt räumte der Georgier über eine Erklärung seines Verteidigers Helmut Mörtl die Diebstähle unumwunden ein, allerdings mit der Einschränkung, dass es keinen Mittäter gegeben habe. Das Gericht verhängte nach vorausgegangenen Verständigungsgesprächen für die drei Diebstähle in besonders schwerem Fall eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten. Angeordnet wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.

Sachverständiger Dr. Willi Unglaub vom Bezirksklinikum Regensburg hatte dem Georgier in seinem Gutachten eine langjährige Drogenkarriere bescheinigt. Zur Tatzeit habe er unter Suchtdruck gestanden, so dass seine Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt gewesen sei. Unbehandelt bestehe bei ihm die Gefahr weiterer einschlägiger Straftaten.

Walter Schöttl

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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