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Nach einem Krisenjahr 2021: Freisinger Arbeitsmarkt im Dezember stabil

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Symbolbild Arbeitsmarkt
Nur einige Arbeitslosmeldungen aus den witterungsabhängigen Branchen wie dem Bauhandwerk gab es bei der Agentur für Arbeit Freising im Dezember. Der milde Monat erlaubte es, dass in den Außenberufen vielfach noch gearbeitet werden konnte. © Julian Stratenschulte/dpa

Eigentlich steigt die Zahl der Arbeitslosen im Dezember stark an. Diesmal aber zeigte sich der Freisinger Arbeitsmarkt besonders robust.

Freising - „Die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt blieb bis zum Jahresausklang weiter stabil: So waren im Dezember 2021 in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg 7624 Personen arbeitslos gemeldet, 45 Männer und Frauen mehr als im November 2021“, meldet Pressesprecherin Kathrin Stemberger von der Agentur für Arbeit Freising: „Die Arbeitslosenquote lag damit unverändert bei 2,0 Prozent.um Vergleich: Im Dezember 2020 errechnete sich für den Agenturbezirk eine Quote von 2,6 Prozent, im Dezember 2019 lag sie bei 1,8 Prozent. Der für die Jahreszeit übliche saisonale Anstieg der Arbeitslosenzahlen fiel damit in der Region vergleichsweise gering aus.“

In vielen Branchen konnte lange gearbeitet werden

„Zum Winterbeginn konnten wir einige Arbeitslosmeldungen aus den witterungsabhängigen Branchen beobachten. Da in den letzten Wochen in den Außenberufen aber vielfach noch gearbeitet werden konnte, blieb der große Ansturm bislang aus“, erläutert Andreas Bräutigam, Bereichsleiter der Agentur. Generell präsentierte sich laut Monatsbericht der regionale Arbeitsmarkt im Dezember 2021 „in deutlich besserer Verfassung als noch vor einem Jahr“. Damals waren 2049 Menschen mehr auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle als in den letzten Wochen. Bräutigam: „Wir registrieren aber auch, dass die Zahl der Unternehmen, die für ihre Beschäftigten Anzeigen auf Kurzarbeit stellen, seit September 2021 leicht zunimmt.

Personalnachfrage

Die Personalnachfrage zog indes im Dezember 2021 erneut an. Die Pressesprecherin: „Die Unternehmen informierten die Arbeitsvermittler der Arbeitsagenturen in den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg im letzten Monat des Jahres über 1223 neu zu besetzende Arbeitsstellen, 189 Stellen mehr als im November 2021. Damit befanden sich 5352 Arbeitsangebote im Stellenpool.“

Jahresrückblick 2021: im Januar und Februar schlug die Krise voll durch

„Vor allem zu Beginn des Jahres 2021 waren die Auswirkungen der Krise deutlich auf dem regionalen Arbeitsmarkt zu spüren“, bilanziert Stemberger: „Im Januar und Februar errechnete sich für den Agenturbezirk mit 3,1 Prozent die bisher höchste Arbeitslosenquote seit Beginn der Pandemie. Im Januar 2021 erreichte entsprechend auch die Zahl der Arbeitslosen den Höchststand des Jahres: 11 513 Menschen aus den Landkreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg waren damals auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle.“

Gleichzeitig war die Personalnachfrage stark eingebrochen: Im Januar 2021 befanden sich lediglich 3594 Arbeitsangebote im Stellenpool: „Das war die bisher niedrigste Anzahl an offenen Stellen während der Pandemie“, heißt es in der Bilanz weiter: „Ab März 2021 erholte sich der Arbeitsmarkt langsam. Die Arbeitslosenquote sank kontinuierlich, die Nachfrage nach Arbeitskräften zog an. Dieser Aufholeffekt verstärkte sich im zweiten Halbjahr nochmal deutlich: Seit Juli 2021 meldeten die Unternehmen den Arbeitsvermittlern monatlich mehr offene Stellen als in den Vergleichsmonaten 2019. 2021 gingen im Jahresverlauf insgesamt 12 295 Stellenangebote bei der Agentur ein, 3009 Stellen mehr als im Jahr 2020 und 94 Stellen mehr als vor der Pandemie im Jahr 2019.

Auch im Jahr 2021 war die Kurzarbeit ein wichtiges Instrument

Auch die Zahl der Arbeitslosen sank laut Agentur-Bericht „im Jahresverlauf 2021 deutlich. So waren im Dezember 2021 mit 7624 Männern und Frauen 3889 Menschen weniger arbeitslos gemeldet als im Januar 2021. Im Dezember 2021 waren 1118 Menschen mehr auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle als im Dezember 2019. Im Jahr 2021 waren im Schnitt 9350 Männer und Frauen aus den Kreisen Freising, Erding, Dachau und Ebersberg arbeitslos gemeldet (2020: 9623 Personen; 2019: 6825 Personen). Die Arbeitslosenquote lag 2021 im Schnitt bei 2,5 Prozent (2020: 2,6 Prozent; 2019: 1,9 Prozent).“

Seit Beginn der Pandemie stützte die Kurzarbeit massiv den Arbeitsmarkt und half, Entlassungen zu vermeiden. Im April 2020 nahmen laut Agenturbericht „4063 Betriebe diese Möglichkeit in Anspruch. 47 344 Mitarbeiterinnen arbeiteten damals kurz – Höchststand seit Beginn der Pandemie“. Doch auch 2021 „war die Kurzarbeit ein wichtiges Instrument für Betriebe, um Personal zu halten“. Im Februar 2021 arbeiteten 34 849 Menschen kurz. Seitdem sanken die Zahlen kontinuierlich. Die aktuellsten Zahlen für 2021 stammen von August: Zu diesem Zeitpunkt zählte die Arbeitsagentur 12 692 Kurzarbeitende in 930 Betrieben.

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Landkreis Freising

„Die Zahl der Arbeitslosen sank im Landkreis Freising im Dezember 2021 im Vergleich zum Vormonat um 20 Personen auf insgesamt 2.481 Frauen und Männer“, meldet die Agentur: „Auf die Arbeitslosenquote hatte dies keinen Einfluss: Diese lag im Dezember 2021 wie schon im Vormonat bei 2,2 Prozent. Im Dezember 2020 errechnete sich für den Landkreis Freising eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent, im Dezember 2019 lag sie bei 1,9 Prozent.“

■  Personalnachfrage Im Dezember 2021 meldeten laut Agentur „die Freisinger Unternehmen dem Arbeitgeber-Service 551 neue Stellenangebote, 155 Stellen mehr als im November 2021. Damit waren zuletzt 1827 bei der Agentur gemeldete Stellen vakant“.

■  Jahresrückblick: 2021 weist die Bilanz „durchschnittlich 3006 Männer und Frauen aus dem Landkreis Freising aus, die arbeitslos gemeldet waren (2020: 3085 Personen; 2019: 2237 Personen)“. Die Arbeitslosenquote lag 2021 im Jahresdurchschnitt bei 2,7 Prozent (2020: 2,8 Prozent; 2019: 2,0 Prozent).
Im Jahresverlauf 2021 meldeten die Unternehmen der Agentur für Arbeit „insgesamt 4617 im Landkreis Freising zu besetzende Arbeitsangebote (2020: 3029 Stellen; 2019: 4730 Stellen)“.  

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