+
Retten, was zu retten ist: Einsatzkräfte des THW Freising verhindern nach der Explosion der Bayernoil-Raffinerie in Vohburg, dass turmhohe Bauteile einstürzen.

freisinger kräfte nach Katastrophe in Vohburg

Nach Explosion in Vohburg: Freisinger THW stemmt sich gegen den Einsturz turmhoher Bauwerke

  • schließen

Die Explosion in der Bayernoil-Raffinerie in Vohburg hat auch in Freising seinen Widerhall gefunden: Kräfte des THW sind an die Unglücksstätte geeilt. Ihre Aufgabe: Sie sollten verhindern, das turmhohe Bauwerksteile umstürzen.

Freising – Ein Bild der Zerstörung bot sich den 28 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks Freising, die sich am Sonntag mit acht Fahrzeugen auf den Weg nach Vohburg machten. Dort war es tags zuvor in den frühen Morgenstunden zu einer verheerenden Explosion gekommen. Zwar hatten rund 600 Einsatzkräfte von THW, Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei bereits am Samstag die unmittelbare Lebensgefahr für die Menschen in der Umgebung der Raffinerie abgewendet, wie Freisings THW-Ortsbeauftragter Michael Wüst berichtet. „Nach wie vor ziehen sich aber die Einsatz- und Sicherungsmaßnahmen auf dem Gelände hin.“

THW braucht dringend Rundhölzer, Sägewerk reagiert prompt

Zwölf Meter lange Baumstämme benötigte das THW, um seine Abstützkonstruktion zu errichten.

Am Sonntagmorgen war der Freisinger THW-Baufachberater Alexander Hoisl zur Einsatzstelle gerufen worden. Er sollte prüfen, inwieweit die Freisinger dazu beitragen könnte, vom Einsturz bedrohte Bauwerke abzustützen. Ins Auge fielen dem Experten zwei turmhohen Bauteile, die durch die Explosion aus dem Lot gedrückt worden waren. 

Um ein Umstürzen dieser massiven Bauwerksteile zu verhindern, brachte er das in Freising stationierte Abstützsystems „Holz“ zum Einsatz. Aufgrund der besonderen baulichen Herausforderungen am Objekt mussten die Einsatzkräfte jedoch eine Sonderkonstruktion erstellen. Dafür wurde ein halbes Dutzend Rundhölzer mit zwölf Meter Länge und 40 Zentimeter Durchmesser benötigt. Dank des Sägewerks Neumair in Oberhummel konnte das THW die benötigten Baumriesen kurzfristig beschaffen.

Der Einsatz dauert die ganze Nacht

Nach einer Einweisung machten sich die 28 Einsatzkräfte aus Freising daran, die Abstützung zu erstellen. Am Kopfende des Rundholzes mussten Aufnahmen aus Holz montiert werden, an die sich die Prozesskolonnen – turmartige Bauwerke mit vielen hin- und wegführenden Rohren, Anbauten und Arbeitsplattformen – lehnten. Die Holzpfähle wurden mit dem THW-Mobilkran nach oben gehievt und am Boden verankert. Die beim Zugtrupp mitgeführte THW-Drohne fertigte während der Konstruktions- und Montagephase Luftbilder des angeschlagenen Objekts und der Umgebung an. „Diese Bilder waren für den Gesamtüberblick und die Positionierung der Abstützungen unverzichtbar“, betonte Wüst.

Mit Hilfe des THW-Mobilkrans konnten die Einsatzkräfte die riesigen Baumstützen in die Höhe ziehen.

Aufgrund der massiven Zerstörungen vor Ort zogen sich die kräftezehrenden Arbeiten die ganze Nacht hindurch. 20 Stunden dauerte der Einsatz. Am Montag gegen 8 Uhr kehrten die ehrenamtlichen THW-Einsatzkräfte nach Freising zurück und fielen erschöpft in die Betten.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ford Fiasko: Desolater Karren verendet auf dem Grünstreifen
Neben der Autobahn beendete ein Ford-Fahrer aus Freising seine Fahrt. Ein Wunder, dass er mit der Karre so weit kam: Die Liste an lebensgefährlichen Mängeln war lang. 
Ford Fiasko: Desolater Karren verendet auf dem Grünstreifen
Ein riesiger Scheck für die kleine Franka: Volksfest-Aktion unterstützt Familie
Überraschung für Franka: Um das bis vor Kurzem herzkranke Mädchen und seine Familie zu entlasten, hatte die Stadt auf dem Freisinger Volksfest eine Aktion durchgeführt. …
Ein riesiger Scheck für die kleine Franka: Volksfest-Aktion unterstützt Familie
SPD will mitgestalten, damit sich Langenbach weiterentwickelt
Mit jungen und erfahrenen Leuten geht die SPD Langenbach in den Kommunalwahlkampf. Alle 16 Kandidaten kamen ohne Gegenstimme auf die Liste.
SPD will mitgestalten, damit sich Langenbach weiterentwickelt
Bürgerentscheid: Fahrenzhausen lässt über Rathausstandort abstimmen
Jetzt ist es fix: Die Gemeinde Fahrenzhausen lässt seine Bürger über den Rathausstandort abstimmen. Gleichzeitig wird ein eigenes Ratsbegehren auf den Weg gebracht.
Bürgerentscheid: Fahrenzhausen lässt über Rathausstandort abstimmen

Kommentare