Clubs in der Corona-Krise
+
Clubs und Diskotheken hat die Corona-Krise besonders hart getroffen. Im Freisinger Nachtcafé hofft man, bald wieder aufsperren zu dürfen. 

Corona-Einschränkungen machen Wirten zu schaffen

Nachtcafé-Betreiber Max Riemensperger: „Ewig halte ich das nicht durch“

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
    schließen

Corona trifft die Betreiber von Clubs und Diskotheken hart. So ist auch seit einem halben Jahr das Freisinger Nachtcafé geschlossen. Betreiber Max Riemensperger erzählt, wie‘s weitergehen soll. 

Max Riemensperger (56) muss eine lange Durststrecke überstehen.

Freising - Kneipen dürfen seit kurzem wieder öffnen - mit verhaltener Musik und Gästen, die an den Tischen sitzen bleiben müssen. Nur die Betreiber von Clubs und Diskotheken schauen weiter in die Röhre. Seit einem halben Jahr geht etwa in Freisings größtem Club, dem Nachtcafé, nichts mehr. Wir fragten bei Inhaber Max Riemensperger nach.

Sechs Monate Betriebsschließung. Wie lange halten Sie das noch durch, Herr Riemensperger?

Nicht ewig. Die Staatsregierung muss schauen, dass sie auch in unserem Segment bald eine vernünftige Regelung hinbekommt. In einigen anderen Bundesländern geht es ja offenbar auch.

Wäre es nicht möglich, das Nachtcafé so umzumodeln, dass es unter den Begriff Kneipe fällt?

Nein, ins Nachtcafé geht man wegen des Flairs. Wenn dort alle brav sitzen bleiben müssen, kommt keine Stimmung auf. Das Hauptgeschehen spielt sich bei uns an den Bars ab. Wir haben die längste in Freising – und die darf ich nicht besetzen. Auch würde das mit der Musik nicht hinhauen. Nein, das Nachtcafé wird keine Kneipe. Das würde nie funktionieren. Man kann es natürlich so machen, wie der Club in München, in dem dauernd Party gefeiert wurde – und der jetzt hochgenommen wurde. Zu Recht. Wenn es Regeln gibt, dann muss man sich auch daran halten, ganz klar.

Aber auch Sie hadern mit dem Betriebsverbot.

Weil ich in dem Ganzen keine klare Richtlinie erkennen kann. Ich muss meinen Betrieb komplett geschlossen halten – andere fahren im Urlaub in Risikogebiete und feiern dort. Auch geht es in anderen Bundesländern viel lockerer zu. Das macht es schon schwierig. Da passt Vieles nicht zusammen, und das ärgert mich.

Max Riemsperger: „Das Nachtcafé muss geschlossen bleiben, aber in Risikogebieten wird gefeiert.“

Haben Sie trotzdem eine Perspektive?

Die habe ich immer. Ich hoffe, dass ich im Oktober wieder aufmachen kann. Es war klar, dass wir jetzt erst einmal die Urlaubszeit und die 14 Tage danach abwarten müssen. Dann, so hoffe ich, sollte wieder der Alltag einkehren, mit stabilen Zahlen. Und in der Folge könnte es dann auch einen Kurswechsel bei der Bayerischen Staatsregierung geben, was den Betrieb der Clubs und Diskos betrifft. Hygienekonzepte haben wir schon ausgearbeitet.

Steht das Nachtcafé-Team denn in den Startlöchern?

Natürlich habe ich in den vergangenen Monaten viele wichtige Mitarbeiter aus meiner Mannschaft verloren – zumindest aus den Augen. Ein Teil hat sich in alle Winde zerstreut. Es wird schwierig werden, aber garantiert wieder weitergehen. Mir tun ja auch die jungen Leute in Freising leid. Die haben mit dem Nachtcafé einen wichtigen Treffpunkt verloren. Die wissen nicht, wo sie hingehen sollen. Aber meine Botschaft lautet: Leute, wir feiern die Party – aber halt später.

Lesen Sie auch: Raser auf Kamikaze-Tour. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz in der Hallertau: Hopfen-Lager in Flammen - Polizei nennt horrende Schadenssumme
Großeinsatz in der Hallertau: Hopfen-Lager in Flammen - Polizei nennt horrende Schadenssumme
Heck ausgebrochen, Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle - 43.000 Euro Schaden
Heck ausgebrochen, Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle - 43.000 Euro Schaden
In Hohenkammer regiert weiterhin ein CSU-Bürgermeister - FDP-Kandidatin unterlegen
In Hohenkammer regiert weiterhin ein CSU-Bürgermeister - FDP-Kandidatin unterlegen
Das neue Testzentrum in Freising: So funktioniert’s
Das neue Testzentrum in Freising: So funktioniert’s

Kommentare